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12.12.08

Zeitmanagement für Studenten: Carpe Diem

Die Zeiten, als das Studium eine lockere Zeit war, sind vorbei: Heutzutage ist nicht nur die arbeitende Bevölkerung im Dauerstress, nein, es erwischt jetzt auch die Studenten. Sie müssen sich an der Universität komplett selbst organisieren. Nicht ganz einfach.

Studenten haben es nicht leicht: Die richtigen Kurse wählen, einen Studienplan basteln, der auch zu bewältigen ist, Vorlesungen und Seminare vor- und nacharbeiten, sich für Prüfungen anmelden, lernen, wissenschaftliche Texte schreiben - und daneben müssen sich viele ihr Studium mit Nebenjobs finanzieren und sollen sich auch noch mit Praktika auf den Beruf vorbereiten (oder: ihn finden).

Für viele Studenten gleicht dabei die richtige Zeiteinteilung einer Wissenschaft für sich. Jeder fünfte fühlt sich sogar derart überfordert, dass er sein Studium abbricht. Das zeigt eine aktuelle Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS): Von 100 deutschen Studienanfängern der Jahrgänge 1999 bis 2001 haben 21 ihr Erststudium ohne Examen aufgegeben. An den Fachhochschulen liegt die Quote bei 22 Prozent, in den Bachelor-Studiengängen sogar noch höher: Knapp 30 Prozent der Studienanfänger der Jahre 2000 bis 2004 haben hier ihr Studium abgebrochen. Die Gründe dafür liegen häufig - vor allem in den Sprach- und Kulturwissenschaften - in der fehlenden Orientierung und Motivation.

Denn neben dem eigentlichen Studienplan bietet die Hochschule auch ein umfangreiches Rahmenprogramm an Vorträgen, Veranstaltungen oder studentischen Organisationen. Außerdem gibt es die Verlockungen des Studentenlebens. Wer da nicht konsequent Wichtiges von unnötigem Zeitvertreib trennt, kann schnell seine Ziele aus den Augen verlieren. Voraussetzung ist natürlich, dass man sich klar macht, welche Aufgaben wirklich wichtig sind. Denn erst das versetzt einen in die Lage, die notwendigen Prioritäten zu setzen, um seine Zeit sinnvoll zu managen (wichtig ist natürlich, immer auch Puffer und Erholungs-Pausen einzuplanen).

Ein weit verbreiteter Irrtum ist es zu glauben, Zeitmanagement ersetze den bisherigen Tagesablauf durch ein starres Gerüst an Vorgaben, an die man sich von nun an sklavisch zu halten habe. Das Gegenteil ist der Fall: Zwar gibt Zeitmanagement dem Studienalltag eine Struktur, die nach und nach die bisherigen Lebensgewohnheiten ersetzen soll. Doch das eigentliche Ziel besteht darin, die eigene Arbeitsweise genau zu analysieren und herauszufinden, wie man diese optimieren kann. Wer sich dann daran hält, wird am Ende mehr Freiräume gewinnen, statt ständig seinem Zeitplan hinterherzulaufen.

Im Folgenden einige Tipps für das richtige Zeitmanagement:

  • Mach Dir klar: Was ist wirklich wichtig? Und was musst Du dafür tun? Ziele müssen herausfordern, aber zugleich auch realistisch und flexibel sein.
  • Analysiere über mehrere Wochen jeden Tag, womit Du Deine Zeit verbringst. Schreibe auf, wo, wann und wie lange Du effizient arbeitest - und wann, wie oft und wie lange Du dabei unterbrochen wirst.
  • Kontrolliere auch, ob Du effizient genug arbeitest: Ist der Zeitaufwand für eine Aufgabe angemessen? Kommt am Ende das gewünschte Ergebnis heraus? Oder gibt es zu viele Pausen und Unterbrechungen?
  • Auch Dein persönlicher Biorhythmus ist wichtig - und der ist bei jedem ein wenig anders. Wann arbeitest Du besonders gut und wann klappt gar nichts? Achte darauf und schreib es auf!
  • Welche Augaben sind wichtig, welche sind dringend? Und welche sind weder wichtig noch dringend? Manche unwichtigen Aufgaben kannst Du genausogut sein lassen.
  • Plane genau, wann Du welche Aufgaben erledigen willst und wie viel Zeit Du dafür brauchst.
  • Gerade für längerfristige Projekte wie Hausarbeiten gilt: Definiere einen "Endzustand" und überlege dann, welche konkreten Schritte notwendig sind, um diesen zu erreichen.
  • Es bringt wenig, wenn Du arbeitest bis zum Umfallen. Plane Pausen ein - auch nach Deinem Biorhythmus.
  • Oft passieren Dinge, die Du nicht vorhersehen kannst. Verplane darum nur etwa 60 Prozent Deiner Zeit, dann hast Du noch Luft für spontane Ereignisse.

Ist am Ende das gewünschte Ergebnis herausgekommen? Konntest Du deine Effizienz steigern? Hast Du weniger Stress? Wenn nicht, musst du dein Zeitmanagement noch besser der Realität anpassen. Meist klappt es nicht gleich auf Anhieb, man braucht eine gewisse Zeit, um den Aufwand realistisch einschätzen zu können und die Zeit optimal zu planen.

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