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28.01.08Leser-Kommentare

Zen To Done (Teil 9): Gewohnheit 6: Organisieren

Zen To Done-TitelbildEs ist eine alte, aber vielleicht die wichtigste Binsenweisheit zum Thema Organisieren: Jedes Ding sollte seinen festen Platz haben. Dieser Trick ist so populär, weil er tatsächlich funktioniert. Er ist die sechste Gewohnheit von ZTD. Du wirst nie wieder etwas verlegen und suchen müssen, wenn Du Dir sie angewöhnst. Schauen wir mal, wie das geht.

Anmerkung: Dieser Artikel ist Teil einer Artikelserie zu ?Zen To Done?, einem Produktivitätssystem von Leo Babauta. Wir übersetzen hierfür Leos gleichnamiges E-Book ins Deutsche. » Hier findest Du alle Teile der Serie im Überblick

Liegen Dokumente und Zettel über Deinen ganzen Schreibtisch verstreut? Suchst du jeden Tag Deine Autoschlüssel? Weißt Du, in genau diesem Moment, wo sich jeder einzelne Gegenstand, den Du besitzt, befindet?

Dein Leben kann mit einer einzigen Regel durchorganisiert werden, und die lautet: Habe für jeden Gegenstand einen festen Ort, und lege alles an seinem Ort ab. Das ist eine Gewohnheit, die ich auch meinen Kindern beizubringen versuche, damit ich nicht permanent hinter ihnen aufräumen muss.

Und so wird's gemacht:

  • Du brauchst ein einfaches, vertrauenswürdiges System. Das besteht aus möglichst wenigen "Eingangsorten", in die Du alle eingehenden Dokumente legst, und die Du regelmäßig durcharbeitest und schnelle Entscheidungen dabei triffst: Sofort erledigen, Übertragen auf eine To-Do-Liste für später, Delegieren oder Verwerfen.
  • Du brauchst einen festen Platz für alles: Wenn Du dabei bist, etwas auf dem Tisch, der Couch oder dem Bett abzulegen, denk nach: Gehört es dahin (wahrscheinlich nicht)? Wo gehört es eigentlich hin? Wenn es noch kein "Zuhause" für den Gegenstand gibt, finde eines! Die Autoschlüssel? Sollten immer an ein und demselben Platz sein, am besten in der Nähe der Haustür. Schmutzige Wäsche? Die gehört eher nicht auf Dein Bett. Handschellen? In die spezielle Box im Schrank mit der Aufschrift "Steuern".
  • Du brauchst ein einfaches Ablagesystem: Wenn Du die Dokumente aus Deiner Inbox durchgearbeitet hast, brauchst Du einen Platz zum Archivieren, falls Du den Kram später nochmal brauchst. Stapel sie nicht einfach irgendwo - schaffe ein einfaches Ablagesystem (alphabetisch beschriftete Mappen sind am einfachsten, obwohl Du auch hexadezimal sortieren kannst, wenn Du Geek genug bist). Am besten, Du hast immer blanke Etiketten und Ordner parat, so dass Du schnell eine neue Mappe anlegen kannst. Lege nie eine Mappe 'Vermischtes' an. Die könntest Du sonst auch gleich mit Prokrastination etikettieren.
  • Du musst alles sofort ablegen. Ja, ich weiß, Du wolltest es später noch einsortieren. Es liegt nur dort, bis Du dazu kommst. Dauert nicht mehr lange. Aber: Nach einer Weile erzeugt 'Später' Chaos. Deshalb: Warte nicht, fang an, mach es jetzt.
  • Du brauchst Training. Die Gewohnheit, Dinge immer sofort genau dort abzulegen, wo sie hingehören, kommt nicht über Nacht. Du vergisst es oder wirst faul. Deshalb nimm Dir auch bei dieser Gewohnheit vor, sie erstmal nur 30 Tage lang durchzuhalten, und gib alles, dass Du das auch schaffst.
  • Achte auf den "Übergang". Nachdem Du eine Aufgabe erledigt hast, und bevor Du mit der nächsten beginnst, gibt es eine kurze Zeit, die ich den Übergang nenne. Das ist die Zeit, in der Du am besten die Dinge dort ablegst, wo sie hingehören, aber es ist auch die Zeit, in der man oft nur an die nächste anzugehende Aufgabe denkt (oder die nächste Episode der Gilmore Girls). Achte auf die Übergänge, während Du an Deiner 'Alles an seinem Platz'-Gewohnheit arbeitest. Wenn Dir diese Übergänge bewusst sind, ist es einfacher, die Dinge abzulegen.
  • Die flachen Oberflächen müssen leer bleiben. Lege nie etwas auf dem Tisch, dem Bett, dem Schreibtisch oder dem Boden ab. Denn genau da bilden sich die Haufen. Räum diese Flächen auf, wirf großzügig weg und räume den Rest an seinen Platz. Aah, sieh an: Wer hätte gedacht, dass unter diesem Stapel ein Tisch ist?
  • Du brauchst Etiketten. Die besten Freunde des organisierten Menschen. Beschrifte immer Deine Boxen, Mappen und Ordner, so dass Du jederzeit weißt, wo alles hingehört, und wo Du was findest. Ich habe mal versucht, meine Frau und Kinder zu beschriften, aber das fanden sie nicht so super.
  • Überprüfe ab und zu alles. Manchmal merkst Du, dass ein Gegenstand woanders besser aufgehoben wäre, etwa weil Du ihn für gewöhnlich in einem anderen Raum benutzt. Manchmal ist es eine gute Idee, 3 Paar Scheren zu kaufen, wenn Du regelmäßig in drei verschiedenen Räumen eine brauchst. Manchmal musst Du einen Schrank oder eine Schublade entrümpeln oder neu ordnen. Überprüfe Dein Ordnungssystem von Zeit zu Zeit.

