01.03.13 06:15, von Patrick Mollet

Zensorium Tinké: Das iPhone wird zum medizinischen Messgerät

Zum Selbstmanagement gehören nicht nur Effizienz und Produktivität, sondern auch die Gesundheit. Immer mehr Apps und Gadgets buhlen um die Gunst der Quantified Self-Bewegung. Nachdem wir mit dem Fitibit One und der Moves App Tools getestet haben, welche die tägliche Bewegung tracken, beschäftigen wir uns diesmal mit dem Herz und der Atmung.


Von Zensorium kommt das Sensorgerät Tinké in Form eines Dongle für das iPhone, das mittels optischem Sensor Herzfrequenz, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung des Bluts und Herzfrequenz-Variabilität misst. Das Ziel des Geräts ist die Verbesserung der kardiorespiratorischen Fitness, also der Fähigkeit von Herz, Lunge und Organen, Sauerstoff zu konsumieren, zu transportieren und zu nutzen.

Messung von vier Parametern


Um den Grad der kardiorespiratorischen Fitness zu messen, verwendet Tinké folgende Parameter, die über einen optischen Sensor gemessen werden:

  • Herzfrequenz: Herzschläge pro Minute
  • Atemfrequenz: Atemzüge pro Minute
  • Sauerstoffsättigung des Blutes
  • Herzfrequenz-Variabilität

Berechnung des Vita- und Zen-Index


Aus den ersten drei Parametern errechnet Tinké einen «Vita-Index» auf einer Skala von 0-99 Punkten. Die Herz- und Atemfrequenz sollten tendenziell tief sein, während die Sättigung des Bluts mit Sauerstoff idealerweise über 95% liegt. Die Herzfrequenz-Variabilität ist Basis für den «Zen-Index» und misst den Stresslevel, indem angezeigt wird, wie regelmässig wir atmen. Die App kann auch genutzt werden, um die Atmung zu beruhigen: Tinké zeigt Kreise, die sich in verschiedenen Geschwindigkeiten öffnen und schliessen. Dies kann zum Beispiel helfen, die Nervosität vor einem schwierigen Meeting zu lindern.

Präsentation des Tinké an der CES


Erfahrungen in der Praxis


Der Tinké ist mit 42x32x7mm und gerade mal 10.7 Gramm sehr handlich. Die Installation und Verknüpfung mit der kostenlosen iOS-App haben einwandfrei funktioniert. Die Usability der App ist gewöhnungsbedürftig, da die Navigation nicht über Buttons, sondern eine Art musikalisch untermalte Slider funktioniert. Die Messung via Sensor benötigt etwas Übung, da sowohl zu viel wie auch zu wenig Druck mit dem Daumen den Messvorgang abbricht. Bei meinen ersten Messungen waren Herz- und Atemfrequenz auf jeden Fall schon mal erhöht, da ich langsam ungeduldig wurde.

Im Gegensatz zu einem automatischen Tracking-Device wie dem Fitbit braucht es beim Tinké eine Messroutine, z.B. immer vor dem Frühstück und vor dem Schlafengehen. Bei mir haperte es genau hier, und schon nach wenigen Tagen geriet der Tinké in Vergessenheit. Die Resultate sind dennoch spannend und widerspiegelten auch den jeweils gefühlten Zustand. Selbstverständlich kann ein solches Gerät niemals eine professionelle medizinische Untersuchung ersetzen. Im Netz findet man zudem viele Fragen bezüglich der Genauigkeit der Messwerte, nicht nur vom Tinké, sondern generell von optischen Messgeräten.

Der Tinké-Dongle ist mit $119 eher teuer, auch im Vergleich mit professionellen Messgeräten, und funktioniert in der aktuellen Version nur bis und mit dem iPhone 4s.

 

Bild: www.zensorium.com

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