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26.03.14Leser-Kommentare

Vollwertkost fürs Gehirn: Was gegen Reizüberflutung und für ein besseres Gedächtnis hilft

Es ist offensichtlich: Mit der täglichen Informationsflut muten wir unserem Gehirn zu viel zu.  Es gibt aber Techniken und auch Apps, mit deren Hilfe wir unser Gedächtnis entspannen und seine Leistung wieder steigern können.

Was gegen Reizüberflutung und für ein besseres Gedächtnis hilft. Bild: Gino BrenniUnser Hirn muss aufgrund der Massenmedien, die überall und immer konsumiert werden können, viel mehr Informationen verarbeiten als noch vor einigen Jahrzehnten.

Wer nicht achtgibt und zwischen dem News- und Onlinekonsum nicht genügend informationsfreie Pausen einlegt, riskiert sein Hirn aufgrund einer Reizüberflutung zu schädigen.

Zumindest legen dies Studien von Neurologen der Yale University nahe, die Mäuse konstant mit Lärm reizten. Doch mit dem passenden Hirntraining kann man seine Gedächtnisleistung steigern und auch das Risiko, mit der Info-Flut nicht mehr klarzukommen, mindern.

Weniger News, und mehr Wissen mit Tiefgang

Ich habe es persönlich gemerkt, als ich damit aufgehört habe, Gratiszeitungen und News-Apps zu konsumieren: Mein Hirn entspannte sich und ich wurde weniger nervös. Meine News-Diät trat ich aufgrund eines Artikels von Rolf Dobelli, «Vergessen Sie die News», an. In diesem empfehlenswerten Artikel werden naheliegende Gründe präsentiert, weshalb News zu vermeiden sind.

Dobelli vergleicht News mit Fast Food. Sie seien fürs Gehirn wie kleine Zuckerschocks und nicht nachhaltig. Es bestehe die Gefahr, nur noch News zu verschlingen und von einer News zur nächsten zu springen. Er empfiehlt stattdessen Informationen mit Gehalt zu konsumieren.

Also: Weniger Nachrichten konsumieren und das Hirn stattdessen mit «Vollwertkost» beschäftigen: Bücher und Fachliteratur sowie ausführliche Artikel zu einem politischen oder gesellschaftlichen Thema lesen.

Hirntraining-Apps nutzen

Es gibt eine Vielzahl an Apps, welche die Hirnfunktion und die Gedächtnisleistung verbessern wollen. Eine bekanntere unter den Gratis-Apps ist «Gedächtnistrainer» von Movisol (nur für iOs). Damit trainiert man durch Einprägung von Bild-Sequenzen das Kurzzeitgedächtnis. Auf der Website von Lumosity kann man sich online ein passendes Trainingsprogramm erstellen und auch unterwegs per App sein Gedächtnis trainieren. Über 50 Mio. Menschen nutzen das Angebot bereits. Auch Kreuzworträtsel oder Sudoku haben einen positiven Effekt auf die Hirnleistung.

Mantras summen, meditieren und Glückszustand trainieren

Shoba Narayan, eine indische Journalistin, hat in einem Artikel geschildert, wie sie anstelle gängiger Hirntrainings mit dem Summen von Mantras zu mehr Ruhe und damit auch Hirnleistung gelangt ist. Sie selbst nennt sich unruhig und vergesslich und hat schon viele Apps ausprobiert, die zwar alle irgendwie geholfen haben, jedoch keinen Bezug zum Alltag aufwiesen. Schlussendlich wurde sie einfach gut im Lösen der spezifischen Aufgaben in der App.

Narayan probierte, von ihren Eltern motiviert, eine uralte indische Tradition aus: Das Summen eines persönlichen Mantras. Mantras sind mehrsilbige, spirituelle Phrasen in Sanskrit, die mehrmals täglich singend wiederholt werden. Forscher sehen Anzeichen dafür, dass das Hirn beim Summen dieser Phrasen in einen meditationsähnlichen Zustand gelangt und dass dieser dem Hirn bei der Aneignung von Achtsamkeit und Konzentration hilft. Meditation lässt nämlich Nervenzellen spriessen, wie die «Welt» schreibt.

Wie haltet Ihr Euer Gedächtnis auf Trab?

Kommentare

  • Paul Wiegel

    26.03.14 (11:46:04)

    Top Artikel! Ich merke ebenfalls, dass die konsumierten Tech-News sich wie Fast Food auf mein Hirn auswirken und merke auch immer mehr, dass ich immer mehr und mehr dazu neige ganze Artikel grob zu überfliegen, statt mich mit der Essenz des Artikels auseinanderzusetzen. Im Nachhinein merke ich dadurch paar Tage später auch, dass die Erinnerung an diese Artikel nahezu bei 0 ist, logisch, wie sollen sich auch Sachen abspeichern, wenn man nur an der Oberfläche kratzt. Danke für diesen anregenden Beitrag, ich werde demnächst genauer darauf achten mein Hirn für die Tiefe wieder umzuerziehen. Was die Apps betrifft so habe ich schon unglaublich viel getestet, jedoch wirklich genützt hat mir bisher Wunderlist als Gedächtnisstütze, To-Do-App und Listenverwaltung für Persönlichkeitsentwicklung, etc. Es hilft mir das Gewusel im Kopf zu sortieren und Ruhe im Kopf herzustellen. Jedoch bin ich manchmal schon fast zu ruhig, weil ich wirklich vieles in Wunderlist niederschreibe. Ob das langfristig gut für mich ist, wird sich wahrscheinlich noch früh genug herausstellen. VG, Paul Wiegel

  • Gino Brenni

    27.03.14 (14:00:49)

    Vielen Dank! Das geht mir leider genau gleich wie Ihnen: Wenn man wirklich über alles Bescheid wissen will, kommt man gar nicht umhin, selbst die besten Blogartikel nur zu überfliegen. Wunderlist gefällt mir persönlich auch sehr gut, habe ich aber trotzdem nicht lange genutzt. Viel Erfolg beim Hirntraining und viel Ruhe, Gino Brenni

  • Gregor

    08.04.14 (12:39:43)

    Danke für diesen Artikel. Das Thema ist richtig interessant. Gerne mehr davon hier im imgriff.com Blog. btw: Der Link zum Artikel von Rolf Dobelli, «Vergessen Sie die News» ist wirklich lesenswert.

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