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01.12.13Leser-Kommentare

Airfy: Designer-Lampe ist ein WLAN-Hotspot und übernimmt die Störerhaftung

Airfy ist die bislang wohl hübscheste Lösung, um aus seinem Breitbandanschluss zu Hause einen Hotspot zu machen. Das Gerät sieht aus wie ein buntes Windrad und leuchtet, wenn Nachrichten eingehen. Und damit's schön bleibt, übernehmen die Münchner auch noch die Störerhaftung.

Hotspot und LED-Leuchte in einem: Airfy. Alle Bilder: Hersteller Hotspot und LED-Leuchte in einem: Airfy. Alle Bilder: Hersteller

Die Große Koalition hat angekündigt, die Störerhaftung abzuschaffen. Haften würde also nicht mehr der Anschlussinhaber, sondern der, der sich ins WLAN einwählt. Das wäre äußerst begrüßenswert, ist aber noch lange nicht in trockenen Tüchern. Und für den Fall, dass es doch nichts damit wird, hat Airfy eine Lösung.

Das Münchner Startup stellt einen Router zur Verfügung, der einen Plug-and-Play-Hotspot umfasst. Airfy tritt als Provider auf und übernimmt die Haftung. Und das ist nur einer der vielen Funktionen der Routerserie, die im Design bunter Schreibtischleuchten daherkommt. Hierfür wirbt das Startup seit diesem Wochenende auf Indiegogo um Finanzierung.

 

Mit WLAN-N für rund 100 Euro

Technisch gesehen ist der Airfy eigentlich nicht mehr als ein WLAN-Router mit ein paar Extras. Er übernimmt eine ähnliche Funktion wie der Fonera der offenen WLAN-Community Fon. Airfy kann allerdings mehr: Die integrierten LED-Leuchten lassen sich mit Hilfe einer App konfigurieren und über eine IFTTT-Schnittstelle automatisieren. Damit ließe sich der Airfy auch als Nachttischlampe oder als Nachrichtenzentrale für eingehende Mails oder Benachrichtungen aus Social Networks verwenden. Trifft etwa eine neue Facebook-Nachricht ein, leuchtet ein Bereich der Lampe.

Programmierbare LEDs Programmierbare LEDs

Die Einrichtung des Hotspots soll nur wenige Sekunden dauern: Der Airfy wird an den mitgelieferten Standard-Router des Herstellers gesteckt und fertig. Wer sich nun in das Netzwerk einwählen will, erhält einmalig ein Passwort und wird fortan automatisch erkannt. Der Airfy steht in zwei Typen mit WLAN N oder WLAN AC zur Verfügung.

Der Preis für den Airfy mit WLAN N beträgt im Early-Bird-Special 165 US-Dollar inklusive Steuern und Versand. Das sind zusammen rund 120 Euro. Regulär soll der Airfy WLAN N 201 Dollar inklusive Versand kosten, umgerechnet knapp 150 Euro. Die Airfy-Version mit dem schnelleren WLAN-Standard AC kostet 368 US-Dollar (271 Euro) inklusive Steuern und Versand. In einem Video stellt Gründer Steffen Siewert Airfy vor:

vimeo.com/80417551

Interessantes Experiment: Beacon

Zusätzlich zu den drei WLAN-Routern stellt Airfy noch ein interessantes, viertes Produkt vor: den Beacon. Das ist eine Art Bluetooth-Server, der sich frei konfigurieren lässt, um sich etwa bei Personen in der näheren Umgebung mit Push-Nachrichten zu melden. Der Beacon funktioniert mit Bluetooth 4.0 Low Energy, ist batteriebetrieben und soll rund 50 Meter weit reichen. Hierfür verlangt Airfy 58 US-Dollar inklusive Steuern und Versand (rund 43 Euro).

Airfy Beacon (Rendering) Airfy Beacon (Rendering)

Und als wäre das noch nicht genug, stellt Airfy für alle Geräte auch eine Mobile-Payment-Lösung bereit. Innerhalb des Netzwerks und über einen Airfy-Account lassen sich Waren per App bezahlen. Abgerechnet wird über Airfy. Die Lösung dürfte vor allem für Geschäfte interessant sein.

Einfall im Fastfood-Restaurant

Alle Geräte und Services zusammen sind Teil Indiegogo-Aktion, die bis zum 15. Januar läuft. 100.000 US-Dollar will das Startup damit sammeln, was machbar klingt.

Airfy-Gründer Steffen Siewert Airfy-Gründer Steffen Siewert

Die Idee zu dem Projekt kam Gründer Steffen Siewert nach eigenen Angaben vor einigen Jahren, als er mit Kollegen in einem Fast-Food-Restaurant saß, sich über den dort angebotenen, kommerziellen Hotspot nur sehr mühsam und für viel Geld verbinden konnte. Mit einem attraktiven Router, so die Idee, würde es Unternehmen und Privatpersonen viel mehr Spaß machen, einen eigenen Hotspot anzubieten. Zumal die Nutzung dann kostenlos wäre. Nutzer könnten an dem bunten Gerät erkennen, ob eine Lokalität WLAN anbietet, und Router wären endlich nicht mehr hässlich. Die Idee gefällt, auch wenn die einzelnen Router nicht unbedingt zum Schleuderpreis zu haben sind.

Airfy-Projektseite auf Indiegogo, Airfy-Website.

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Kommentare

  • Luki

    02.12.13 (13:45:48)

    Toll! Das ist doch die kostenlose Alternative zum viel zu teuren und beschränkt verfügbaren LTE. Ähnliche Projekte wie http://www.shareair.net oder http://www.fon.com beweisen, dass ein solches Projekt mit einbezug von privaten Anschlüssen auch funktioniert.

  • Horst

    02.02.14 (14:03:53)

    Das Ganze gibts auch noch ein Stück weiter gedacht, aber weniger schick - und nicht kommerziell. www.freifunk.net

  • Steven Rogers

    11.01.15 (17:53:52)

    ACHTUNG !!! vor Airfy!!! Alle Details findet ihr hier: http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Das-passiert-auch-hierzulande-siehe-airfy-com-vormals-Saxnet-GmbH/forum-290457/msg-26323650/read/

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