17.08.12 04:48

, von Simone Janson

Glück: Wie wir unser Gehirn zu mehr Zufriedenheit überlisten

Zufriedenheit hängt nicht so sehr von äusseren Umständen ab. Vielmehr können wir Zufriedenheit schaffen: Indem wir den bestehende Denkmuster hinterfragen.

Vielleicht hast du auch solche Tage, an denen du einfach an allem herum meckerst? Oder du stellst fest, dass andere viel ausgeglichener und zufriedener durch Leben gehen. Haben die denn so viel mehr Glück und Erfolg? Eher das Gegenteil ist oft der Fall: Denn mit der Zufriedenheit ist das so eine Sache: Sie ist in der Regel Ergebnis unserer subjektiven Betrachtung. Und wir sind dann zufriedener, wenn wir eine Sache positiv sehen.

Sind die Umstände Schuld?

Denn nicht immer lassen sich die Umstände einer Situation ändern. Viele Menschen müssen z.B. tagein tagaus mit einer beruflichen Situation klar kommen, die sie alles andere als zufriedenstellend empfinden. Und was erst recht unzufrieden macht, ist die Tatsache, dass man daran (vermeintlich) nichts ändern kann. Was soll man aber tun, wenn sich die äußeren Umstände nicht ändern lassen? Ganz einfach: Überdenke deine Einstellung! Denn deine Einstellung gegenüber einer Sache kannst du beeinflussen und damit deine Unzufriedenheit erheblich reduzieren. Das glaubst du nicht? Das ist dir zu einfach? Du findest das lächerlich? Das ist es keinesfalls. Tatsache ist: Der amerikanische Psychologe Albert Ellis hat festgestellt, dass es nur zum Teil von den äußeren Bedingungen abhängt, wie zufrieden wir sind. Wie stark wir unter einem Problem leiden, wird auch maßgeblich dadurch beeinflusst, wie wir diese äußeren Bedingungen aufnehmen, bewerten und interpretieren. Und dafür ist meist unsere Lebenseinstellung verantwortlich.

Die Einstellung ändern

Das bedeutet also, dass du, um Unzufriedenheit abzubauen, nicht unbedingt die Situation ändern musst – du kannst auch deine Einstellung ändern. Das bedeutet natürlich nicht, dass du alles, was dich stört, brav erdulden sollst. Doch wenn du deine Einstellung nur ein wenig änderst, wird der Blick auf die schwierige Situation klarer und vielleicht siehst du plötzlich Wege, die du vorher gar nicht beachtet hast. Fang doch einfach bei den Situationen und Bereichen deiner Arbeit an, die dich besonders unzufrieden machen.

Denk zum Beispiel an deine cholerischen Chef oder die unorganisierten Kollegen. Was genau macht dich an dieser Situation unzufrieden?  Überlege, wie du deine eigene persönliche Situation bewertest, mit der du unzufrieden bist. Definiere genau, welche Situationen dich unzufrieden machen: Ist beispielsweise der Chef wirklich immer cholerisch oder nur in bestimmten Situationen? Schreibe genau auf, wann du mit deinem Chef unzufrieden bist und wann nicht. Wenn du nun darüber nachdenkst, wie fühlst du dich dann? Schreibe diese Gefühle auf.

Das Gehirn überlisten

Die genau Reflektion hilft dabei, eine Sache von einer neuen und vielleicht besseren Seite zu sehen. Denn Menschen neigen dazu, Dinge ein wenig zu vereinfachen. Der Grund dafür ist im Gehirn zu suchen: Tagtäglich stürmt eine Vielzahl von Reizen auf den Menschen ein. Von dieser Masse an Sinneseindrücken nimmt das Gehirn aber nur einen kleinen Teil auf. Allerdings nicht zufällig: Das Gehirn wählt vor allem solche Informationen aus, die es in bereits bestehende Denkmuster eingliedern kann.

Im Klartext: Was wir wahrnehmen, wird sehr stark von unserer Überzeugung, unseren bisherigen Erfahrungen, Einstellungen und Interessen beeinflusst. Darüber hinaus werden Reize, die starke Gefühle auslösen, schneller und besser verarbeitet als Informationen, an denen man nicht emotional beteiligt ist. Wer diesen Mechanismus ändern will, muss sein Gehirn überlisten.

Bild: Doniree Walker bei flickr.com (CC BY 2.0)

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Kommentare: Glück: Wie wir unser Gehirn zu mehr Zufriedenheit überlisten

Klingt leichter als getan. Kann es nicht einfach einen Knopf geben der mit einen Druck negative Gedanken Eliminiert. Aber ich denke die oben erwähnten Tipps sind sehr hilfreich und ich werde mal versuchen sie zum Selbsttest zu berücksichtigen.

Diese Nachricht wurde von Johannes am 17.08.12 (15:22:06) kommentiert.

Es funktioniert bei mir gut, die Dinge von der positiven Seite zu sehen. Allerdings ist dafür etwas Übung notwendig und ich schaffe es auch nicht immer. Meinen Coaching-Kunden hat meine positive Einstellung und regelmäßige Aufmunterung schon viel geholfen. Eine Freundin von mir kennt -scheinbar- das negative gar nicht. Sie sieht alles gut, es ist (tätsächtlich) alles bestens und ist für mich ein unglaubliches Vorbild.

Diese Nachricht wurde von Olaf am 18.08.12 (20:27:52) kommentiert.

Ich kann auch die Einstellung des Hoteldirektors aus dem Film "Best Exotic Marigold Hotel" empfehlen. Er ignoriert das negative und sprüht nur so vor positiver Energie. Manchmal leicht übertrieben, aber durchaus manchmal kopierenswert.

Diese Nachricht wurde von Olaf am 20.08.12 (06:15:47) kommentiert.

Den Ansatz mit der Einstellung halte ich grundsätzlich erst mal für richtig, nur "das Gehirn zu überlisten" finde ich keine gute Idee. Vielleicht ist es auch nur einfach unglücklich formuliert, was aber auch daran liegen kann, dass das Ganze nicht ganz bis zu Ende gedacht ist. Man fragt sich also, woran es liegen kann, dass einen der cholerische Chef fertig macht, und kommt vielleicht, darauf, dass man sein persönliches Wohlergehen, sehr von der Meinung des Chefs abhängig macht, dass man nicht genügend Selbstbewusstsein hat, um zu verstehen, dass es einem ziemlich egal sein kann, wie cholerisch der Chef wird. Vermutlich hat er selbst Probleme mit seinem Selbstbewusstsein und hat es deshalb nicht drauf, Kritik auf einer sachlichen, fairen Ebene rüberzubringen. Sobald man dann einmal verstanden hat, dass der eigene Wert unabhängig von der Meinung des Chefs ist und dass dessen Cholerischsein sein Problem ist und eventuell von einem gar nicht zu beeinflussen ist, dann muss man sein Gehirn auch nicht mehr überlisten. Dann bleibt man einfach gelassen. Wenn dann bei einem keine Panik entsteht, kann man auch viel besser reagieren, weil man nun freigewordene Kapazitäten im Gehirn hat, die vorher für die Panik oder sonstwelche miesen Gefühle verbraucht wurden. Vielleicht fällt einem dann sogar mal eine ganz entwaffnende Antwort ein. Bei mir persönlich hat sich durch diese Methode schon viel am Arbeitsplatz verbessert und ich werde mit mehr Respekt behandelt.

Diese Nachricht wurde von Bettinka am 11.09.12 (10:37:58) kommentiert.
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