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06.02.08Leser-Kommentar

Zen To Done (Teil 13): Gewohnheit 10: Finde Deine Leidenschaft

Zen To Done-TitelbildVon allen Gewohnheiten in Zen To Done ist dies die schwierigste - aber wahrscheinlich auch die wichtigste. Wenn Du nur eine Sache aus diesem Buch umsetzen willst, dann ist diese Gewohnheit diejenige, die ich empfehlen würde.

Anmerkung: Dieser Artikel ist Teil einer Artikelserie zu "Zen To Done", einem Produktivitätssystem von Leo Babauta. Wir übersetzen hierfür Leos gleichnamiges E-Book ins Deutsche. » Hier findest Du alle Teile der Serie im Überblick.

Ist diese Gewohnheit essentiell für das System? Nein. Du kannst Dir alle anderen Gewohnheiten aneignen und diese hier auslassen, aber trotzdem gelassen und organisiert sein. Aber dieser Schritt wird Dich nicht nur viel glücklicher machen, sondern auch produktiver.

Überleg Dir mal folgendes: Wenn Du von ganzem Herzen etwas tun willst, dann wirst Du wie verrückt daran arbeiten, damit anzufangen. Du wirst extra hart arbeiten, Du wirst noch mehr Stunden investieren, und die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Du die Arbeit daran aufschiebst.

Wenn es Dir davor graut, morgens ins Büro zu gehen, oder wenn Du merkst, dass Dir ständig die Motivation fehlt, oder wenn Du das, was Du tust, langweilig und monoton findest, dann solltest Du Dich nach einer neuen Arbeit umsehen. Denn ein solcher Job wird Dich nicht nur immer unglücklicher machen, sondern hindert Dich auch daran, Dein volles Potential umzusetzen.

Stell Dir stattdessen vor: Du stehst früh auf, springst aus dem Bett und gehst aufgeregt zur Arbeit. Du arbeitest länger als die anderen, aber das fällt Dir überhaupt nicht schwer, weil die Zeit wie im Flug vergeht. Du bist oft im Zustand des "Flows", in dem sich die Verbindung zur Welt und zur Zeit verliert und Du völlig in Deine aktuelle Aufgabe vertieft bist. Arbeiten ist dann nicht "Arbeit" wie für viele Menschen, sondern "Spaß", interessant und aufregend. Es ist kein "Job", sondern eine Leidenschaft.

Wenn Du eine Arbeit hast, die Du nicht magst (oder sogar hasst), mag dieser Gedanke für Dich nur ein Luftschloss sein. Aber wenn Du Dich nie bemühst, Deine Leidenschaft zu finden, dann wird sich das auch nicht ändern nie. Wage, Dir Deine Möglichkeiten vorzustellen und wage, überhaupt zu suchen, was Dich begeistert. Dann ist dieser Zustand nicht nur eine Möglichkeit, sondern vielleicht bald eine Wahrscheinlichkeit.

Was willst Du genau jetzt machen? (Sag nicht: Schlafen!) Was liebst Du zu tun? Was ist Dein Traumjob und wie kannst Du ihn bekommen? Denk darüber nach! Zuerst musst Du diesen Job identifizieren und dann musst Du planen, wie Du ihn bekommen kannst.

Wie man seine Leidenschaft findet

Was ist, wenn Du nicht weißt, was Deine Leidenschaft ist? Mach Dir keine Sorgen - Du sitzt im selben Boot wie die meisten Menschen. Der Schlüssel ist, mit der Suche zu beginnen und weiter zu suchen, bis Du sie gefunden hast.

Hier sind ein paar Vorschläge:

