Pebble Smartwatch: Modelle, Historie und mehr

Pebble Smartwatches (Bild: Fotolia.com)
Pebble Smartwatches (Bild: Fotolia.com)

Wenn über Smartwatches geredet wird, dann fällt meist zuerst der Name Apple Watch. Aber auch von der Pebble bzw. Pebble Watch hört man immer mehr. Kein Wunder: Die Uhr stammt von einem „Underdog“, der über einem ungewöhnlichen Weg auf sich aufmerksam machte und damit extrem erfolgreich wurde.

Start der Pebble Watch

Hinter den Smartwatches der Pebble-Reihe steckt das eher unbekannte Unternehmen Pebble Technology Corporation aus Redwood City (USA). Das wurde innerhalb weniger Wochen weltweit bekannt. Der Grund dafür ist die erste Pebble Watch.

Das Konzept für die Smartwatch wurde im April 2012 auf der Crowdfunding-Seite Kickstarter.com vorgestellt. Die Entwickler benötigten mindestens 100.000 US-Dollar, um ihre Idee umzusetzen. Am darauf folgenden 18. Mai wurde die Schwarmfinanzierung beendet. Das Ergebnis: Über 10 Millionen Dollar gingen ein, wodurch die Pebble zum erfolgreichsten Kickstarter-Projekt des Jahres wurde. Der gigantische Erfolg sorgte für einen medialen Hype, wodurch rund um den Globus über die Company und ihr Wearable berichtet wurde.

Erfolgreiche Verkäufe

Aufgrund der extrem großen Nachfrage konnte der Starttermin der Pebble Watch nicht gehalten werden. Der Versand begann erst Ende Januar 2013.

Bei der Einfuhr nach Deutschland gab es mit dem Zoll ein paar Probleme, die aber bald gelöst wurde. Seitdem ist die Smartwatch ohne Probleme verfügbar. Sie ist über die Webseite, aber auch über große Onlineshops wie Amazon erhältlich.

Der Hype um die erste Pebble Watch war nachhaltig. So war sie beispielsweise bei der amerikanischen Supermarkt-Kette Best Buy innerhalb von fünf Tagen ausverkauft. Ende 2014 wurden über eine Million Pebble weltweit ausgeliefert.

Pebble Modelle

Ein Jahr nach der ersten Pebble Watch (mittlerweile in Pebble Classic umbenannt) erschien das indirekte Nachfolger-Modell namens Pebble Steel. Das bietet unter anderem ein metallisches Gehäuse, ein kratzsicheres Display mit Gorilla Glas und stählerne Knöpfe.

Im Februar 2015 kündigte Pebble die zweite Generation der Pebble Watch an: die Pebble Time. Auch diese wurde über Kickstarter angekündigt und finanziert. Das Crowdfunding-Projekt entwickelte sich ebenso zum Erfolg: Statt der benötigten 500.000 US-Dollar kamen durch rund 78.500 Unterstützer knapp 20,4 Millionen Dollar zusammen.

Die „Pebble Watch 2“ gibt es mittlerweile in verschiedenen Ausführungen: Als Pebble Time mit Plastikgehäuse, als Pebble Time Steel mit Metallgehäuse und als Pebble Time Round, die ein rundes Display besitzt.

Pebble Hardware

Im Gegensatz zu vielen anderen Smartwatches müssen die Pebble-Modelle nicht schon nach ein oder zwei Tagen an die Steckdose. In der Regel hält der 130mAh-Akku rund eine Woche durch.

Diese Langlebigkeit der fest verbauten Batterie beruht unter anderem auf der speziellen Art des Displays: Hier kommt keine OLED-Bidlschirm, sondern die E-Paper-Technologie zum Einsatz. Die ist vergleichbar mit dem E-Ink-Verfahren von eBook-Readern. Dadurch sind zwar schnelle Animationen schwer möglich, dafür benötigt das Display sehr wenig Strom.

Zudem besitzen die Pebble Classic wie auch die Pebble Steel nur ein Schwarz-Weiß-Display mit einer geringen Auflösung von lediglich 144x168 Pixel.  Hierdurch wirkt die smarte Uhr etwas wie eine Digitaluhr aus den 1990er-Jahren. Die Pebble Time bietet dagegen ein Farbdisplay, aber auch das fällt stromsparend aus.

Um alle Funktionen der Pebble-Uhren nutzen zu können, müssen sie mit einem Smartphone verbunden werden. Unterstützt werden iOS (iPhone) und Android. Die Verbindung erfolgt mittels Bluetooth 2.1 oder Bluetooth LE (Low Energy).

Die Smartwatches verfügen über vier Knöpfe zur Bedienung, einen Beschleunigungssensor, einen Magnetometer und einen Umgebungslichtsensor. Das Gewicht der smarten Uhren liegt zwischen 38 Gramm (Pebble Classic) und 56 Gramm (Pebble Steel).

Das Betriebssystem

Die Pebble-Uhren basieren nicht auf einem gängigen Betriebssystem wie Android oder iOS, sondern auf Pebble OS. Dahinter steckt eine abgewandelte Fassung von FreeRTOS, das recht einfach aufgebaut ist.

Wie alle Smartwatches gibt es für die Pebble eigene Apps, die über den entsprechenden App Store heruntergeladen und auf der Uhr installiert werden können. Der Upload der Apps erfolgt über die offizielle Pebble-App auf dem Smartphone.

Da die Apps maximal 100 Kilobyte (0,1 MB) groß sein dürfen, geht der Download und Upload schnell vonstatten. In der ursprünglichen Version von Pebble OS konnten maximal acht Apps abgelegt werden. Durch die Veröffentlichung des neuen Systems Pebble Timeline wurde diese Grenze aufgehoben.

Funktionen und Pebble-Apps

Dank der sogenannten Watchfaces, das sind frei erhältlichen Designs zum Herunterladen, kann die Uhrzeit und das Datum in verschiedener Art und Weise angezeigt werden. Es gibt unter anderem klassische Zeiger wie auch verspielte Textanzeigen zur Auswahl.

Die Pebble zeigt zudem das aktuelle Wetter, Termine, Nachrichten (z.B. SMS, Whatsapp oder Facebook), Aktienkurse wie auch Nachrichten an. Für viele Anwendungen werden Companion-Apps benötigt. Das heißt, neben der Pebble-App müssen weitere Anwendungen auf dem Smartphone installiert werden, um die benötigten Daten auszuwerten und sie per Bluetooth an die Smartwatch zu senden.

Alle Pebble-Modelle sind als Fitness-Tracker nutzbar. Über den eingebauten Bewegungssensor sowie den GPS-Empfänger des Smartphones können Schritte, Strecken oder Schlafzeiten aufgezeichnet und ausgewertet werden.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an anderen Anwendungen, wozu auch spezielle Pebble Watch Games gehören. Hierbei handelt es sich um simple Spiele-Apps, beispielsweise Adaptionen von „Flappy Bird“ oder „Tetris“.

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