15.03.12 07:05, von Simone Janson

Zukunftstrend UnWork - Teil 2: Vier Schritte zum Traumjob?

Meistens wissen wir, was wir nicht wollen. Häufig ist das aber wenig hilfreich, wenn es darum geht, sich neu zu orientieren. Vier Hinweise für den Weg zum neuen «Lebens-Design».


Im ersten Beitrag dieser kleinen Serie habe ich über den UnWork-Trend aus den USA geschrieben – und über Leute, die ihre Leidenschaft bereits zum Beruf gemacht haben. Die erkannt haben, dass es weniger auf ein dickes Gehalt als auf die Zufriedenheit ankommt. Dass Sicherheit auch einengen kann. Dass heute nur erfolgreich ist, wer auch mit ganzem Herzen dabei ist. Und dass nicht der perfekte Lebensplan zählt, sondern die persönliche Leidenschaft und die Fähigkeit, sich auch flexibel auf neue Begebenheiten einzustellen. Doch wie genau stellt man das an? Dazu liefert die Amerikanerin Hailey Rene in ihrem Blog UnWorkaholic eine Schritt-für-Schritt Anleitung, die ich nachfolgend kurz vorstellen und kommentieren möchte.

Schritt 1: Kontrolliere dein Leben!


Das klingt einfach, schließlich ist es das, was wir alle wollen. Tatsächlich aber, wie Paddy schon richtig schreibt, haben wir jedoch nicht alle die Kontrolle darüber, sondern lassen es uns von anderen vorschreiben. Das zu ändern, darum geht es. Denn wer sein Leben im Griff hat, der kann auch leichter Änderungen vornehmen. Und dafür müssen wir zunächst ganz ehrlich zu uns selbst sein und herausfinden, wo wir stehen. Man muss, wie Hailey richtig schreibt eine ehrliche Bestandsaufnahme seines Lebens in allen Bereichen machen.

Schritt 2: Designe dein Leben

Das ist vielleicht der lustigste Schritt. Sich Zeit zum Träumen nehmen: Wie will man wirklich leben? Welche Träume hatte man als Kind, die man sich jetzt erfüllen will? Reisen? Einem Hobby nachgehen? Familie? Sich ehrenamtlich betätigen?

Eine gute Übung dabei ist meiner Meinung nach, sich vorzustellen, was man tun könnte, wenn man genug Geld hätte. Und wenn man nicht scheitern könnte. In diesem Schritt geht es nicht ums «Ja, aber» und nicht um Realismus, sondern um das Sammeln guter Ideen für das eigene Lebens-Design. Allerdings sollte man eines bedenken, was in der ganzen «Verwirkliche-dich-Selbst»-Literatur gerne übersehen wird: Vielleicht lebt man ja bereits das Leben seiner Träume, findet Erfüllung in seinem Job und seiner Familie. Warum sollte man das dann ändern? Denn: Komplette Zufriedenheit wird man nie erreichen und sie ist auch nicht erstrebenswert.

Schritt 3: Sorge für die Finanzierung


Jetzt kommt das «aber»! Jetzt geht es darum, seine – vielleicht verrückten – Ideen zu finanzieren. Und das ist, wie Hayle richtig schreibt, der Teil, bei dem die meisten Leute scheitern. Das Ziel ist, herauszufinden, wie man das Geld zur Verwirklichungen seiner Ideen aufbringt. Hailey Vorschläge gehen alle in Richtung Teilzeit arbeiten – z.B. indem man irgendwas verkauft oder online macht – und damit mehr Zeit für die eigenen Interessen zu haben. Das halte ich gelinde gesagt für schwierig: Auch in jedem noch so einfach Job wird heute voller Einsatz verlangt und es gibt Stress, den man abends mit nach Hause bringt. Das, was uns wirklich interessiert, nur in unserer Freizeit zu machen, werden wir uns in Zukunft schlicht immer weniger leisten können.

Was ich für sinnvoller halte: Die eigenen Ideen zu versuchen, mit der Realität in Einklang zu bringen. Dabei vielleicht nicht gleich die ganz große Lebensveränderung im Kopf haben, sondern in kleinen Schritten zum Erfolg gehen. Sich verkaufen – was leider ja oft negativ klingt – also andere, potentielle Arbeit- oder Auftraggeber von den eigenen Ideen überzeugen, was nur gelingt, wenn man auch hinter seinen Ideen steht. Und dann so allmählich das eigene Leben seinen Wünschen anpassen.

Schritt 4: Lebe dein Leben!


Der letzte Schritt ist laut Hailey der beste. Aber nicht der einfachste. Denn nun geht es darum, seine Pläne auch wirklich umzusetzen. Und sein leben dabei interessant zu halten – d.h., sich nicht von Unkenrufen à la «Kannst du davon Leben?» die Laune verderben zu lassen. Am Ball zu bleiben, das Ziel vor Augen, auch wenn es mal nicht so läuft. Aber wer hat auch gesagt, dass UnWork einfach ist?

» Zukunftstrend UnWork Teil 1: Traumjob statt malochen?

Bild: Frédéric Bisson bei flickr.com (CC BY 2.0)

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