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23.09.16

Connected Car

Lohnt sich Apple CarPlay für den Firmenwagen?

Frank Müller

Apple CarPlay wurde bereits 2014 vorgestellt, aber viele Hersteller bringen erst jetzt Modelle auf den Markt, die ab Werk mit dieser Technologie ausgestattet sind. Lohnt es sich, beim nächsten Firmenwagen darauf zu achten, dass er mit CarPlay ausgestattet ist? Oder ist es sinnvoll den vorhanden Wagen aufzurüsten?


Apple CarPlay (Bild: Mercedes-Benz)

CarPlay hört sich verspielt an. Bringt das was im Firmenwagen?

Das Apple-System hat nichts mit Spielen zu tun. Es handelt sich bei dieser Technik im Prinzip um eine Benutzerschnittstelle zum iPhone, dank der man gewünschte Funktionen sicher und schnell während der Fahrt nutzen kann, ohne auf dem Display seines Smartphones herumtippen zu müssen.

Apple selbst schreibt über CarPlay „Alles, was du während der Fahrt mit dem iPhone machen willst, machst du mit CarPlay übers Display deines Autos. Du kannst ganz leicht Wegbeschreibungen abrufen, telefonieren, Nachrichten senden und empfangen oder Musik hören – und dich trotzdem auf die Straße konzentrieren.“

Auch wenn das mittlerweile bei vielen Firmen übliche Duzen des Kunden einen anderen Eindruck vermittelt: CarPlay ist eine seriöse Möglichkeit, das Firmen-iPhone auch im Dienstwagen zu verwenden. Wer seinen Blackberry gegen ein iPhone als Diensthandy eingetauscht hat, kann es mit CarPlay während der Fahrt besser nutzen. Das dient vor allem der Sicherheit.

Wie funktioniert CarPlay?

Die Vernetzung ist ganz einfach. Dazu verbindet man das iPhone mit dem Autoradio beziehungsweise mit dem Multimediagerät im Armaturenbrett. Meist geschieht das über das USB-auf-Lightning-Kabel, das iPhone wird dabei also gleichzeitig mit Energie versorgt. Prinzipiell ist auch eine kabellose Verbindung möglich, bisher wurde diese aber noch nicht umgesetzt. Der Anschluss mit Kabel bietet ja auch den Vorteil der Stromversorgung.

Das iPhone kann mit CarPlay außer Sichtweite sicher verstaut werden, schließlich wird es über die Schnittstellen gesteuert, die im Fahrzeug vorhanden sind. Entweder über die Tasten am Lenkrad, über die Bedienelemente, die am Radio vorhanden sind oder über die Stimme, wobei Siri zum Einsatz kommt.

Welche Vorteile bietet CarPlay?

Bei häufig wechselnden Firmenfahrzeugen bietet CarPlay den Vorteil, dass man auch im Auto immer auf seine eigenen Apps und Kontakte zugreifen kann und seine eigenen Kontakte. Außerdem gut: Die eigenen Fahrtziele sind eingespeichert, da die Navigation über Apples Kartendienst auf dem iPhone läuft.

Gegenüber der direkten Nutzung am iPhone sorgt CarPlay für mehr Sicherheit. Es vereinfacht die Bedienung, indem es nur die relevanten Apps und Bedienelemente auf den Bildschirm des Fahrzeugsystems bringt, der in der Regel auch noch größer ist als der des iPhones.

Je nach Fahrzeug kann während der Fahrt sein Apple-Smartphone auch über die Lenkradtasten bedienen und muss die Hände so nicht vom Steuer nehmen. Auch die Sprachsteuerung mit Siri kann sehr komfortabel sein.

Schließlich sollte der Empfang - gerade in Gegenden mit schwacher Netzabdeckung - besser sein, da die Fahrzeugantenne genutzt wird, die höchstwahrscheinlich leistungsstärker ist als die des iPhones. Zudem lädt sich das moderne Handy während der Fahrt auf, auch eine Navigation zu einem weit entfernten Kunden ist also kein Problem. Außerdem entfallen wackelige Halterungen für Lüftungsgitter oder Windschutzscheibe.

Auch bei CarPlay übt sich Apple in der Kunst des Weglassens

Wie von Apple gewohnt, weiß das Unternehmen besser als die Nutzer selbst, was gut für sie ist. So kann man Nachrichten während der Fahrt nicht durch Tippen beantworten. Öffnet man das Programm über CarPlay, wird Siri aktiv.

Das Sprachassistenz-Programm liest Nachrichten vor und lässt sich Antworten oder neue Nachrichten diktieren, damit man nicht in Versuchung gerät, beim Fahren selbst etwas zu tippen. Solche Ablenkung hat schließlich schon zu einigen Unfällen geführt. Davor schützt CarPlay den Nutzer.

Spotify, Audible und andere sind mit CarPlay kompatibel.

Nicht nur Apples eigene Apps, auch die einiger Drittanbieter arbeiten mit CarPlay zusammen, zum Beispiel Spotify, Audible oder Podcast-Player wie Downcast oder Overcast.

Das wichtige WhatsApp ist leider noch nicht dabei. Man kann nur hoffen, dass es sich demnächst in die Auswahl kompatibler Programme einreiht. Bis dahin miss man unter CarPlay auf Apples Nachrichten ausweichen.

Diese neuen Fahrzeuge sind ab Werk mit CarPlay zu haben

In den Modellen von 2016 ist CarPlay nur sporadisch vertreten. 2017 bringen allerdings so gut wie alle Hersteller einige Modelle mit CarPlay auf den Markt. Auf einer deutschsprachigen Seite listet Apple alle Modelle aller Hersteller mit CarPlay auf.

Alternativen zum Neuwagen: CarPlay nachrüsten

Steht die Anschaffung eines Neuwagens in nächster Zeit nicht an, kann man CarPlay schon jetzt nachrüsten. Bekannte Hersteller wie Kenwood, Alpine oder Pioneer, bieten bereits Autoradios für den nachträglichen Einbau, die CarPlay (und oft auch das Pendant AndroidAuto) unterstützen.

Ob der Gewinn an Komfort und Sicherheit so groß ist, dass sich die Investition lohnt, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

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