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12.12.12

Sich ständig vergleichen: Wie man garantiert unzufrieden wird

Gesundes Konkurrenzdenken kann ein Antriebsmotor für mehr Produktivität und Leistung sein. Wird es aber auf die Spitze getrieben, kann es Leistung im Gegenteil verhindern, weil uns der ständige Vergleich lähmt. Zwei Seiten einer Medaille.

In unserem Berufsalltag herrscht ein ständiger Konkurrenzkampf - völlig normal und in der Regel auch gut so. Gesundes Konkurrenzdenken kann hilfreich sein: Es spornt uns an, mehr Leistung zu erbringen, uns ständig zu verbessern und unser Ding durchzuziehen. Der Wunsch, andere zu übertrumpfen, ist ein starker Antriebsmotor für höchste Leistungen.

«Ich will genauso gut Französisch können wie die Kollegin, deswegen werde ich mehr lernen» – dieser Vergleich ist eindeutig motivierend und hilft, das Ziel zu erreichen.

Wenn aus gesunder Konkurrenz «Vergleichssucht» wird

Problematisch wird es aber dann, wenn der Vergleich konstant negativ ausfällt. Ein Vergleich hat dann eher eine deprimierende Wirkung. Wenn man denkt: «Ich werde es ja eh nie schaffen, so gut Französisch zu lernen, ich kann den Kurs genauso gut aufgeben», dann nimmt man sich selbst den Ansporn zu lernen. Sich ständig mit anderen zu vergleichen, kann zu einer Marotte, ja einer Sucht werden. Die beste Möglichkeit, sich das Leben völlig zu vergällen.Dieses Verhalten führt ausserdem zu unnötigen Konflikten: Nicht wenige Menschen haben Probleme damit, Ängste oder Neid sich selbst einzugestehen, geschweige denn offen zuzugeben. Um das aufkommende Minderwertigkeitsgefühl zu überspielen, reagieren sie arrogant – und zwar auf Kosten der Menschen, mit denen sie sich verglichen haben. Überspitzt klingt das dann etwa so: «Warum machst Du denn überhaupt einen Französischkurs? Um Deine Besserwisserei zu perfektionieren?» Und die Kollegin denkt: «Mensch, was für eine arrogante Ziege!»

Fragen an Dich selbst: Ist Dein Konkurrenzdenken schon ungesund?

Die nachfolgenden Fragen können Dir einen Anhaltspunkt geben, wie stark bei Dir die Vergleichssucht ausgeprägt ist. Beantworte für Dich die folgenden Fragen:

  • Kannst Du Deinen Kollegen vertrauen oder siehst Du sie eher als Konkurrenten?
  • Vergleichst Du Dich oft mit anderen Menschen?
  • Fühlst Du Dich durch diese Vergleiche besser oder eher schlechter?
  • Bleibst Du realistisch, wenn Du Dich mit anderen vergleichst?
  • Was genau vergleichst Du? Sind Deine Vergleiche korrekt oder basieren diese nur auf dem, was Du über die Person zu wissen glaubst?
  • Vergleichst Du immer nur einzelne Aspekte, etwa «Kollege A hat mehr Geld als ich»?
  • Oder beziehst Du auch andere Aspekte in Deine Vergleiche ein, etwa «Kollege A muss auch mehr Verantwortung tragen»?
  • Wenn andere «besser» oder erfolgreicher sind – welche Bedeutung hat das für Dein Leben?

 

Bild: Jill Clardy bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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