04.04.11 06:36, von Gastautor

Wissensarbeiter und Computer: Werde Super-User!

Viele Computernutzer pflegen eine ambivalente Beziehung zu ihrem Arbeitswerkzeug. Das muss nicht sein: Tipps und Tricks, um sein wichtigstes Werkzeug optimal einzusetzen.


Gastautor Ryan Klarhölter

Der Computer ist ein Multifunktionswerkzeug. Ihn zu bedienen stellt den Benutzer nicht vor eine handwerkliche Herausforderung, aber vor eine intellektuelle. Jeder Wissensarbeiter muss dieses Werkzeug beherrschen. Viele betrachten ihn allerdings als kompliziertes, irrationales Gerät, mit dem sich nur die EDV auskennen muss. Aber um einen Computer bedienen zu können, musst du nicht wissen, wie Software entsteht oder Hardware gebaut wird. Werde Super-User und lerne Fehler zu beheben, zu vermeiden und den Computer effizienter zu nutzen.

Anwendung

Um den Rechner schnellstmöglich bedienen zu können, braucht es nicht viel:


  1. Lerne das Zehnfingersystem. Mit zwei bis acht Fingern geht’s natürlich auch, aber wenn du Super-User werden möchtest, dann musst du alle einsetzen. Wer es beherrscht, schreibt nicht nur schneller, sondern auch entspannter. Einen Lernkurs halte ich nicht für sinnvoll, weil es wenig Theorie zu vermitteln gibt. Mein Tipp: lerne es nicht – wende es an. Täglich ein paar Minuten während deines Tagesgeschäfts oder beim chatten. Die ersten Wochen starrst du dauernd auf die Tastatur und suchst nach den Buchstaben und deinen Fingern, aber es wird besser werden. Du kannst natürlich auch Lernsoftware benutzen, wenn du bereit bist, extra Zeit zu investieren. Ich mag TIPP10.
  2. Nutze Shortcuts. Jedes Betriebssystem und jede Software bietet sie an. Damit lässt sich um Vielfaches schneller navigieren. Lerne jede Woche einen neuen Shortcut für eine Software, die du mehrmals wöchentlich verwendest.
  3. Wenn du das nächste Mal einen Tab in Firefox schließen willst, dann finde vorher heraus, wie die Tastenkombination dafür lautet. Google mal.
  4. Lerne zu googlen. Die meisten können nur Wörter in die Suchleiste eingeben. Lerne du mit „+“, „-“ und Anführungszeichen die Suchergebnisse einzuschränken. Es gibt noch zahlreiche weitere Tricks und Anwendungsmöglichkeiten, die wir hier beschrieben haben.

Instandhaltung


Betriebssystem konfigurieren:

Ein sauberes und gut konfiguriertes Betriebssystem schont die Nerven: Es trägt weniger Ballast, ist auf den Benutzer zugeschnitten und erledigt die wichtigsten technischen Routinearbeiten selbstständig. Was du unbedingt tun solltest:


  1. Updates automatisieren. Softwareupdates werden nicht grundlos zur Verfügung gestellt oder um den Benutzer vor neue Rätsel zu stellen. Sie schließen Sicherheitslücken, beheben Fehler und stellen manchmal neue Funktionen bereit. Jedes Programm und jedes Betriebssystem lässt sich so konfigurieren, dass es in regelmäßigen Abständen automatisch nach Aktualisierungen sucht. Wenn du ein neues Programm installierst, sollte das Überprüfen dieser Einstellung deine erste Aktion sein.
  2. Überflüssige Software deinstallieren. Scrolle alle paar Monate – je nachdem wie oft du Neues installierst – einmal durch deinen Softwarebestand. Du wirst immer wieder Programme finden, die du nicht mehr benutzt. Vielleicht sogar alte Demoversionen. Runter damit. Es kostet Speicherplatz und erschwert den Überblick.
  3. Die drei Regeln der EDV befolgen: Backups erstellen, Backups erstellen und Backups erstellen. Auch dieser Prozess lässt sich bei modernen Betriebssystemen schon mit Bordmitteln automatisieren. Hier trotzdem ein paar Tools und Anregungen zur richtigen Backup-Strategie.

