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31.12.07Kommentieren

Vorsätze fürs neue Jahr - aber richtig! Zuviel Selbstkontrolle ist auch keine Lösung

Ob während mußevoller Stunden vor dem Kamin oder in der Hektik der Silvestereinkäufe - zum Jahresende nehmen wir uns gern vor, in den kommenden 12 Monaten alles ganz anders und vor allem: besser zu machen als im alten Jahr. Gut so. Nur zuviele Vorsätze sollten es auch nicht werden.

Gegen gute Vorsätze fürs neue Jahr ist an sich gar nichts einzuwenden. Natürlich: Ganz nüchtern (im Wortsinne) betrachtet sind der 31. Dezember und der 1. Januar Tage wie jeder andere auch. Aber die symbolische Aufladung kann man durchaus nutzen, um sich mit mehr Ernst und Motivation etwas vorzunehmen, das man 2008 erreichen oder auch einstellen möchte. Nur zu motiviert (sprich: unrealistisch) sollte man seine Vorsätze auch nicht fassen. Denn unsere Selbstkontrolle stößt schnell an ihre Grenzen.

Das haben zum Beispiel kanadische Forscher mit einem Experiment belegt, wie die Schweizer Gratiszeitung heute kürzlich berichtete (Update: Der Artikel ist leider nicht mehr online). Wer also schlechte Gewohnheiten loswerden oder sich neue, gute angewöhnen möchte, geht besser Schritt für Schritt vor.

In dem Experiment, das Michael Inzlicht an der Uni Toronto durchführte, mussten sich die Versuchspersonen einen emotional aufwühlenden Film anschauen. Ein Teil der Getesteten erhielt die Anweisung, hervorgerufene Gefühle zu unterdrücken. Die andere Gruppe durfte Rotz und Wasser heulen den Emotionen freien Lauf lassen.

Anschließend wurden die Versuchspersonen gebeten, einen sogenannten Stroop-Test zu machen. Dabei werden den Probanden Worte gezeigt, die in einer Schriftfarbe dargestellt sind, die der Bedeutung der Worte widerspricht; das Wort "grün" ist in blauer Farbe geschrieben, das Wort "rot" in grün etcetera. Aufgabe ist es, möglichst schnell die Farbe des Wortes zu nennen - und nicht das Wort selbst (schöne Idee fürs nächste Familienfest, finden wir).

Die Personen, die während des Films ihre Gefühle nicht zeigen durften, schlugen sich im Stroop-Test deutlich schlechter als die Vergleichsgruppe. Michael Inzlicht interpretiert die Ergebnisse dahingehend, dass in der ersten Gruppe die Fähigkeit zur Selbstkontrolle bereits ausgereizt war.

In eine ähnliche Richtung geht der bekannte Rat, sich etwa 30 Tage Zeit zu lassen, um eine neue Gewohnheit zu etablieren oder eine alte aufzugeben - ein Rat, der impliziert, dass man während dieser 30 Tage nicht fünf Gewohnheiten auf einmal los wird. Für den heutigen Tag, den letzten im Jahr 2007, heißt das: Wer seine Vorsätze fürs neue Jahr formulieren möchte, sollte sich an ein paar Grundsätze halten:

     

  1. Besser nur einen Vorsatz fassen als viele - und diesen einen schriftlich festhalten.
  2. Dabei maßvoll und realistisch bleiben - alles andere gibt später nur Frust.
  3. Den Vorsatz möglichst konkret und detailliert ausformulieren.
  4. Dazu passend kleine Schritte planen, wobei der erste sofort umsetzbar ist (was greifbar ist, das motiviert).
  5. Mitstreiter suchen (oder anderen davon erzählen), um sich selbst unter Druck zu setzen.

Für die Formulierung von Zielen lassen sich diese Tipps mit drei "M" zusammenfassen. Ziele sollten möglichst machbar, messbar und motivierend sein. Machbar in dem Sinne, dass sie nicht unrealistisch sind, umgekehrt aber auch eine gewisse Herausforderung darstellen. Messbar, weil man sonst gar nicht weiß, wenn man das Ziel erreicht hat. Motivierend, damit keine inneren Zweifel aufkommen, ob das Angestrebte wirklich das richtige ist oder vielleicht falsch formuliert wurde.

Für Januar haben wir übrigens ein paar weitere Hinweise in der Schublade für den Fall, dass es mit der Umsetzung der guten Vorsätze nicht ganz klappen sollte.

Bis dahin aber erstmal: Einen guten Start ins neue Jahr!

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