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12.07.13Leser-Kommentare

Der Test: Android als Desktop-Betriebssystem

Google hat ein solides und weit verbreitetes Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Android lässt sich aber auch mit Maus und Tastatur bedienen. Warum also nicht einmal ausprobieren, ob Android auch als Desktop-System taugt? Wir machen den Test - auf einem Smartphone als Desktop-Ersatz.

Das Setup: Android-Smartphone, Bluetooth-Tastatur und -Maus, MHL-Kabel Das Setup: Android-Smartphone, Bluetooth-Tastatur und -Maus, MHL-Kabel

Wenn ihr gerne Verschwörungstheorien mögt, dann hört euch meine an: Chrome OS ist nur ein Ablenkungsmanöver, um Microsoft und Apple in Sicherheit zu wiegen und die PC-Hersteller ein wenig bei Laune zu halten. Im stillen Kämmerlein arbeitet Google dabei längst an der eigentlichen Windows-Alternative: einem Android 5.0, das nicht mehr nur für Smartphones und Tablets optimiert ist, sondern auch für Laptops und Desktop-PCs.

Aber kann das funktionieren, Android als Desktop-Betriebssystem? Vielleicht sogar schon heute? Das will ich testen. Und deswegen tausche ich für ein paar Tage mein MacBook gegen ein Smartphone, das als mein neuer PC fungiert. Ernsthaft? Ja, ernsthaft. Hier im Video zeige ich euch, was ich vorhabe.

Seid so gut und seht mir die Fehler im Video nach. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass ich mich mal wieder vor die Kamera wage. Geschossen habe ich das Video mit der Kamera meines neuen MacBook Air. Das Bild ist seitenverkehrt, es handelt sich um ein MHL-Kabel, nicht um ein HMI-Kabel, wie ich im Video fälschlicherweise behaupte. Ein solches gibt es ja auch nicht. Und last but not least kann ich mein Nexus 4 nicht für den Test verwenden, weil es anders als vermutet keine MHL-Schnittstelle hat. Statt dessen kommt nun ein Sony Xperia Z zum Einsatz. Für Verbesserungsvorschläge bin ich euch dankbar:

www.youtube.com/watch

Das Prinzip ist eigentlich einfach: Man nehme ein Android-Smartphone mit MHL-Schnittstelle und schließe eine Bluetooth-Tastatur samt Bluetooth-Maus daran an. Das Smartphone selbst wird über ein MHL-Kabel mit einem MHL-fähigen Monitor verbunden. In meinem Falle ist das ein 23-Zöller von LG. Die Basis-Komponenten seht ihr oben im Video, den Aufbau beschreibe ich im nächsten Teil. Denn das wird hakeliger, als manch einer denkt.

Eine von vielen Möglichkeiten

Und dann geht es natürlich um die Praxis. Klappt das gut mit Maus und Tastatur? Lässt sich mit Android 4.2 ähnlich flüssig arbeiten, wie auf einem Mac oder einem Windows PC? Nachteile gibt es sicherlich viele, aber hat Android im Vergleich zu den etablierten Desktop-Systemen vielleicht sogar einen Vorteil? Finde ich alle Apps, die ich brauche und ist das System leistungsfähig genug, um als PC zu dienen? Das alles werde ich in den kommenden Tagen testen und euch dann meine Erfahrungen schilden. Hierzu freue ich mich auf eure Meinungen und Tipps. Was soll ich testen, welche Apps können mir helfen?

Wichtig noch zu erwähnen: Das vorgestellte Setup ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie ihr Android als Desktop-System nutzen könnt. Ich habe primär genommen, was ich schon hatte (Kabel, Bildschirm, Smartphone) und mir dazu noch die recht preisgünstigen Zusatzkomponenten bestellt (Bluetooth-Maus und -Tastatur für zusammen ca. 45 Euro). Ihr könntet auch ein Tablet nehmen und Anwendungen kabellos auf einen geeigneten Fernseher streamen. Oder ihr könntet - noch viel einfacher - ein Android-Tablet nehmen, das bereits mit einer ansteckbaren Tastatur geliefert wird, zum Beispiel ein Asus Transformer Pad. Der Vorteil, ein Smartphone als Recheneinheit zu verwenden, liegt im Zusatznutzen des Tests. Denn dadurch klären wir die Frage, ob man nicht auch das als PC verwenden kann, was man ohnehin den ganzen Tag mit sich herumträgt: ein mobiles Telefon.

Antworten auf hoffentlich alle Fragen gibt es in den kommenden Teilen. Teil 2 folgt in wenigen Tagen.

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Kommentare

  • Frank Müller

    12.07.13 (09:30:56)

    Hi Jürgen, bin gespannt auf Dein Fazit. Ein kleiner Tipp zum spiegelverkehrten Bild (Photo Booth?): Der Quicktime Player kann - anders als sein Name vermuten lässt - auch Filme aufnehmen(alt-cmd-N). Die sind dann seitenrichtig. Cheers Frank

  • M

    12.07.13 (09:45:30)

    Da bin ich mal sehr gespannt :) ich habe eigentlich schon mehrmals Android auf Desktop PCs installiert, es kann aber auch zu Problemen mit dem Wlan führen usw. Android auf meinem Notebook war Wahnsinnig schnell (von Intel). Ich konnte eigentlich schon damit umgehen, mich hat eher gestört wie schlecht die Apps dafür optimiert sind, bin aber gespannt auf die Ideen und Lösungen in diesem Test :) Ich glaube nicht, dass es zum tauglichen Desktop System wird, aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen ;)

  • Elmar

    12.07.13 (10:39:42)

    Ich finde die Idee gar nicht mal so abwegig, Gute Tablets verfügen über eine für viele Leute mehr als ausreichende Leistung und haben schliesslich einen sehr niedrigen Stromverbrauch. Bin gespannt :)

  • Jürgen Vielmeier

    12.07.13 (10:53:31)

    Ah, danke! Und ja, PhotoBooth: Ich ahnte, dass das nicht die ideale Wahl sein würde... ;)

  • flo-95

    12.07.13 (11:47:18)

    Das heißt übrigens MHL und nicht HML. ;)

  • Alex

    12.07.13 (11:48:11)

    Also die IDee ist klasse.. vor allem da ich grade das gleiche vorhabe. Mein Setup: Samsung Galaxy Note 2 Mit dem original Samsung Multimedia Dock. Das wird per HDMI an den Monitor gesteckt. Erster Rückschlag.. Maus und Tastatur, die man per USB am Dock anschließt werden nicht erkannt.. Habe eigentlich keine Lust nun extra neue Hardware dazu kaufen zu müssen (BT Maus und Tastatur). Ideen? Davon abgesehen denke ich das ich zum normalen surfen im Internet schon Spaß an dem Setup haben werde. Die Zeit wird es zeigen :-)

  • Hans Handtuch

    12.07.13 (12:35:39)

    Und last but not least kann ich mein Nexus 4 ... Es heißt "last not least" und wird immer und überall falsch verwendet. Warum? Ich weiß es leider auch nicht ...

  • Jürgen Vielmeier

    12.07.13 (13:13:32)

    Mit der Abkürzung habe ich's irgendwie. ;)) Hab's jetzt oben nochmal - hoffentlich diesmal richtig - korrigiert.

  • Jürgen Vielmeier

    12.07.13 (13:16:07)

    Vielleicht weil es gar nicht falsch ist, sondern beide Varianten zulässig sind.

  • Chris

    12.07.13 (22:42:39)

    Das sollte eigentlich schon gehen. Habe selbes Handy mit selbem Dock, und es läuft mit mindestens zwei USB-Tastaturen, die beide nix besonderes sind: Eine Jahre alte Standard Tastatur von... Sonst wem... Und eine von Perixx für 15€ mit integriertem USB-Hub. USB-Mäuse haben bisher auch alle funktioniert, sogar, wenn ich sie in den Hub der Tastatur stecke. Hatte es aber auch schon, dass ich nach dem Abkoppeln des Handys von der Docking-Station keine Verbindung mehr bekam. Hab's dann an und ausgeschaltet, Handy neu gestartet, an und abgedockt, in verschiedenen Kombinationen - irgendwann ging's. Und seitdem Keine Probleme mehr. Mit einer entsprechenden App namens External Keyboard Helper (Pro?) habe ich die Tastatur auch dazu gebracht, Umlaute und so richtig an das Handy zu schicken (deutsches Tastatur Layout aber trotzdem anscheinend als englisch erkannt). Die App lässt einen ziemlich viel selber belegen auf der Tastatur, sodass man auch die F-Tasten zb mit Lautstärke, Play, Pause etc programmieren kann. Bluetooth Keyboards Nerven mich, da zumindest meine (auch von perixx) nach einigen Minuten Inaktivität in den standby geht. Resultat: beim ersten tippen nach so einer Pause dauert es ein paar Augenblicke bis die Eingaben beim Handy ankommen, aber das wirklich nervige ist, dass ich als eingabemethode jedesmal die oben erwähnte app auswählen muss. Bei der USB Tastatur mach ich das einmal nach dem verbinden aller beteiligten Komponenten. Vorteil dieser App übrigens, nebenbei: das on Screen Keyboard bleibt ausgeblendet. Jede Menge Platz auf dem Bildschirm :-) Ich hoffe ja sehr, dass es irgendwann Cases mit integriertem Full-Hd Screen sowie keyboard und andock-Möglichkeit fürs Handy gibt, aber nicht das, was momentan auf dem Markt und in der mache ist, sondern perfekt auf das Handy abgestimmt. Am besten fände ich eine Art Schacht, in der das Handy verschwindet, sodass ich mich voll und ganz auf das arbeiten mit dem pseudo-Notebook konzentrieren kann und das Smartphone nicht im weg ist.

