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24.04.08

Wenn zwei sich streiten, ist das selten produktiv

Wo mehrere Menschen zusammenarbeiten, kann es schnell zu Konflikten kommen: Manchmal reicht es schon, dass man unterschiedlicher Meinung ist. Manchmal ist es einfach Antipathie. Und sehr häufig brechen bei Meinungsverschiedenheiten Konflikte auf, die schon länger schwelen.

Doch Streitereien und sinnlose Diskussionen verhindern produktives Arbeiten. Wenn in Meetings statt sachlicher Argumente persönliche Attacken ausgetauscht werden, verhindert das eine Lösung des Problems. Und wenn über Wochen hinweg Sticheleien die Büroatmosphäre vergiften, ist das nicht nur für die "Kontrahenten" unangenehm. Daher ist sinnvoll, mit Konflikten richtig umzugehen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Konflikte sofort offen ausgetragen oder schnellstmöglich beigelegt werden. Mitunter ist das gar nicht möglich. Aber es gibt eine Reihe von Handlungsalternativen, die man in so einem Fall beherzigen kann.

  • Du befindest dich in einem Streitgespräch, und die Wogen schlagen zu hoch? Bitte in sachlichem Ton um eine Vertagung. Dann kannst Du Dich für den nächsten Schlagabtausch sammeln und Dir gute Argumente zurechtlegen.

  • Du fühlst Dich nicht nur von Deinem direkten Kontrahenten, sondern auch von anderen angegriffen? Sorg dafür, dass Ihr Den Konflikt unter vier Augen auf neutralem Boden lösen könnt.

  • Bei einem Streit verengt sich schnell der Horizont, man hört nur noch, was gesagt wird, aber nonverbale Signale nimmt man überhaupt nicht mehr wahr. Konzentriere Dich daher besonders auf das, was Du siehst: Vielleicht ist Dein Gegenüber gar nicht so böse, sondern es fehlen ihm nur die richtigen Worte?

  • Versuche, in Mimik und Gestik ebenfalls Sympathie auszudrücken, und mach Deinen Streitpartner ebenfalls auf visuelle Reize aufmerksam.

  • Stell das Problem aus Deiner Sicht dar, und beschreibe Deine Gefühle dazu. Bleib dabei sachlich, vermeide Anschuldigungen, Sarkasmus, Spott oder Drohungen.

  • Sprich nur für Dich selbst. Bediene Dich nicht der Meinung anderer Leute, um Deine Position zu stärken, denn sonst fühlt sich Dein Gegenüber angegriffen.

  • Billige der Gegenseite die gleiche Redezeit zu, die Du selbst in Anspruch nimmst, und unterbreche den anderen nicht, wenn er Deiner Meinung nach etwas Falsches sagt. Natürlich gilt: Gleiches Recht für alle.

  • Informiere die Gegenseite über Deine Befürchtungen und das, was Dich eventuell verletzt hat. Das kostet natürlich Überwindung, aber nur so hat der andere eine Chance zu verstehen, warum Du Dich ärgerst und lenkt möglicherweise eher ein.

  • Verzichte auf Machtmittel wie Drohungen oder Erpressungsversuche, die den Konflikt verschärfen. Eine befriedigende Lösung für beide kannst Du nicht erzwingen.

  • Es kann ja mal vorkommen, dass man in der ersten Rage beleidigende Bemerkungen macht. Steh offen zu Deinen Fehlern und entschuldige Dich gegebenenfalls für die Art und Weise, wie Du Deine Meinung vorgebracht hast. Für Deine Meinung brauchst Du Dich natürlich nicht zu entschuldigen.

  • Du bist offen, aber der andere nicht? Wenn du das Gefühl hast, Dein Gegenüber spricht nicht offen über seine Fehler oder bedroht oder erpresst dich: Sprich das offen an. Erkläre genau, was Dich stört. Brich notfalls das Gespräch ab und setze es erst fort, wenn Du Dich wieder sicher fühlst.

  • Mach klar, was Du willst, und was Du für eine gute Lösung hältst. Vielleicht sind Eure Meinungen gar nicht so weit auseinander?

  • Lass auch zu, dass Dein Gegenüber eigene Vorstellungen äußert. Versucht dann gemeinsam, eine Lösung zu finden.

  • Wenn andere sich streiten: Biete an, zu vermitteln oder ein klärendes Gespräch, das zur Konfliktlösung beitragen soll, zu moderieren. Aber Achtung: Lass dabei Emotionen außen vor und bleib stets sachlich – sonst verlierst Du schnell Neutralität.

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