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15.10.14

Air Umbrella: Ein Regenschirm ohne Schirm, der das Wasser wegpustet

Was wie ein Aprilscherz klingt, ist ernst gemeint: Chinesische Erfinder haben einen Regenschirm konzipiert, der mit Luftdruck für einen trockenen Körper sorgen soll. Trotz ein paar Mängeln findet das Konzept viel Zuspruch.

Air Umbrella (Bild: Kickstarter, Chuan Wang ) Air Umbrella (Bild: Kickstarter, Chuan Wang )

 

Wenn man den Namen “Bejing University of Aeronautics and Austronautics” hört, dann denkt man logischerweise an die Erforschung des Weltraums. Oder an die Konstruktion von Raumschiffen und Raketen. Doch die Studenten der chinesischen Hochschule beschäftigen sich auch mit ganz irdischen Dingen. So haben sie unter anderem am Air Umbrella mitgewirkt. Seit 2012 wird an ihm gearbeitet – nun hat er seinen Weg auf Kickstarter gefunden.

Beim Air Umbrella handelt es sich um einen Regenschirm ohne Schirm. Stattdessen hält man eine Art Stab in der Hand, an dessen oberen Ende ein starker Luftstrahl ausströmt, der das Wasser wegpustet. Quasi ein Regen-Ventilator.

Kollektion mit unterschiedlichen Typen

Vom Air Umbrella soll es verschiedene Modelle geben. Da wäre zum einen der sogenannte Air Umbrella A für Frauen. Er ist 500 Gramm schwer, 30 Zentimeter lang und nicht ausziehbar. Der Akku hält nur 15 Minuten durch.

Das Standard-Modell, Air Umbrella B, wird nach derzeitigen Planungen rund 800 Gramm schwer. Er misst 50 Zentimeter, die Batterie könnte eine halbe Stunde durchhalten. Die C-Version des Schirms entspricht in etwa der B-Fassung. Mit den Unterschieden, dass dieser Regenabweiser auf eine Länge von 80 Zentimetern ausziehbar sein soll und 50 Gramm mehr wiegt.

Funktioniert’s?

Bis zum Juli 2015 wollen die Chinesen noch den Air Umbrella optimieren, danach soll die Serienproduktion beginnen. Wie der außergewöhnliche Regenschirm im Einsatz aussieht, wird in diesem Produktvideo kurz gezeigt:

Im September nächsten Jahres könnten die ersten der Luftgebläse-Regenschirme vom Band rollen, eine Auslieferung an die Unterstützer wird für Dezember angepeilt.

Wenn das Produkt nicht erfolgreich produziert werden kann, sollen laut den Erfindern alle Backer ihr Geld spätestens bis Ende Januar 2016 zurück erhalten.

Nicht gerade billig

Obwohl es also noch einige Zeit dauern wird, bis man einen Air Umbrella theoretisch in den Händen halten kann, findet die Idee großen Anklang. Die Mindestsumme von 10.000 US-Dollar (umgerechnet 7.900 Euro) wurde überschritten, aktuell liegt die gesammelte Summe bei über 30.000 Dollar.

Aufgrund diesen Erfolgs hat sich auch der Preis des innovativ erscheinenden Schirm erhöht. Hätte man gleich am Anfang sein Geld für die Idee gegeben, wären dafür 88 Dollar (zirka 70 Euro) fällig geworden. Mittlerweile muss man zwischen 120 und 130 Dollar auf den Tisch legen – plus 15 Dollar Versandkosten.

Mich überzeugt er nicht

Die Vorteile des Air Umbrella liegen auf der Hand: Das bei manchen Schirm-Modellen - gerade den billigen - mühsame auf- und zuklappen fällt hier weg. Knopf gedrückt – los geht’s.

Auch die Gefahr, dass man anderen Menschen mit den spitzen Enden verletzt, wird hier gebannt. Dafür gibt es einen neuen Nachteil: Man „beschießt“ die umgebenden Passanten mit Regenwasser.

Ein weiteres Manko ist die extrem magere Laufzeit von nur 15 bzw. 30 Minuten. Für einen Spaziergang im Regen ist das zu kurz. Und wenn man seinen Schirm selten nutzt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man mit einer deutlich entladenen Schirm-Batterie auf die Straße geht.

Wer trotz dieser Nachteile Gefallen an dem Regenschirm findet, kann auf Kickstarter sein Geld für den Air Umbrella geben.

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