  • Gibt es bereits etwas, was Du zu tun liebst? Hast Du ein Hobby oder etwas, was Du als Kind geliebt hast, aber nie als berufliche Möglichkeit in Erwägung gezogen hast? Sei es, Comics zu lesen, etwas zu sammeln, zu tun, zu erschaffen oder aufzubauen, es gibt vielleicht einen Weg, wie Du das für Deinen Lebensunterhalt tun kannst. Finde erst etwas, was Du liebend gerne tun würdest, und suche dann Möglichkeiten, damit Geld zu verdienen - vielleicht lohnt sich ein Comic-Laden oder eine Cartoon-Website?
  • Über welches Thema kannst Du stundenlang lesen? Wenn ich eine Leidenschaft für etwas habe, dann kann ich ohne Ende darüber lesen. Ich kaufe Bücher und Zeitschriften, ich verbringe Tage im Internet, um mehr herauszufinden. Hier kann es einige Möglichkeiten für Dich geben - und alle sind mögliche Karrieren. Verschließe Dich nicht diesen Themen.
  • Brainstorming. Fällt Dir nichts ein? Nun, nimm ein Blatt Papier und schreib Ideen auf. Notiere alles, was Dir einfällt. Halte Ausschau nach Inspirationen in Deinem Haus, Deinem Computer, in Deinen Regalen. In diesem Stadium gibt es keine schlechten Ideen.
  • Frag andere und surfe nach Möglichkeiten. Frag andere Leute nach Ideen. Finde heraus, was andere als ihre Leidenschaft entdeckt haben. Such nach Ideen im Internet. Je mehr Möglichkeiten Du findest, desto größer sind Deine Chancen, darunter Deine wahre Leidenschaft zu entdecken.
  • Probiere es zuerst aus. Probiere Deine neue Idee zuerst aus, bevor Du versuchst, eine Karriere darauf aufzubauen. Fang als Hobby oder als Nebenjob damit an, so dass Du merkst, ob es wirklich Deine wahre Berufung ist. Du magst für ein paar Tage begeistert sein, aber entscheidend ist, ob Du es auch noch nach ein paar Monaten bist.
  • Gib nicht auf. Wenn Du die Suche aufgibst, weil Du nicht gleich die zündende Idee hast, kannst Du sicher sein, dass Du sie nie finden wirst. Such also weiter - wenn nötig für Monate oder Jahre. Wenn sich herausstellt, dass eine Idee Dich nicht auf Dauer begeistert, such eine neue. Wenn sich herausstellt, dass Du von einer Idee nicht leben kannst, such eine neue. Erfolg kommt nicht von alleine, frühes Aufgeben ist also der sichere Weg zum Scheitern.

Wie man von seiner Leidenschaft leben kann

Wenn Du Deine Leidenschaft gefunden hast, dann hast Du einen großen Schritt in Richtung Glück getan. Gratuliere! Feier diesen Erfolg - und dann kremple die Ärmel hoch, denn Du bist noch lange nicht angekommen.

Ein paar Vorschläge, wie man von seiner Leidenschaft leben kann:

  • Kündige noch nicht Deinen eigentlichen Job. Wenn Du Deine Berufung gefunden hast, dann reiche nicht gleich morgen die Kündigung ein. Es ist am Besten, wenn Du bei Deinem Job bleibst, während Du Deine Möglichkeiten auslotest. Wenn Du Deine Leidenschaft als Nebenjob machen und für ein paar Monate oder ein Jahr ein Nebeneinkommen aufbauen kannst, umso besser. Damit hast Du die Chance, etwas Geld auf die Seite zu legen (und wenn Du Dich selbständig machen willst, wirst Du es brauchen).
  • Erkundige Dich. Wer sonst macht auch Deinen Traumjob? Was sind deren Erfahrungen? Wie sind sie zu dem Job gekommen? Was sind die Voraussetzungen? Suche im Internet, frag Deine Bekannten, telefoniere umher. Je mehr Informationen Du hast, desto besser.
  • Welche Hindernisse gibt es? Was brauchst Du, um zum Ziel zu gelangen? Brauchst Du eine Ausbildung? Musst Du die richtigen Leute kennen? Musst Du neue Fähigkeiten lernen?
  • Mach einen Plan. Arbeite ein paar Lösungen für alle Probleme aus. Wenn Du eine Aus- oder Weiterbildung brauchst, dann wirst Du Deinen Plan nicht über Nacht ausführen können, aber wenn Du jetzt nicht planst, wirst Du nie ankommen.
  • Werde aktiv. Warte nicht auf eine Gelegenheit, die Dir in den Schoß fällt. Gehe heute einen Schritt und dann jeden Tag einen neuen, bis Du angekommen bist. Es mag aussehen, als ob es ewig dauern würde, aber wenn Du Dich wirklich anstrengst, wirst Du Deine Träume irgendwann erreichen.
  • Übe und übe, und übe dann noch ein wenig mehr. Fang nicht als Amateur an. Wenn Du Geld verdienen und ein Profi sein willst, musst Du auch professionell sein. Bemühe Dich, wirklich gut in Deinem künftigen Job zu werden. Das Schöne: Wenn es etwas ist, was Du liebst, dann wirst Du auch üben wollen.
  • Bleib dran. Gib nicht auf, wenn Du Dir ein paar Mal eine Abfuhr eingehandelt hast. Klopfe weiter an Türen. Telefoniere weiter. Verschick weiter Deinen Lebenslauf. Verabrede Dich weiter. Lass nicht nach. Sei unnachgiebig, ohne allzu penetrant zu werden.

Zieh Deinen Traumjob an Land, mach etwas, was Du leidenschaftlich gerne machst, und Du wirst Dich nie mehr motivieren müssen, produktiv zu sein.

Kommentare

  • Tobias

    24.06.15 (01:01:36)

    Ein schöner Artikel und ich war auch lange Zeit von der Leidenschafts-These überzeugt, bis ich auf wissenschhaftliche Ergebnisse dazu gestoßen bin, die sie eher als "riskant" einstuft.

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