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27.01.14Leser-Kommentar

Vorsätze: 7 Tipps, die Du 2014 nicht beherzigen solltest

Der Vorsatzmonat Januar neigt sich seinem Ende zu, und vielleicht lebst Du bereits die Vorsätze meines Kollegen Patrick Mollet, die Dir dabei helfen, dieses Jahr produktiver zu werden. Erlaube mir, das Gegenprogramm zu präsentieren: Manche guten Vorsätze können nämlich schlicht falsch sein, weil sie einfach nicht zu Dir passen. 7 typische Vorsätze, die Du zumindest nochmals überdenken solltest.

Bild: Thierry Ehrmann bei flickr.com (CC BY 2.0)Kürzlich wurde ich auf einen tollen Beitrag der kanadischen Bloggerin Chantielle MacFarlane aufmerksam. Sie reflektiert darin das vergangene Jahr und zählt auf, was sie 2014 garantiert nicht mehr machen wird. «14 Fucks I Refuse to Give in 2014» heißt ihr Beitrag passend. Er hat mich zu dieser ungewöhnlichen Vorsatz-Liste inspiriert. 7 Vorsätze, die Du besser nicht beherzigen solltest:1. Ein Morgenmensch werden

Im vergangenen Jahr habe ich in Vancouver den Unternehmer Eric Pateman interviewt. Er sagt, er arbeite am produktivsten, wenn er um 3 Uhr morgens aufsteht. Bei imgriff.com haben wir immer wieder über Menschen berichtet, die  in den frühen Morgenstunden, etwa zwischen 5 und 6 Uhr, am besten arbeiten. Das alles könnte Dich zu dem Vorsatz verleiten, früher aufstehen zu wollen.

Mein Tipp: Tue es nicht, wenn Du kein Morgenmensch bist und Dein Biorhythmus Dich nicht ohnehin schon morgens um 6 aus dem Bett treibt. Wozu sich quälen, wenn Du erst etwas später am Tag produktiv wirst. Mir geht es übrigens umgekehrt: Ich bin häufig schon um 6 Uhr aktiv, fände es aber besser, wieder einen etwas anderen Rhythmus zu haben.

2. Deine Schwächen besiegen

Jeder hat Schwächen. Die einen mögen Schokolade, die anderen kommen zu spät. Menschen sind nicht perfekt und das macht sie liebenswert. Natürlich ist es positiv, an seinen Schwächen zu arbeiten. Aber die Frage ist: Wie effektiv ist es wirklich, Zeit für eine Sache aufzuwenden, in der man nicht gut ist, um darin ein klein wenig besser zu werden?

Mein Tipp: Arbeite an deinen Stärken, an den Sachen die Dir liegen und die Du schon gut kannst. Denn auf diesen Gebieten hast Du die Möglichkeit, wirklich Top-Leistungen zu bringen.

3. Ordentlich werden

Wir schreiben hier seit Jahren über Organisieren, Entrümpeln und Aufräumen. Alles notwendige Themen, ohne Frage. Und doch suggerieren diese Tipps auch eines: Man ist unglücklich, wenn man unordentlich ist. Dabei plädiere ich nicht dafür, im Chaos zu versinken. Es bringt aber nichts, Dir vorzunehmen, stets die Wohnung top aufzuräumen, wenn Du eigentlich eher zur Unordnung neigst und es dann doch nicht machst.

Mein Tipp: Heuere lieber eine Putzfrau an, die das für Dich erledigt, dann hast Du Zeit für Dinge, die Du besser kannst.

4. Viele neue Projekte starten

Ideen haben, produktiv und kreativ sein ist zweifellos toll und wichtig. Was aber passiert, wenn wir uns zu zu viel vornehmen? Ganz einfach: Wir überfordern uns! Denn Multitasking gibt es nicht. Überforderung ist bei den vielen Optionen, die wir im Alltag zur Auswahl haben, auch schnell passiert, nicht nur weil wir uns zwischen Karriere- und Familienplanung aufreiben. Die Überforderung beginnt oft schon im Kleinen, z.B. weil Chefs und Kollegen Anforderungen an uns stellen und wir Angst haben, nein zu sagen.

Mein Tipp: Überlege Dir genau, welches Deine Ziele im Leben sind. Lass Dir dabei nicht dreinreden. Und dann höre auf, Dich zwischen Anforderungen von außen und Deinen Ideen zu verzetteln, sondern fokussiere auf Deine Ziele.

5. Die Kontrolle behalten

Wir leben in einer unsicheren Welt, haben Angst vor Jobverlust, der Globalisierung, Terrorismus oder anderen unvorhersehbaren Dingen. Verständlich. Leider reagieren viele Menschen auf diese persönliche Unsicherheit, indem sie versuchen, ihr Leben so genau wie möglich zu planen und zu kontrollieren. Das aber klappt in vielen Fällen nicht, denn wie heißt es so schön: Prognosen gehen in die Hose.

Mein Tipp: Loslassen, im Jetzt und Hier leben und nicht versuchen, alle Unwägbarkeiten von vornherein abzusehen und kontrollieren zu wollen.

6. Probleme weglachen

Positiv denken - das ist einer der Tipps, die ich in 2011 hier gegeben habe. Natürlich, das gilt noch immer. Allerdings ist damit nicht gemeint, dass man seinen kritischen Verstand «wegpositiviert» und zu allem Ja und Amen sagt. Auch wenn positives Denken und Lachen uns tendenziell produktiver machen, bringt es nichts, Probleme und Konflikte regelrecht wegzulachen, statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Mein Tipp: Konflikte und Probleme aktiv angehen, wenn eine Verbesserung möglich ist. Sich mit einer Situation zufrieden geben, wenn das nicht geht. Und lernen, den Unterschied zu erkennen.

7. Immer gut drauf sein

Auch das fällt unter falsches positives Denken, geht aber noch ein wenig weiter. Unsere Gesellschaft vermittelt uns nämlich den Eindruck, wir müssten allzeit glücklich und mit voller Energie durchs Leben gehen und die unter Punkt 4 genannten vielen neuen Projekte starten – und wenn uns das nicht gelingt, dann sind wir Versager und selbst schuld an der Misere. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber mich stresst z.B. die gutgemeinte Aussage «Genieße das» unglaublich, weil ich dahinter den ständigen Zwang zur guten Laune spüre. Dabei kann es auch unglaublich produktiv sein, einfach nur mal nur rumzuhängen, auch mit schlechter Laune. Denn abgesehen davon, dass jeder Mensch Pausen braucht, helfen Tiefs, die schönen Dinge im Leben dann mehr zu genießen.

Mein Tipp: Alles kann, nichts muss.

In diesem Sinne: Lasst Euch nicht stressen. Schon gar nicht durch gute Vorsätze.

 

Bild: Thierry Ehrmann bei flickr.com (CC BY 2.0)

Kommentare

  • Alex

    28.01.14 (20:47:52)

    Tipp 8 (den du aber beherzigen solltest): imgriff.com nicht mehr lesen, denn "Alles kann, nichts muss". JUST DO IT.

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