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31.08.11

alterdings: Palm Pilot Pro PDA (Teil 2)

Nachdem wir uns die Hardware in Erinnerung gerufen haben, schenken wir der unruhigen Firmengeschichte und den Mitstreitern Palms etwas Aufmerksamkeit.

Palm blickt auf eine wechselvolle Firmengeschichte zurück. Im Anfang hieß die Firma Palm Computing Incorporated, durch den ersten Flop eines Gerätes namens «Zoomer» gelang es Modemhersteller US Robotics, die Firma 1995 aufzukaufen. Die wiederum wurden 1997 von 3Com übernommen, so dass nun deren Firmenlogo auf den Geräten prangte. Wenig später spaltete sich 1998 ein Teil der Palm Pilot Entwickler ab und gründete eine eigene Firma namens Handspring, die durch innovative Erweiterungsmodule, die sogenannten Springboard-Module, PalmOS wieder in die Schlagzeilen brachten.

3Com lagerte in der Zwischenzeit die Palm Division aus und ließ sie 2000 als Palm Inc. an die Börse gehen. Handspring wuchs währenddessen zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten heran, auch weil deren Treo-Modelreihe optisch sehr gelungen war und kleine, aber feine Verbesserungen am System mitbrachte. Es kam, wie es kommen musste:2003 kaufte Palm Inc. Handspring mitsamt der alten Entwickler wieder ein und firmierte unter dem Namen palmOne. Unter dem Druck des Marktes, und auch weil man einige Trends verschlafen hatte, lagerte man die Entwicklung des Betriebssystems zu einer eigenen Firma PalmSource aus und lizensierte es dann wieder zurück an palmOne.

Als hätte man nicht schon genug gesehen, kaufte ACCESS 2005 PalmSource mit PalmOS auf und lizensierte es dann wiederum zurück an palmOne, die sich in diesem Moment wieder palm Inc. genannt hatten. Alles sehr verwirrend.. Schlussendlich kaufte im letzten Jahr Hewlett Packard Palm auf, als man mit dem letzten Versuch scheiterte, ein PalmOS-ähnliches System auf den Markt zu bringen - die Rede ist von WebOS.

Innovationen

Wirkliche Innovationen kamen eigentlich nie von Palm, sondern wurden von Konkurrenten eingeführt: Die Erhöhung der Auflösung von 160*160 auf 320*320 Pixel geschah bei Handspring und Sony. Der japanische Multimedia-Riese war es denn auch, der es als erster schaffte, einen MP3-Player in das OS zu quetschen und die bis dahin biedere Hardware für die Jugend schick zu machen. Viele behaupten, dies sei auch der Grund für den späteren Misserfolg Palms gewesen: Anstatt neue Funktionen hinzuzufügen, WLAN zu integrieren und sich den Wünschen der Kunden zu beugen, versuchte man bei Palm die bekannten und erfolgreichen Modelle beizubehalten.

Als das PalmOS Versionsnummer 5 erreichte, trat echtes Multitasking seinen Dienst an, und versaute vielen Kunden die Freude: Alte Programme liefen nur noch bedingt und in der Anfangszeit gehörten Systemabstürze zum Alltag, was die Freude und Verbreitung der Palm PDAs noch weiter drückte.

Fazit

Auch heute noch ist ein Palm PDA mit lächerlichen 33 MHz schneller zu bedienen und intuitiver als jedes auf dem Markt befindliche Smartphone mit GHz-Prozessor. Dabei gibt es durchaus auch 3D-Spiele und rechenintensive Apps für PalmOS. Vergleicht man das simple Konzept hinter dem Urvater der Smartphones mit aktuellen Geräten, wird klar: Optisch und funktionsmäßig haben wir einen Riesenschritt nach vorne getan, doch hinsichtlich Bedienungskomfort müssen wir uns heute mehr nach der Maschine richten, als es vor gut 16 Jahren mit dem ersten PDA der Fall war. Schade.

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