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16.08.13

Der Test (2/2): Android als Desktop-Betriebssystem

Mit ein paar Handgriffen lassen sich Tastatur und Maus mit einem Smartphone koppeln und Android wird zu einem Desktop-Betriebssystem. Im Test bei uns zeigt sich aber: Noch ist das System nicht so weit, auch wenn nicht mehr viel bis dahin fehlt.

Mit einem externen Monitor wird aus einem Android-Smartphone ein Desktop-PC.

Ich sagte es bereits im ersten Teil unseres kleinen Tests und ich wiederhole es hier gerne: Google hält alle Trümpfe in der Hand, um aus der mauen Nachfrage nach Windows 8 Kapital zu schlagen. Ein paar Verbesserungen noch und Android wäre ein gutes Betriebssystem, das sich auch für Desktops eignet.

Wir haben den Test mit einem Android-Smartphone gemacht, Tastatur und Maus daran angeschlossen und einen größeren Bildschirm verwendet. Was im Prinzip funktioniert, hat allerdings in der Praxis so seine Tücken: eine zu geringe Auflösung und die traurige Erkenntnis, dass ohne WLAN einfach gar nichts geht.

Ein einzelnes Detail verdirbt den Test

An dieser Stelle bin ich ein wenig ernüchtert. Dies sollte eigentlich ein mehrteiliger Test werden, aber hier ist schon Schluss. Der simple Grund: Unser "Test-PC", das Smartphone Xperia Z von Sony verstand sich zwar sehr gut mit der gekoppelten Bluetooth-Tastatur und vor allem der -Maus. Es sah allerdings nicht ein, gleichzeitig eine stabile Datenverbindung herzustellen. Sowohl WLAN als auch eine mobile Datenverbindung kamen so gut wie nicht zustande, wenn ich gleichzeitig mit Tastatur und Maus arbeiten wollte. Und das machte einen weiteren Test unmöglich.

Hier zeigt sich direkt das Hauptproblem eines solchen Tests: Schon wenn ein wichtiges Detail fehlt, lässt sich mit einem System nicht mehr arbeiten. In meinem Falle war es eben die Datenverbindung. Genauso hätte ich den Test abbrechen müssen, wenn das System keine Bluetooth-Tastatur erkannt hätte, die ich hätte verwenden wollen. Die einfache Erkenntnis: Zu einem Desktop-System gehört eben mehr als nur ein buntes System. Es bedarf aller funktionierender Komponenten. Fehlt eine, ist Schluss. Meine Eindrücke habe ich für euch in einem Video festgehalten:

www.youtube.com/watch

Dass ich hier abbrechen muss, ist schade, denn die Möglichkeiten gefielen mir. Auch wenn Android natürlich in erster Linie für Smartphones und Tablets ausgelegt ist, lässt sich im Prinzip damit arbeiten wie mit einem Desktop. Statt Dock oder Taskleiste finden sich die wichtigsten Apps und Steuer-Buttons rechts. Zwei davon reichen im Prinzip: Mit der Home-Taste findet man von allen Punkten sofort ins Hauptmenü zurück und mit einem Klick auf das Multitasking-Icon öffnet man im Handumdrehen alle wichtigen Apps.

Auch Tabbed Browsing, das natürlich auf dem Smartphone etwas anders funktioniert als auf dem Laptop, klappt mit der Maus recht gut. Allerdings bedarf es hier einiger Klicks mehr als im Chrome oder Firefox auf dem Laptop. Das Arbeiten hiermit wäre insgesamt ein klein wenig mühseliger.

WhatsAppen mit der Tastatur, Telefonieren mit dem PC

Besonders gefielen mir zwei andere Spielereien: WhatsApp endlich einmal mit einem großen, physischen Keyboard bedienen, was Vielschreibern wie mir enorm Zeit spart. Und: Telefonieren mit dem Quasi-PC. Das Mikrofon funktioniert ja trotzdem, und ein Lautsprecher wird einfach an die Klinke angeschlossen. Kein externes Telefon mehr notwendig.

Ein wenig mehr bedarf es also noch: einer besseren Unterstützung für Eingabe-/Ausgabe-Geräte, einer höheren Auflösung für Zweitbildschirme, die ich mit einem MHL-Kabel an das Telefon anschließe (mein Bildschirm nutzte die hohe Auflösung des Xperia Z nicht ansatzweise aus) und eben einer stabilen Verbindung. Dann allerdings ließe sich ein Android-Smartphone auch als Desktop-PC verwenden. Mit einem Laptop arbeitet man immer noch schneller und besser, aber das Smartphone käme schon recht nah ran.

Ich gehe ja immer noch davon aus, dass Google diese Chance erkannt hat und mit Android 5.0 spätestens im nächsten Jahr eine offizielle Unterstützung für Laptops und Desktops anbieten wird. Microsoft hätte dann plötzlich ein Problem, und die Freude darüber dürfte sich Google eigentlich nicht entgehen lassen wollen. Wir werden sehen.

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