Festplatte ordnen:


  1. Betriebssystem und persönliche Daten trennen. Entweder durch das Anlegen von Partitionen oder den Kauf einer zweiten Festplatte. Partitionen erstellen oder Festplatten einbauen muss ein Super-User allerdings nicht können. Aber er findet jemanden, der's kann. Diese Trennung der Daten macht es besonders einfach das Betriebssystem, eine Festplatte oder den ganzen PC zu wechseln. Außerdem bietet es Sicherheit: Nimmt das Betriebssystem Schaden, werden die eigenen Dateien nicht in Mitleidenschaft gezogen.
  2. Aussagekräftige Dateinamen und eine übersichtliche Ordnerstruktur verwenden. Hier ein früherer Artikel von imgriff.com dazu.

Arbeitsumgebung aufräumen:


Programme legen bei der Installation oft selbstständig Verknüpfungen auf dem Desktop an. Normale Benutzer lassen sie dort. Fortgeschrittene entfernen sie. Super-User lassen sie gar nicht erst anlegen oder ordnen sie systematisch ein. Ich habe schon viele Anwender kennengelernt, auf deren Desktops sich Verknüpfungen zu allen installierten (und auch deinstallierten) Programmen befinden. Um eine bessere Übersicht zu schaffen und sich schneller zurecht zu finden, sollte man die Schnellstartleiste, das Startmenü und Tastenkombinationen für das Aufrufen bestimmter Programme nutzen. Ich sortiere folgendermaßen:

  • Auf dem Desktop liegen die „großen“ Anwendungen, mit denen ich regelmäßig arbeite (Office-Suite, Entwicklungsumgebung, Musiksoftware), in die Schnellstartleiste kommen alle Kommunikationsprogramme (Browser, E-Mail-Client, Instant-Messenger, Sprachkonferenzsoftware u. Ä.), in die Startleiste gehören alle anderen Programme, auf die man manuell zugreift, aber nicht täglich braucht (bei mir: Brennsoftware, Bildbearbeitung usw.).
  • Und dann gibt es da noch ein paar Hilfsprogramme wie den Taschenrechner und den Texteditor. Diese habe ich einfach mit einer Tastenkombination versehen. „STRG + ALT + R“ ruft bspw. den Rechner auf. Diese Einstellungsmöglichkeiten finden sich in den Eigenschaften einer Verknüpfung.
  • Programme, die automatisch oder per Rechtsklick aufgerufen werden (PDF-Reader, Packprogramm) oder im Hintergrund arbeiten (Anti-Viren-Software), erhalten keine Verknüpfungen.

Fortbildung

Ausbildung ist das Wichtigste im Umgang mit Computern. Es ist dein Werkzeug. Sei dir dessen bewusst. Wenn du dich nicht auf dem Laufenden hältst, dich nicht intensiv mit den Softwareprodukten auseinandersetzt, die du häufig verwendest, vergeudest du langfristig eine Menge Zeit und Energie. Hier ein paar Tipps, damit Änderungen nicht an dir vorbeigehen und du deine Software umfangreich nutzt:


  1. Lies Bücher oder besuche Workshops über die Anwendungen, mit denen du viel arbeitest (Outlook, Word, Excel, Photoshop oder auch Spezielleres).
  2. Abonniere einen monatlichen Newsletter, um Neues aus der IT-Welt zu erfahren. heise online ist eine gute Anlaufstelle.
  3. Ein Programm wurde aktualisiert? Mach dich mit den Änderungen vertraut! Oft gibt es neue Funktionen.
  4. Wenn ein IT-Spezialist im Haus ist, dann lass dir nicht bloß alles Heile machen, sondern auch erklären, wo genau das Problem lag und wie es repariert wurde.

