29.09.11 06:45, von Corinne Dubacher

Wissenschaftler beweisen: Zu viel Arbeit macht dumm

Schmeiss dein Smartphone in die Ecke und fahr den PC runter. Studien zeigen: Zu viel Arbeit macht dumm. Da machen wir doch lieber Pause.


Eine Langzeitstudie aus Grossbritannien beweist: Wer zuviel arbeitet, wird dümmer. Über einen Zeitraum von sieben Jahren wurden 2214 Angestellte des öffentlichen Dienstes befragt und beobachtet. Die Forscher untersuchten mit Hilfe von Tests kognitive Fähigkeiten das Kurzzeitgedächtnis, logisches Denken oder den Sprachfluss.

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Das Resultat: Jene Angestellten, die dauerhaft mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiteten, schnitten bei den Tests deutlich schlechter ab als ihre Kollegen. Lange Arbeitswochen bringen ähnliche Risikofaktoren mit sich wie das Rauchen: Rauchen erhöht das Risiko im Alter an Demenz zu erkranken und droht somit die geistigen Fähigkeiten einzuschränken. Studienleiterin Dr. Marianna Virtanen sagte: «Die Nachteile von Überstunden sollten ernst genommen werden.» Je mehr Überstunden die Studienteilnehmer machten, desto schlechter schnitten sie in den Tests ab.

Die Forscher räumen zudem ein, dass Stress vermutlich die Ergebnisse der Studie stark beeinflusst haben – denn Stress kann zu Schlafstörungen, Depressionen und einem ungesunden Lebensstil führen. Fleissige Angestellte hätten sich mit Kaffee oder anderen Stimulanzien durch ihre Überstunden gepusht. Zur Entspannung griffen die Vielarbeiter öfters zu Alkohol und anderen Genussmitteln.Viele Leute überarbeiten sich, weil sie vowärts kommen und Karriere machen wollen. Ich persönlich arbeite gerne und viel. Alles kein Problem, so lange die geistigen Fähigkeiten und das persönliche Umfeld nicht darunter leiden.

Was heisst das für Workaholics?

Lass gut sein


Manchmal steigern wir uns in einen Arbeitswahn – wir wollen unbedingt weiterarbeiten, unbedingt noch diese eine Sache heute fertigmachen. Besonders Selbstständige und Freiberufler sind hiervon häufig betroffen und arbeiten bis spät in die Nacht hinein noch an einem Projekt. Auch wenn das Hirn schon lange «Pause» schreit. Im Arbeitswahn merken wir nicht, dass wir im entspannten und ausgeruhten Zustand viel effektiver arbeiten.

Pausen machen


Jeder sollte für sich selbst rausfinden, welcher Rhythmus am besten funktioniert – viele Studien weisen darauf hin, dass 45 Minuten konzentrierte Arbeit und dann 5 bis 15 Minuten Pause optimal ist, aber experimentiere ein wenig mit den Zeitintervallen herum.

Nutze Dein Hirn 100%


Wir nutzen unser Hirn meist nur auf Sparflamme. Und meistens benutzen wir es auf die falsche Weise. Eine der wirkungsvollsten Dinge, die jeder tun kann, um produktiver zu werden, ist regelmässiges Gehirnjogging. Beim so genannten Gehirntraining handelt es sich um Training der geistigen Leistungsfähigkeit mit dem Ziel, diese Leistungen zu erhalten oder zu steigern. Kreuzworträtsel, Sudoku und andere Knobeleien finden sich in fast jeder Zeitung. Auch online gibt es zahlreiche Anbieter mit vielen Aufgaben und Tipps wie z.B. Brain-fit.com.

Brain Food


Ich mag keine Kreuzworträtsel. Und ich verbinde Angenehmes gerne mit Nützlichem. Für mich also ideal: «Brain Food» - Essen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Hirns verbessern. Ein paar Beispiele: Blaubeeren regen die Informationsübertragung zwischen den Neuronen an, verbessern daher die Reaktionszeit und Denkfähigkeit. Avocado bringt mit B-Vitaminen den Hirnstoffwechsel in Schwung. Vollkornprodukte beliefern die grauen Zellen im Kopf mit Vitaminen und Spurenelementen. Was mich besonders freut: Schokolade schützt vor einem Hirnschlag und steigert dank Koffein die Konzentrationsfähigkeit.

Auf persönlichen Rhythmus achten


Viele Leute sind früh morgens leistungsfähiger als zu anderen Tageszeiten. Ich gehöre eher zu den Abendmenschen. Um 15.00 Uhr habe ich den 1. Kreativitätsschub, ab 22.00 Uhr den zweiten, und wenn ich nicht schlafen kann, beginnt um 2 Uhr morgens der dritte. Das ist wohl eher die Ausnahme und eignet sich nur bedingt für eine Festanstellung. Wenn du am Morgen leistungsfähiger bist, nutze die frühen Morgenstunden, um die wichtigsten und vielleicht auch lästigsten Aufgaben des Tages zu erledigen. Dann hast du den Kopf frei für andere Aufgaben.

(Bild: Tom Raftery bei flickr.com / CC BY)

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