Hier finden Sie weitere Artikel aus der Themensammlung Technik

14.09.16

Smart Home

Amazon Echo: Neue Konkurrenz für Siri

Frank Müller

Amazon will in unsere Wohnzimmer und Büros: Der smarte Bluetooth-Lautsprecher Echo kommt bald nach Deutschland. Damit soll das sogenannte Hearable zum ständig mithörenden Assistenten werden.


Amazon Echo und Echo Dot (Bild: Amazon)

Amazon Echo und Echo Dot bieten Zugriff auf Alexa

Der Shop-Gigant bringt gleich zwei Geräte auf den Markt. Sie heißen Amazon Echo und Amazon Echo Dot. Der darin integrierte und lernende Sprachdienst hört auf den Namen Alexa - und das wortwörtlich. Die Geräte lauschen permanent auf das Aktivierungswort „Alexa“.

Sobald dieses Wort fällt, wird Echo oder Echo Dot aktiviert, der Lichtring leuchtet blau auf und das Gerät streamt die aufgenommene Frage oder den Auftrag in die Cloud. Über die Amazon Web Services wird die Anfrage dann bearbeitet. Die Beispielfragen, die Amazon auf seiner Produktseite abbildet, kennt man so ähnlich von Apples Speech Interpretation and Recognition Interface, kurz Siri.

  • „Alexa, weck mich morgen füh um 7 Uhr“
  • „Alexa, wie ist das Wetter in Berlin?“
  • „Alexa, spiele Katy Perry von Prime Music“

Das Mikrofon als Interface zum Internet

Amazon Echo verfügt über sieben Mikrofone mit Richtstrahltechnologie, Geräuschunterdrückung und Fernfeld-Spracherkennung, so dass man das Gerät auch von der anderen Seite des Raumes aus steuern können soll - sogar in lauter Umgebung oder wenn Musik läuft.

Amazon Echo kann laut Amazon Fragen beantworten, Hörbücher vorlesen, Nachrichten sowie Verkehrs- und Wetterinformationen liefern und über Sportergebnisse, Spielpläne und mehr informieren. Zusätzlich soll es möglich sein, über Amazon Echo oder Echo Dot smarte Lampen, Lichtschalter, Thermostate und mehr zu steuern. Als kompatible Geräte werden zum Beispiel WeMo von Belkin, Hue von Philips sowie Innogy und tado° genannt. Damit könnten die Echo-Produkte zur zentralen Schnittstelle für verschiedene Smart Home-Produkte werden.

Amazon Echo mit 360-Grad-Sound

Amazon Echo ist neben der Alexa-Schnittstelle auch als Bluetooth-Lautsprecher einsetzbar. Lieder von Amazon Music und Amazon Prime Music sowie Spotify und TuneIn können direkt abgespielt werden. Aber man kann auch Musik von anderen Geräten an den Bluetooth-Lautsprecher schicken. Zum Beispiel soll sich das Musiksystem Sonos ab Frühjahr 2017 über Amazon Echo bedienen lassen. Das kleinere und günstigere Gerät Echo Dot ist laut Amazon dazu gedacht, den Cloud-Service Alexa in jedes Zimmer zu bringen. Aber auch darüber kann man Musik streamen.

Beide Geräte lassen sich selbstverständlich für den Amazon-Einkauf nutzen. Eine Eigenschaft, die man sicherheitshalber abstellen kann, wenn man zu Spontankäufen neigt.

Praktischer Diener oder Spitzel im eigenen Haus?

Amazon preist seinen Cloud-Service Alexa als lernfähig an: „Alexa … wird über die Cloud automatisch aktualisiert, lernt ständig dazu und erhält neue Funktionen und Skills. Je öfter Sie Echo benutzen, desto schneller lernt es Ihre Sprachgewohnheiten, Ihr Vokabular und Ihre persönlichen Präferenzen.“

Das ist einerseits toll, macht das Ganze andererseits auch ein bisschen gruselig. Möchte man Amazon wirklich all diese Daten anvertrauen? Schließlich weiß das Unternehmen anhand der Dinge, die wir uns auf Amazon ansehen oder kaufen, schon jetzt jede Menge.

Alexa soll zu einer Art Familienmitglied werden, bei dem man vergisst, dass es sich eigentlich um ein Gerät mit ständig aktiviertem Mikrofon und dauerhafter Internetverbindung handelt. Das Mikrofon lässt sich zwar ausschalten, aber dann kann man ja gleich zum Tablet oder Smartphone greifen und Siri bzw. Cortana befragen.

Sind Hearables die Zukunft?

Schon bei der ersten Vorstellung vor zwei Jahren fragten wir uns: Sind Hearables die Zukunft? Die Antwort auf diese Frage wird sich in den nächsten Monaten ergeben.

Dann zeigt sich, wie Amazon Echo und Amazon Dot in Deutschland ankommen. In den USA wurden die Geräte in den letzten zwei Jahren bereits millionenfach verkauft, auf Amazon.com sind mehr als 28.000 Bewertungen mit fünf Sternen für Amazon Echo zu finden.

Amazon Echo zum Start nur für ausgewählte Prime-Kunden

Amazon-Prime-Kunden, die kurz nach der Ankündigung am 14. September eine Einladung angefordert haben und ausgewählt werden, erhalten 50 Euro Rabatt auf Amazon Echo. Der große mitdenkende Lautsprecher kostet regulär 180 Euro, der kleine Bruder Echo Dot kostet knapp 60 Euro.

Beide Geräte sollen am 26. Oktober 2016 erscheinen und in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich sein.

Schlagworte zu diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer