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11.01.13

Unclutter App: Digitale Hosentasche mit Verbesserungspotential

Die Unclutter App für Mac verspricht, Ordnung auf den Desktop zu bringen. Leider ist sie zu wenig durchdacht und bringt im Endeffekt keinen Mehrwert. Bis die Version 2 erscheint, helfen andere Tools über die Runden.

Wir kennen das Problem. Mit dem digitalen Desktop verhält es sich wie mit dem physischen Schreibtisch: Über kurz oder lang sammeln sich allerlei Dateien an, da man diese entweder gerade benötigt oder noch nicht entschieden hat, ob und wo man sie ablegen will.

 

Drei Funktionen in einer App

Die App Unclutter für Mac will dem Abhilfe schaffen: Sie zeigt das Clipboard mit aktuellem Zwischenspeicher an, dient als Ablage für temporäre Dateien und verfügt über eine einfache Notizfunktion. Unclutter hält sich in der Menüleiste bereit und kann standardmässig mit einem vom iPhone bekannten Scrollen aktiviert werden. Dies lässt sich aber den eigenen Bedürfnissen anpassen, ebenso die Platzierung der drei Funktionsfenster.

Die Unordnung wird nur verlagert

Was grundsätzlich gut klingt, funktioniert in der Praxis nur unbefriedigend. Die App öffnet sich ständig ungewollt, wenn man in der Menüleiste eines anderen Programms etwas aufruft. Schade ist zudem, dass Unclutter nur das zuletzt kopierte Element anzeigt. Wünschenswert wäre hier eine History, wie sie das kostenlose Clipmenu oder die kostenpflichtigen iClipboard, Clips etc. bieten.Die Ablage von temporären Dateien ist gut gemeint, aber eher umständlich in der Handhabung. Denn wenn ich immer zuerst noch Unclutter öffnen muss, kann ich die Datei genau so gut auf dem Desktop speichern. Zumal mit der Zeit die angesammelten Dokumente einfach in Unclutter statt auf dem Desktop für Unordnung sorgen und die App nicht mit Spotlight durchsucht werden kann.

Bleibt noch die Notizfunktion. Diese ist gut, bietet aber gegenüber einem normalen Texteditor oder einem Notiz-Widget keinen Mehrwert.

Alternativen bis zur Version 2

Für eine kostenpflichtige App ($2.99) ist Unclutter in der aktuellen Version enttäuschend. Die Entwickler verfolgen jedoch einen spannenden Ansatz, indem sie in Zukunft die häufigsten Tasks (Kopieren, Ablegen, Notieren) in einer App vereinen wollen.

Bis zu einer stark verbesserten Version 2 von Unclutter verwende ich Clipmenu, um mein Clipboard zu managen, und TypeIt4Me für Textbausteine. Temporäre Notizen lege ich im TextEdit an, für alle anderen Notizen ist Evernote mein virtuelles Notizbuch. Und für temporäre Dateien habe ich ganz einfach einen Ordner «temp», den ich mit Spotlight oder Alfred durchsuchen kann und regelmässig leere.

Denn da bin ich mir mit Kollegin Simone Janson einig: Auf den Desktop (sowohl virtuell wie physisch) kommt bei mir nach Möglichkeit nichts.

 

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