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07.07.16

Navigation

Navigieren mit Android: Darum lohnen sich manchmal teure Apps

Torsten M. Roth

Egal, ob im Außendienst, zur Reisezeit, in der Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit: Navi-Apps sichern nicht nur die korrekte Anfahrt, sondern geben auch weitere nützliche Informationen, wie Staus oder Radarkontrollen von sich. Wir haben getestet, ob kostenlose Navi-Apps ebenso effizient sind wie käufliche.


Handy-Navigation (Bild: Pixabay)

Navigations-Apps für Android-Smartphones

Navi-Apps für Smartphones gibt es viele. Manche davon sind komplett kostenlos, andere nutzen In-App-Käufe, wiederum andere gibt es zu einem Vollpreis. Dabei wollen alle dasselbe: Ein stationäres Navigationsgerät überflüssig werden lassen. Dies klingt zunächst ganz gut, denn in der heutigen Zeit trägt der moderne Mensch sein Smartphone immer bei sich.

Doch was taugen die Navigationssysteme für die Hosentasche? Gerade solche fürs Betriebssystem Android? Wir erklären Ihnen, auf was Sie achten müssen.

Navigation im allgemeinen: Wer braucht was?

Grundsätzlich gilt: Die Ansprüche eines Außendienst-Mitarbeiters sind ganz anders, als die einer Familie auf Urlaubsreise durch Frankreich. Einen „Stein der Weisen“ gibt es unter den vielen Apps nicht.

So beginnen die Unterschiede bereits an der Darstellung des Kartenmaterials. Von schlicht mit nur den wichtigsten Informationen und reinem 2D bis zu „aufwendig“ inklusive aller Sehenswürdigkeiten, Geschäften, Gaststätten und Tankstellen in 3D, gibt es viele Abstufungen.

Gerade in Ballungsräumen, wo gleich drei Abbiegespuren nebeneinander liegen, reicht ein simples „Biegen Sie hier rechts ab“ manchmal nicht aus. Einige Apps verfügen deswegen über einen Spuren-Assistenten, der Ihnen die korrekte Fahrspur markiert oder im virtuellen Display sogar ein Auto simuliert, dem sie bestenfalls folgen.

Gerade die letzten Beispiele fehlen in kostenlosen Navi-Apps meist gänzlich. Dafür gibt es andere Vorzüge wie eine Community-Funktion. Vielen dürfte die Aktualität des Kartenmaterials wichtig sein. Auch hier gibt es zahlreiche Unterschiede, wie es unser folgender Vergleich zeigt.

Kostenlose Navigations-Apps: die Unterschiede

Bereits auf Android-Geräten vorinstalliert und gerne genutzt ist Google Maps. Zweifelsohne bringt Sie diese App ebenfalls ans Ziel, hat jedoch auch einen Nachteil. Da Karten zwar gespeichert werden können, diese aber keine aktive Navigation darstellen, muss der Nutzer immer online sein. Vor allem im Ausland ist dies eine Frage der Daten-Flatrate bzw. des Roaming.

Ähnlich verhält sich Waze, da dort ebenfalls keine Offline-Karten zur Verfügung stehen. Waze verfügt jedoch über oben genannte, sehr gute Community-Funktion, bei der Nutzer des Dienstes sich gegenseitig über aktuelle Staus und Behinderungen auf dem Laufenden halten. Praktisch dabei: Die Informationen werden auf der Karte übernommen.

Wer weiß, dass es auf seiner Route viele Gegenden mit schlechter oder gar keiner Internet-Verbindung gibt, der sollte auf Nummer sicher gehen und Apps mit Offline-Karten verwenden. Dazu gehören alle Apps, die Open-Street-Map nutzen, wie zum Beispiel Skobbler bzw. Scout. Auch Nokias Here ist eine App mit eigenständigen Offline-Material. Letztere hat dank zahlreichen Zusatzfunktionen wie zum Beispiel Informationen zur Umgebung (Geldautomaten, Autovermietungen, etc.) ein paar Pluspunkte in petto.

Im Grenzbereich befindet sich eine Lösung von TomTom. Deren App verspricht kostenlose Navigation bis zu 75 Kilometer pro Monat. Wer mehr fährt, muss ein Jahresabo abschließen. 

Das bieten kostenpflichtige Navigations-App

Die App Navigon schlägt mit 60 Euro zu Buche, wenn Sie alle Europakarten im Set haben möchten. Weitere Karten sind per In-App-Kauf zu erwerben. Dafür bietet die Applikation allerdings auch sehr viele nützliche Features.

So erleichtern Ihnen zahlreiche einstellbare Assistenten Ihnen das Leben in Sachen Spurtreue, Geschwindigkeitsbegrenzung und stationären Blitzgeräten. Dabei warnt die App gerne visuell als auch per Ton in allen oben genannten Situationen. Es fehlt jedoch an einer standardisierten Einbindung des öffentlichen Nahverkehrs, welche nur zur Verfügung steht, wenn der Nutzer nochmals die Geldbörse zückt.

Weniger gut schneidet Synic GPS Navigation ab. Zwar ist das Kartenmaterial von TomTom und die Darstellung mittels 3D und Head-Up-Display sehr gelungen, doch per Sprachbefehl wird die Eingabe eines Sonderzieles mehr als lästig. Synic verlangt immerzu eine Stadt und zumindest eine Straße.

Das Head-Up-Display projiziert allerdings die Fahrtinformationen direkt auf die Windschutzscheibe, was dabei hilft, die Straße besser im Auge zu behalten. Leider fehlt es an der Anzeige von Verkehrsbehinderungen in Echtzeit. Dafür ist die App bereits für rund 40 Euro zu haben.

Bei „Route 66“ finden Sie für etwa 50 Euro ähnliche Features wie sie Navigon liefert. Die App ist 30 Tage kostenlos, danach kann sie aber auch monatlich für einen günstigen Preis abonniert werden. Praktisch ist die Funktion „Follow Me“, welche ein Auto einblendet, dem sie simpel folgen, um die korrekte Fahrspur nicht zu verpassen. Wie bei Synic muss jedoch auf eine Verkehrsanzeige verzichtet werden, außer Sie erwerben dieses Feature via In-App-Kauf. 

Fazit

Am Ende liegt die Entscheidung bei Ihnen: Benötigen Sie wichtige Zusatzfunktionen wie einen Geschwindigkeits-Assistenten? Wie wichtig sind Staumeldungen? Reicht eine simple Karte oder müssen wichtige Gebäude in 3D dargestellt werden?

Im Allgemeinen lässt sich sicher sagen, dass kostenpflichtige Navigations-Applikationen deutlich mehr Features bieten als die kostenlosen Varianten. Eine Ausnahme dürfte Nokias Here sein, da manche Funktionen auch dort implementiert sind.

Wer also schlicht von A nach B möchte, kann auch weiterhin kostenlose Apps nutzen. Wer etwas Genaueres benötigt, der dürfte sich unter den kostenpflichtigen Apps wohl fühlen. Doch auch hier gibt es keine eierlegende Wollmilch-Sau, sondern Vor- und Nachteile für verschiedene Anforderungen.

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