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19.06.15

Aiptek PocketCinema A100W: Der flexible Pico-Projektor im Praxistest

Mit dem PocketCinema A100W hat Aiptek einen kleinen Projektor am Start, der vor allem eines ist: sehr flexibel. Der Praxistest.

Was taugt der kleine Beamer? (Foto: Sven Wernicke) Was taugt der kleine Beamer? (Foto: Sven Wernicke)

Tatsächlich gibt sich der Pico-Beamer überaus vielseitig bei seinen Anschlüssen. HDMI gehört natürlich zu einer Selbstverständlichkeit heutzutage, für manche interessanter sind sicherlich Airplay, Miracast, MHL und WLAN. Und mobil ist der kleine Kerl dank Akku ebenfalls.

 

Erster Eindruck

Ein Teil des Glückgefühls nach dem Erwerb macht heutzutage auch die Verpackung aus. Und hier ist der Aiptek PocketCinema A100W keine Enttäuschung. In der ansprechenden Hülle gelangt man schnell zum neuen Objekt der Begierde, das durch ein niedriges Gewicht, dem Klavierlack-Plastik und dem typischen China-Geruch auffällt. Ansonsten liegen eine Schnellstart-Anleitung, ein ausführliches Handbuch und ein paar Kabel (HDMI, MHL-Kabel) sowie das nötige Netzteil bei. Das genügt vollkommen. Wer Apple-Geräte oder Samsung-Smartphones mit dem Beamer via Kabel zusammenbringen möchte, muss diese separat erwerben.

Das ist drin. (Foto: Sven Wernicke) Das ist drin. (Foto: Sven Wernicke)

Die erste Verwendung muss übrigens verschoben werden, zu Beginn sollte der Akku acht Stunden aufgeladen werden. Danach geht’s im regulären Gebrauch schneller, rund vier Stunden dauert es, bis die 2000 mAh starke Batterie aufgeladen ist. Sie hält im besten Fall bis zu zwei Stunden, was ich in meinen Tests nicht ganz schaffte. Das ist sicher auch von der eingestellten Helligkeit sowie der Art der Verbindung zu den Geräten abhängig. Durch WIFI/Airplay/Miracast leert sich der Akku etwas schneller, als vom Hersteller angegeben. Nachvollziehbar ist es trotzdem und durchaus in Ordnung. Im Zweifelsfall kann man das Netzeil im laufenden Betrieb einstecken. Gleichzeitiger Betrieb und Aufladen des Akkus – das ist nicht vorgesehen.

Was mir gut am Aiptek PocketCinema A100W gefällt, das ist die Einsteigerfreundlichkeit. Jeder dürfte den Power-Knopf am Gehäuserand finden, mit dem Drehrad auf der Vorderseite stellt man die Schärfe ein. Regulär zeigt der Beamer die nötigen Schritte an, um Inhalte von einem mobilen Gerät oder stationären Rechner zu übertragen. Im zehnseitigen WIFI Connection Guide und im Handbuch werden Schritt für Schritt erläutert, wie das favorisierte Device mit dem Projektor zusammen gebracht oder eine schnurlose Verbindung hergestellt wird.

Im Alltag

Ich hätte gar nicht geglaubt, dass ich PocketCinema A100W in so vielen Bereichen verwenden würde. Zuerst dachte ich daran, ein Mobile Game auf dem Beamer zu spielen, doch schnell offenbarten sich weitere Einsatzgebiete. Eine kleine Fotoshow mit den geschossenen Schnappschüssen kann man sich im Bett am Abend noch an der Decke angucken. Bei einer kleinen Präsentation eines meiner Kunden kam das gute Stück zum Einsatz. Ich experimentierte etwas mit meinem Fire TV und zockte ein Spiel von der PS4 auf dem Beamer. Airplay Mirroring (iPhone 5) und Miracast (mit einem Cat Helix) versuchte ich natürlich auch. Und letztlich zeigten sich allerlei Vorzüge und Nachteile des Pico-Beamers. Die integrierten Lautsprecher beispielsweise sind höchstens als eine Notlösung anzusehen. Besser ist es, man wählt den Audio-Ausgang zu Kopfhörern oder einer HIFI-Anlage, hier steht ein 3,5mm-Klinkenanschluss zur Verfügung.