  • tian

    13.07.13 (07:01:13)

    Auch wenn ich jetzt vielleicht als Buhmann dar stehen sollte, aber so neu ist die Idee jetzt nicht. Ich bin gerade in Thailand und mein einziger Begleiter neben meinem Nexus 7 ist mein Motorola Razr samt Lapdock. Es kann natürlich nicht mit einem i3/i5 Notebook mithalten, ist aber gefühlt performanter als mein altes EeePC 901 Netbook. Und hat bislang noch alle Anforderungen (abgesehen vom Gaming) erfüllt.

  • Jürgen Vielmeier

    13.07.13 (09:37:14)

    Dass die Idee nicht neu ist, weiß ich, wollte ich auch nicht behauptet haben. ;) Es geht mir hier nur um einen eigenen Test, der vielleicht weitere Menschen auf die Idee bringen kann, das auch einmal zu versuchen. Dass ich nicht der erste bin, der das testet, ist mir klar. Das Motorola Lapdock ist eine Sache, die m.E. viel zu schlecht vermarktet und zu teuer verkauft wurde. Ich fand das Konzept damals sehr interessant, aber Motorola hat hier sehr schnell aufgegeben. Stell dir jetzt das ganze noch mit einem Snapdragon 800 im Smartphone vor. Ich glaube, die Idee sollten einige Hersteller wiederbeleben.

  • Alex

    13.07.13 (10:05:55)

    Moin Chris! Danke für die ausführliche Antwort! Nutzt Du kabellose Maus und Tastatur? Bei mir funktioniert halt kein einzige Logitech Empfänger von denen die ich habe. Der Tipp mit der App ist klasse! Danke! Sobald ich das hier am laufen habe, werde ich mir das mal angucken :-)

  • AlphaOrb

    14.07.13 (09:45:46)

    War bestimmt unglaublich befriedigend, extra zu erwähnen, dass du nicht dein "Notebook" ersetzt, sondern dein MacBook, und das dann nicht auch mit einer "eingebauten Webcam" sondern mit der deines neuen MacBook Air.. uhhh...

  • Jürgen Vielmeier

    15.07.13 (07:10:41)

    Nicht sonderlich, nein.

  • XebMan

    15.07.13 (10:12:53)

    Gute Idee, mich wundert es so wie so, dass noch keiner auf die Idee gekommen ist ein AndroidDesktopPC in Form zB. USB Stick mit "normalen" VGA Anschluss, viele haben noch Monitore mit VGA Anschluss rumstehen, auf den Markt zu bringen.

  • severin

    15.07.13 (13:37:44)

    öhm... http://www.der-englisch-blog.de/2009/08/07/last-but-not-least/

  • MikeMacTide

    17.07.13 (10:00:43)

    Haha! Leute haben Probleme! Echt ohne Worte...

  • Alex L.

    30.07.13 (13:47:44)

    Wie sieht s denn aus? Gibt s schon n update, oder hast du das Projekt abgebrochen? Bin gespannt!

  • Jürgen Vielmeier

    30.07.13 (15:14:50)

    Update kommt, aber das Experiment verläuft etwas anders als erwartet. Sorry, komme hier im Tagesgeschäft kaum mal zu einem Video, aber ich halte mich ran!

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