Und immer dran denken: wenn du glaubst, Computer seien kompliziert, machst du es dir selbst nur schwerer.


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Kommentare: Wissensarbeiter und Computer: Werde Super-User!

Und nicht zu vergessen: launchy (launchy.net)! Shortcuts in Reinkultur.

Diese Nachricht wurde von Dirk Hermanns am 05.04.11 (09:04:41) kommentiert.

Ich hab eher das Gefühl, dass hier ist eine 1A Prokrastinationsanleitung. Wozu will man beispielsweise Tabs mit der Tastatur schließen? Die Kombination ist ein Graus für die Hände und wer surft schon mit der Tatstur? Die Maus ist eh immer in der Hand. Sinvoller finde ich, sich mit dem Mausradklick (z.B. im FF) zu beschäftigen um einen Link in einem neuen Tab zu öffnen bzw einen Tab zu schließen ohne das (x) suchen zu müssen. Sich von seinen wichtigen Anwendungen immer aktuelle News und Funktionen durchzulesen empfinde ich als völligen Unsinn! Erstmal ist man oft an eine Version gebunden, da bei einigen Programmen die neue Version auch neues Geld kostet. Und wenn ich einen Brief mit Word schreibe hilft es in keinster Weise, wenn ich mich informiere, dass die Zeichenfunktion (in Word) nun drucksensibel auf Zeichentablets reagiert. Das ist bei dem Funktionsumfang der genannten Programme schlicht kontraproduktiv. Den IT'ler zu belagern hilft meist garnichts, da die Kluft der (fach)Sprache oft schon zu groß ist und auch mehr Zeit kostet als Nutzen ensteht. Mit Produktivität hat dieser Beitrag mMn. nicht viel zu tun, bzw. rät das Gegenteil. Ich vermute hier viel Theoretisches Wissen/Annahmen und weniger einen Bericht aus der Praxis der eine gewisses proof of concept überlebt hat. Positiv finde ich dagegen den 10 Finger-Tipp und die genrell das anraten von Shortcuts. Aber dann bitte auch mit produktiven Beispielen, wie z.B. "speichern" das geht schnell in eine Gewohnheit über und spart viel Zeit und Ärger. Die Tipps zur besseren Strukturiereung sind sehr gut :)

Diese Nachricht wurde von zassel am 05.04.11 (11:47:01) kommentiert.

Betriebssystem und persönliche Daten trennen. Entweder durch das Anlegen von Partitionen oder den Kauf einer zweiten Festplatte. Partitionen erstellen oder Festplatten einbauen muss ein Super-User allerdings nicht können. Aber er findet jemanden, der’s kann. Diese Trennung der Daten macht es besonders einfach das Betriebssystem, eine Festplatte oder den ganzen PC zu wechseln. Außerdem bietet es Sicherheit: Nimmt das Betriebssystem Schaden, werden die eigenen Dateien nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Fraglich ob das heute noch hilft - gerade das Partitionieren einer Platte sorgt eher für Probleme, beispielsweise wenn C fast voll ist, D aber noch etliche Gigabyte frei hat, läuft das System mitunter langsamer weil kein Platz für temporäre Dateien ist, obwohl eigentlich ausreichend Speicher da wäre. Eine entsprechende Änderung der Partitionierung ist zwar möglich, aber nicht risikofrei. Bei (Hardware) Festplattenschäden macht es außerdem keinen Unterschied, wie viele Partitionen am Ende auf der Platte waren. Schließlich speichern viele Programme ihre Daten automatisch unter C:UserEigene Dateien so dass Daten am Ende doch wieder auf C liegen. (und das Ganze zählt nur für Windows, unter Mac oder Linux müssen noch ganz andere Sachen bedacht werden).

Diese Nachricht wurde von David am 06.04.11 (15:33:45) kommentiert.
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