Wenn du jemals wieder etwas verlierst, gehe erneut diese Tipps durch und arbeite weiter an ihnen. Wenn Du dann irgendwann nie wieder etwas verlierst und suchst, dann kannst Du mir gern einen Scheck für die gesparte Zeit schicken.

Kommentare

  • Viktor

    29.01.08 (08:23:28)

    So, nun habe ich bisher alle Teile mitgelesen. Danke für eure Bemühungen, dass ganze zu übersetzen. Aber kann mir bitte mal einer erzählen, was hier der Unterschied zwischen ZTD und GTD sein soll? Das ist doch alles identisch!? Ich will ja nicht behaupten, dass ich beide Prinzipien verstanden habe. Ich habe aber Leos Blog von Anfang an verfolgt und das Buch von David Allen habe ich mir nihct nur in den Schrank gestellt ;-)

  • Florian Steglich

    29.01.08 (10:01:05)

    Viktor, ZTD ist sehr nah dran am Vorbild GTD, das stimmt. Aber es gibt durchaus Unterschiede: Der Aufbau mit den 10 Gewohnheiten und den zeitlichen und methodischen Tipps zur Umsetzung ist ein ganz wesentlicher. Bei Getting Things Done ist die Rede von einem Wochenende, das man sich zum "Kick off" freischaufeln soll; da ist man versucht, alles auf einmal umzusetzen, und dann soll es bitteschön auch funktionieren. ZTD ist auf ein gutes halbes bis ganzes Jahr ausgelegt. Weitere Unterschiede liegen in Gewohnheit 3: Planen, damit verbunden im anderen Ansatz des Handelns (weniger situativ) und im m.E. radikaleren Vereinfachen (Projekte streichen, wenn sie aufhalten und nichts nützen).

  • Viktor

    29.01.08 (11:57:39)

    Danke. Mir ist ja sehr wohl aufgefallen, das er hier ein Schraube nach links und dort eine Schraube nach rechts gedreht hat. Aber.... Nun gut, ich gönne jedem seinen Erfolg :-) Hat er ZTD als Markenzeichen eingetragen?

  • Tanja Heller

    03.11.14 (16:08:48)

    Langweilig. Ich mache das schon alles so.

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