Anschlüsse auf der Rückseite. (Foto: Sven Wernicke) Anschlüsse auf der Rückseite. (Foto: Sven Wernicke)

Entscheidender ist, dass Miracast und Airplay Mirroring zwangsläufig nicht die beste Bildqualität erzeugen, manche Apps lassen projiziert sogar Grafikfehler entstehen. Von der gravierenden Latenz ganz abgesehen – für rasante Spiele eignet sich das also nicht. Für Bilder, ggf. mal ein Video oder auch das Streamen ist das vollkommen ausreichend, sofern die Verbindung stabil bleibt. Gerade bei Miracast hatte ich häufiger Schwierigkeiten – und das, obwohl der PocketCinema A100W ja eine eigene WIFI-Verbindung herstellt. Das Übertragen von Youtube-Videos von der iOS-App zum Projektor wollte bei mir gar nicht klappen. Recht gut wiederum funktioniert die Wireless-Verbindung von einem Rechner (Windows 7 und Windows 8 ausprobiert) mit EZCast, unter Android stürzte die App gelegentlich ab. Das ist weniger schön.

Generell stellte ich fest, dass man mit einer Kabel-Verbindung (HDMI, MHL) sehr viel unkomplizierter Inhalte an die Wand projizieren kann. Schnurlos funktioniert es weitgehend, ist aber nicht wirklich bequem. Das ist etwas ernüchternd, eben weil Aiptek sein Gadget mit genau diesen Funktionen bewirbt. Während meiner Testphase erschien für den A100W bereits ein erstes Firmware-Update, das automatisch geladen und installiert wurde. Es besteht also die Hoffnung, dass sich bezogen auf den Komfort und die Stabilität noch einiges zum Positiven wendet.

Weitere Funktionen

Durchaus sinnvoll ist übrigens der HDMI-Ausgang. Sozusagen schleift man das Video-Signal durch den Beamer wieder zum HDTV. Der Vorteil hierbei: Ihr könnt wie Airplay und Co. Inhalte so auf den Fernseher bringen, zum Beispiel auf ein altes TV-Gerät ohne Smart TV-Elemente. Der USB-Port dient (leider nur) einem Zweck: Smartphones und andere Geräte dürfen hier aufgeladen werden. Diese zwacken sich dann etwas vom 2000 mAh Akku ab, PocketCinema A100W ist also eine PowerBank. Nur im Vergleich zu anderen, vielleicht besser ausgestatteten Alternativen erzeugt der Beamer ein nicht gerade niedriges Betriebsgeräusch durch den verbauten Lüfter, der die Hardware mit den RGB-LEDs kühlt. Die Lautstärke ist hinnehmbar, vor allem wenn das Gerät eins, zwei Meter entfernt platziert wird. Das macht ohnehin Sinn, bei einem Abstand von bis zu 4,25m ergibt sich eine Diagonale von 167 Zoll. Praktischer sind geringere Reichweiten (ab 50cm – entspricht 20 Zoll), zumal der A100W ohnehin „nur“ über eine WVGA-Auflösung (854 x 480 Pixel, 16:9) verfügt und man natürlich den Unterschied zu einem Full-HD-Beamer feststellt. Bei Entfernungen um die ein, zwei Meter und bei hoch eingestelltem Kontrast (zur Wahl stehen Normal, Enhanced und Eco) ist die Qualität dennoch sehr gut und für den normalen Gebrauch völlig ausreichend.

Fazit: Alltagstauglich

Alles in allem ist der Aiptek PocketCinema A100W mit seinen 120 Lumen absolut alltagstauglich. Das optisch solide Gerät wird sogar mit einer kleinen Tasche ausgeliefert, sodass er auf Wunsch immer dabei ist. Am besten gefällt er mir bei kleinen Präsentationen – egal ob für die Arbeit oder privat (Bilder, Videos etc.). Und wenn der Beamer über ein Kabel mit dem mobilen Gerät oder dem PC verbunden ist. Auch bei einem Streaming-Player oder bei einer Konsole leistet der schmale Projektor ordentliche Arbeit, die für die Preisklasse (350 Euro) und in Anbetracht der möglichen Auflösung voll in Ordnung geht. Mit der schnurlosen Verbindung über Airplay, Miracast bzw. WIFI bin ich nicht glücklich, hier gibt’s häufiger mal Schwierigkeiten, App-Abstürze oder gar Probleme beim Verwenden von Apps (Youtube unter iOS). In diesem Bereich würde ich mir noch einige Verbesserungen wünschen.

Die Verpackung. (Foto: Sven Wernicke) Die Verpackung. (Foto: Sven Wernicke)

Wer vorrangig über Kabel Inhalte spontan und schnell bzw. unterwegs an Wände bringen möchte, erhält mit dem A100W ein sonst stimmiges Produkt, das im Notfall sogar eine externe Stromquelle sein kann.

Weitere Details finden sich auf der offiziellen Webseite .

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