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17.07.08Leser-Kommentare

Zeitbudget (I):Ein Zeitbudget erstellen

Die Zeit ist ein begrenztes Gut, deshalb sollte man sie möglichst sinnvoll nutzen. Ein «Zeitbudget» hilft dabei - damit legt man fest, wieviel Zeit man in gewisse Bereiche investieren möchte.

Im Eifer des Gefechts fällt es immer wieder schwer, sich in der Fülle der anstehenden Projekte zu orientieren. In solchen Phasen widmen wir uns oft den dringenden Angelegenheiten, statt uns auf die wesentlichen zu konzentrieren. Wer immer wieder wichtige Dinge vor sich herzuschieben neigt, kann die dafür benötigte Zeit in einem Zeitbudget berücksichtigen. Gleichzeitig hält man sich damit Ablenkungen vom Halse, denn Zeit für andere Projekte ist ja bereits eingeplant.

Beim Erstellen des Zeitbudgets ist es wichtig, den Zeitbedarf realistisch einzuschätzen. Man bringt nicht alles unter einen Hut, aber unter sieben schon, meint dazu Lothar Seiwert. Mit seinem Konzept der «Lebenshüte» sind Rollen gemeint, die man im Leben einnimmt. So kann man Mutter respektive Vater sein und gleichzeitig Mitarbeiter/in einer Firma. Die Zahl der eingenommenen Rollen sollte nicht mehr als sieben betragen, denn spätestens dann können sie kaum mehr richtig ausgefüllt werden. Deshalb gilt es zu beachten: Die einzelnen Lebensbereiche können durchaus mehrere Rollen beinhalten. Innerhalb der Familie etwa kann man sowohl Mutter/Vater als auch Ehefrau oder Ehemann sein.

Gleichzeitig sollte man sich bei der Budgetierung darum bemühen, die vier Sphären Arbeit/Leistung, Körper/Gesundheit, Familie/Soziales und Sinn/Kultur angemessen zu berücksichtigen (Link auf pdf). Das muss nicht heißen, dass man für jeden Bereich ein Viertel seiner Zeit aufwenden soll oder muss. Ungleichgewichte werden individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen. Aber man darf nicht vergessen, dass die vier Lebensbereiche zusammenhängen. Gewichtet man beispielsweise die Sphäre Arbeit/Leistung zu hoch, führt dies in anderen Bereichen zu Defiziten, die umgekehrt wieder auf die eigene Leistungsfähigkeit zurückwirken.

Hat man einmal festgelegt, wieviele Stunden man wöchentlich in die einzelnen Lebensbereiche und/oder Lebenssphären investieren möchte, lässt sich das Zeitbudget bei Bedarf in eine Art Stundenplan verwandeln. Man kann damit dem Tagesverlauf mehr Struktur verleihen, indem man für jeden Zeitpunkt festlegt, wie man ihn verwenden möchte. Eher grobe Kategorien sind dabei besser, sonst wird die Zeitplanung zu unflexibel. Die Tagesstruktur hilft unter anderem dabei, sich nach den persönlichen Rhythmen auszurichten, und Routinen sind nützlich, um neue Gewohnheiten einzuüben.

Ein Zeitbudget nützt natürlich wenig, wenn man es nicht regelmäßig überprüft (und gegebenenfalls anpasst)- dazu mehr im zweiten Teil dieses Artikels.


Kommentare

  • Ohne Worte

    17.07.08 (18:56:15)

    interessante idee... um sich die zeit vor dem pc sinvoll einteilen zu können hilft übrigends dieses add-onn (firefox): https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/4476

  • Christoph@LG

    17.07.08 (18:59:19)

    Toller Artikel, Danke. Das KOnzept mit den vier Lebensbereichen und Hüten macht sehr viel Sinn. Da werde ich mich heute Abend gleich mal hinsetzen...

  • Réka

    18.07.08 (08:27:32)

    Ein Zeitbudget kann sehr dabei helfen, das Gleichgewicht zu halten. Als einen Bestandteil eines individuellen Zeitmanagementsystems funktioniert es wahrscheinlich noch besser, denn man kann so den Zeitbedarf besser einschätzen. Die Methode kann nicht nur für die Lebenssphären verwendet werden. Besonders für Unternehmer und Selbständige ist es sinnvoll, die Arbeitszeit zu ?budgetieren?. Das ist hilfreich, wenn ein Kunde zu aggressiv die Interessen des eigenen Projekts vertritt, oder man gewisse Bereiche (z. B. Weiterbildung, strategische Planung) konsequent als Stiefkind behandelt.

  • Marcus

    21.07.08 (08:11:31)

    Die vier Sphären können allerdings auch ohne Aufwand in ein GTD implementiert werden. Es sind dort dann halt keine Sphären, sonder vielmehr Kontexte oder sogar Projekte. Das Problem mit der Seiwertschen Methode ist, das man sich selber viel zu schnell enorme Zwänge auferlegt. Allerdings kann die Betrachtungsweise mit dem Hutmodell, die abstrakteren Zusammenhänge der einzelnen Kontexte schön veranschaulichen. Ich vermeide es aber lieber meine Zeit zu budgetieren, weil sich meiner Meinung nach das Gefühl der Zeitnot eher verstärkt, als das es gemindert wird. Wer mit GTD umgeht, wird bereits durch seine strikte Kalenderführung genügend "budgetiert", allerdings viel flexibler.

  • MonkeyMind

    29.07.08 (14:38:20)

    Danke für den guten Artikel! Was ich beim Seiwert-Konzept nie verstanden habe: Wie soll man die sieben Rollen mit den vier Sphären "verrühren" ("kombinieren" wäre wohl besser gesagt)? Hat man dann nicht ausser den sieben Rollen noch vier andere Rollen, in denen man etwas tun muss? Und wie soll man mit dem Kompass dabei den Überblick behalten?

  • Dominik Tschopp

    05.08.08 (09:37:28)

    @MonkeyMind: Noch vier weitere Rollen wären wohl des Guten zu viel. Vielmehr geht es meiner Meinung darum, die sieben Rollen angemessen auf die vier Sphären zu verteilen.

  • Tim Jenßen

    12.09.09 (09:10:12)

    Link zu der 4 Sphären hat sich geändert: http://www.martinmeyer.ch/downloads/arzikelpersonalbalanced.pdf

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