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14.01.08Leser-Kommentare

Zen To Done (Teil 3): Wie man die zehn Gewohnheiten aufbaut

Cover ?Zen To Done?Ein gängiges Problem, das Menschen mit Produktivitätssystemen wie GTD haben, ist, dass es sich dabei um eine Abfolge von Gewohnheitsänderungen handelt, die man aber alle zugleich umzusetzen versucht. Bei ZTD geht es - wie bereits erläutert - darum, eine Gewohnheit nach der anderen aufzubauen und so nach und nach zu einem System zu gelangen. Im Folgenden wird erläutert, wie man diese Gewohnheiten lernen kann.

Anmerkung: Dies ist der dritte Teil einer Artikelserie zu ?Zen To Done?, einem Produktivitätssystem von Leo Babauta. Wir übersetzen hierfür Leos gleichnamiges E-Book ins Deutsche. » Alle Teile der Serie im Überblick

Nach meiner Erfahrung sind Gewohnheitsänderungen nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wenn sie erfolgreich sein sollen, bedarf es einer Menge Energie, Konzentration und Motivation. Diese immer nur für eine neue Gewohnheit aufzubringen, erscheint mir darum am erfolgversprechendsten. Es ist am besten, mit einer Gewohnheitsänderung anzufangen und sich erst dann der nächsten zuzuwenden, wenn die erste erfolgreich ?implementiert? ist.

Ich weiß, dass das nicht einfach ist.

Es widerspricht zunächst dem Drang, möglichst viel möglichst umgehend umzusetzen, den man empfindet, wenn man sich vorgenommen hat, produktiver und organisierter zu werden. Man beginnt enthusiastisch, legt sich frisches Büromaterial zu, schaufelt sich ein Wochenende für den Start frei - und erfährt beinahe zwangsläufig Frustration, weil man zuviel auf einmal versucht. Schlimmer wird es noch, wenn man mit neuem Anlauf einen zweiten Versuch startet und erneut scheitert - es ist wie bei einer Diät.

Ich plädiere darum dafür, die Anfangsenergie auf nur eine neue Gewohnheit zu kanalisieren. Dafür braucht man Geduld, aber der Erfolg wird wahrscheinlicher. Wer unorganisiert und unproduktiv ist, für den bedeuten Konzepte wie GTD oder ZTD wirkliche Änderungen im Leben. Graduelle Veränderungen, die dafür aber nicht nur ein paar Wochen lang wirken, halte ich da für besser.

Wenn Du die ein oder andere Gewohnheit ohnehin schon ?beherrschst? oder erfahren im Ändern von Gewohnheiten bist, kannst Du auch mehr als eine zugleich in Angriff nehmen. Aber selbst dann rate ich davon ab, mehr als zwei oder maximal drei auf einmal anzugehen.

Welche Gewohnheiten sollte man zuerst aufbauen?

Ich finde die Reihenfolge, in der ich die 10 Gewohnheiten für dieses Buch angeordnet habe, sinnvoll, sie ist aber alles andere als eine Anweisung. Man könnte sie genausogut in umgekehrter Reihenfolge lernen oder einen Algorithmus basteln, der sie festlegt. Wenn Du die Gewohnheitsänderungen nicht von 1 bis 10 angehen möchtest, schlage ich vor, dass Du mit denen beginnst, die die positivsten Effekte für Dein Leben versprechen.

Gib Dir in jedem Fall Zeit für die Veränderungen. Man kann nicht von einem undisziplinierten, unorganisierten Aufschieber (wie ich einer war) zu einem strukturierten Ich-erledige-alles-Sofort-Profi werden. Ein Jahr ist dafür nicht zu viel.

Methoden zum Ändern von Gewohnheiten

Hier sind einige der wichtigsten Kniffe, um neue Gewohnheiten erfolgreich zu lernen:

1. Selbstverpflichtung - Fasse den Vorsatz, eine Gewohnheit zu lernen oder aufzugeben, und mach Deinen Vorsatz so öffentlich wie möglich. Schreibe ihn in Dein Blog, such Dir ein passendes Online-Forum oder erzähle Freunden und Familie davon. Je größer der positive öffentliche Druck, desto besser.

2. Training - Gewohnheiten ändern ist eine Fertigkeit, und wie jede Fertigkeit braucht sie Übung. Nimm Dir 30 Tage für Gewohnheitsänderungen, und versuche, die neue Gewohnheit an jedem einzelnen dieser 30 Tage auszuüben. Wenn Du das einmal nicht packst, halte Dich nicht lange mit dem Ärger darüber auf, sondern mach am nächsten Tag weiter.

3. Motivation - Hierzu empfehle ich den Artikel ?Top 20 Motivation Hacks? auf meinem Blog.

4. Protokollieren - Es hilft, Fortschritte täglich zu notieren. Mach Dir Notizen vor dem Zubettgehen, das wird Dich motivieren und Dir im Rückblick Zuversicht geben.

5. Unterstützung - Such Dir einen Partner oder eine ganze Gruppe, die dieselben Ziele hat. Wenn andere die Herausforderung teilen, wird es einfacher. [Im GTD-Forum etwa geht zur Zeit eine Gruppe ZTD durch.]

6. Belohnungen - Belohne Dich selbst - schon am Ende jedes der ersten drei Tage, dann am Ende jeder Woche, die Du durchgehalten hast, und nochmal richtig am Ende Deiner 30 Tage [mehr zum Thema Belohnungen].

7. Fokus - Es ist extrem wichtig, dass Du Dich während der ganzen 30 Tage auf die eine Gewphnheitsänderung konzentrierst. Häng ein Poster über dem Schreibtisch auf oder schick Dir selbst Email-Erinnerungen. Wie Du es auch immer machst, ruf Dir immer wieder Dein Ziel vor Augen.

8. Positives Denken - Das ist vielleicht das wichtigste Element. Wenn Du Dir selbst glaubst, dass Du Deine Gewohnheiten ändern kannst und wirst, dann kann es auch klappen. Ignoriere alle negativen Gedanken und ersetze sie durch positive.

Wir empfehlen zum Thema Gewohnheitsänderung zusätzlich unseren Text "15 Tipps, um Gewohnheiten wirklich zu ändern".

Der vierte Teil unserer Serie erscheint am Mittwoch - darin geht es ausführlicher um die Gewohnheit Nr. 1, das Sammeln.

Kommentare

  • Matthias Meyer

    14.01.08 (17:54:32)

    Wo finde ich das englische PDF?

  • Florian Steglich

    14.01.08 (18:41:14)

    » Matthias Meyer: Das kannst Du für rund 10 Dollar bei Leo Babauta kaufen, siehe hier.

  • Monika Meurer

    15.01.08 (14:50:10)

    Und diese eine Gewohnheit soll mindestens 28 mal gemacht worden sein (28 Tage reicht nicht aus, wenn man etwas nur einmal pro Woche macht) Ich finde das Beispiel mit der Demo-Version ganz gut, bei der man 30 Tage Zeit zum Testen hat und wenn es nicht gefällt, dann nimmt man nicht die Vollversion. Wenn man mit dieser "Test"-Einstellung an Veränderungen heran geht, dann machen sie nicht mehr soviel Angst. Und die Veränderung ist nicht so bedrohlich endgültig. Also einen Zeitrahmen festlegen, in dem man die neue Gewohnheit testen möchte.

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