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25.09.12

Glück: Ist Gewinnen abhängig von Talent und Geld?

Ob auf dem Sportplatz oder im Büro - wer öfters gewinnt, hat es leichter, auch in Zukunft Erfolge zu verbuchen. Aber ist Erfolg nur eine Frage von Talent und Geld?

Oder gibt es andere Gründe, warum manche immer gewinnen und andere, sehr talentierte, öfters straucheln? Um das Geheimnis von Erfolg zu ergründen, verglich die Autorin und Harvard Professorin Rosabeth Moss Kanter nachhaltige Gewinner mit langjährigen Verlierern in Profi- und Amateursport. Ihre Erkenntnisse übertrug sie auf Business Cases und fasste diese in ihrem Buch Confidence zusammen.

Sie fand heraus, dass sich Gewinnern zehn wichtige Vorteile erschliessen, die ihnen beim Siegen helfen. Und dass wir alle diese Erkenntnisse auf uns übertragen und auf diesen Vorteilen aufbauen können, um den nächsten beruflichen Erfolg anzustreben. Hier die zehn Vorteile, die sich Gewinnern erschliessen und sie noch stärker machen:

1. Gute Laune. Gewinnen fühlt sich gut an, verlieren hingegen senkt die Stimmung. Eine positive Stimmung produziert Energie und stärkt den Willen, kritische Phasen zu überstehen. Während Verlierer jede erdenkliche Möglichkeit wahrnehmen, aufzugeben, machen Gewinner weiter, obwohl sie verletzt sind - getragen vom sogenannten Gewinnerhoch. Psychologen fanden heraus, dass Stimmungen ansteckend sind. So ansteckend die Heiterkeit von Gewinnern auf andere wirkt, so giftig die Schwermut der Verlierer. 2. Schöne Situation. Ob am Fussballspiel der Kinder oder im Büro, Verlierer gehen früher nach Hause. Gewinner hingegen hängen noch ein bisschen rum. Die Studien der Autorin zeigen, dass erfolgreiche Unternehmen weniger Absenzen und Unpünktlichkeit aufweisen. Es herscht mehr Solidarität unter den Mitarbeitenden, weil die Leute mehr Zeit miteinander verbringen und die Erfolge feiern, sich gegenseitig pushen, um noch erfolgreicher zu sein. Mehr Zeit zusammen verbringen heisst auch, mehr Chancen, um Informationen auszutauschen und voneinander zu lernen.

3. Lernen. Verlierer verhalten sich defensiv und wollen nichts über ihre vielen Niederlagen hören, darum meiden sie Feedback. Gewinner sind eher bereit, freiwillig über ihre Fehler zu diskutieren und akzeptieren negatives Feedback, weil sie wissen, dass sie gewinnen können. Sie sehen Üben als Weg zum Ziel und nicht als Strafe. Für Athleten geht nichts über intensives Training. Wer den Ablauf, jede Bewegung genau kennt, hat grössere Chancen zu gewinnen.

4. Konzentration. Was jeder Golfer und Tennisspieler weiss: Man muss sich auf den Ball konzentrieren. Verlierer bestrafen sich oft selber, in dem sie sich zu viele Gedanken machen. Gewinner lassen sich nicht so leicht ablenken. Golf Profi Tiger Woods gewann fast jedes Turnier, bis seine persönlichen Probleme an die Öffentlichkeit traten und ihn ablenkten.

5. Gegenseitiger Respekt. Gewinnen macht es einfacher, die anderen Teammitglieder zu respektieren und aufeinander zu hören. Denn als Gewinnerteam geht man automatisch davon aus, dass jedes einzelne Teammitglied gut spielt. Gewinner spornen einander gegenseitig an und motiveren zu noch mehr Leistung. Verlierer hingegen schieben die Schuld auf die anderen Teammitglieder und kreieren mit ihrem Fingerzeigen eine Missstimmung.

6. Solide Unterstützung. Hinter jedem Spitensportler stehen Trainer, Familie, Freunde und Fans, die als Motivationsspritze dienen. Gewinnen heisst auch, seinen Rückhalt zu vergrössern; Verlierer müssen um ihre Fans und Unterstützung bangen. Zum Beispiel verliessen Cheerleader in der Halbzeit eines wichtigen College-Football-Spiels das Spielfeld, weil ihre Mannschaft am Verlieren war. Wenn sogar die eigenen Cheerleader das Feld räumen, wer soll dann noch an den Sieg glauben?

7. Bessere Presse. Die Medien stürzen sich auf Gewinner - und berichten positiv. Der Verlierer hingegen erhält kaum Beachtung, ausser er betrinkt sich vor einem wichtigen Spiel und verliert dann...

8. Einladungen zu den besten Parties. Gewinner werden ins Weisse Haus, in den Buckingham Palace, an Ausstellungen und andere exklusive Events eingeladen - und zwar ständig. Sie erhalten Zugang zu wichigen Kontakten und können ihr Netzwerk pflegen und erweitern. Wer lädt Verlierer ein?

9. Selbst-Bestimmtheit. Gewinner haben ihr Umfeld im Griff. Sie werden meist in Ruhe gelassen, bekommen positive Berichterstattung. Verlierer hingegen werden von allen Seiten bestürmt, sogenannte Helfer bieten ihre Dienste an: Trainer, Psychologen, Mediencoaches. Zu viel davon und Verlierer verbringen mehr Zeit in Meetings anstatt sich auf den nächsten Wettbewerb vorzubereiten.

10. Kontinuität. Verlierer müssen den Platz räumen. Und so werden immer wieder neue Trainer eingestellt, neue Strategien ausgearbeitet, in der Hoffnung, dann endlich zu gewinnen. Aber in einer unstabilen Situation, in einem wackeligen Umfeld zu gewinnen, ist schwierig. Gewinner profitieren von Kontinuität und langfristiger Planung.

Für Unternehmen heisst das, sie können auf diesen Gewinner-Vorteilen aufbauen und eine positive Stimmung schaffen, Konzentration und Respekt fördern, das Augenmerk auf die Details richten und beständige Supportsysteme einführen.

Bild: The Library of Congress via flickr.com (keine Urheberrechtsbeschränkungen bekannt)

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