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03.12.10Leser-Kommentar

Twitter: Lernen für den Job

Einige Hinweise, wie man Twitter zur Weiterbildung im Job einsetzt: aktuelles, relevantes und personalisiertes Lernen.

(Grafik: Spoon Graphics)Twitter ist auch Weiterbildung. Mehr und mehr zeichnet sich ab, dass Lernen eine sehr sinnvolle Anwendung des Micro-Blogging-Dienstes ist. Auf Jane Harts Liste der «Top 100 Tools for Learning» rangiert Twitter im zweiten Jahr auf Platz eins. Ihre Rangliste entsteht aus Wertungen von Bildungsspezialisten aus der ganzen Welt. Inzwischen mehren sich im Web auch die Erfahrungsberichte. Hier deshalb einige Gedanken, was und wie Ihr mit Twitter für den Job lernen könnt: Mehr Lesen

Das ist für die meisten Twitter-Lerner der grösste Nutzen: Sie lesen mehr beruflich orientierte Fachartikel oder Bücher, seit sie Twitter nutzen. Der Grund ist einfach: Twitter ist wohl die grösste Empfehlungsmaschine der Welt. Artikel, Links oder Hinweise auf Bücher gehören zu den meist getweeteten Infos.

Mehr Kontakte

Nirgends kann ich mich so einfach mit Spezialisten aus meinem Berufsfeld vernetzen wie auf Twitter. Dort erfährt Ihr, was in Eurem Gebiet gerade diskutiert, gelesen und gedacht wird.

Mehr Brancheninfos

Durch diese Kontakte kriegt Ihr auch branchenbezogen einen guten Eindruck, was die jeweilige «Szene» gerade bewegt: Infos über Neuerungen und Innovationen, über die Konkurrenz oder anderen wichtigen Ereignissen.

Mehr Diskussion

Die Diskussionen, die auf Twitter stattfinden, sind auch Gelegenheit, die eigene Meinung oder das eigene Tun zu hinterfragen. Wie tun wir etwas in unserem Feld, wie gehen andere ihre Fragestellungen an.

Dass Twitter als persönliche Weiterbildung gut funktioniert, ist kein Zufall. Twitter weist sehr lernfördernde Features auf. Am wichtigsten: Die Informationen, die ich erhalte, entsprechen genau dem, was ich wissen will. Die Relevanz ist sehr hoch. Ich entscheide, wem ich followe und beeinflusse dadurch, welche Inhalte ich erhalte. Anders als bei einer Fachzeitschrift oder in einem Seminar: Dort muss ich in Kauf nehmen, dass im Moment vielleicht nur die Hälfte der Inhalte relevant ist für mich.

Ausserdem agieren die Leute, denen ich folge, wie ein Filter zwischen mir und der Informationsflut da draussen. Diese Leute tweeten nicht wahllos, sondern bewerten eine Information vorher. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Inhalt für mich relevant ist.

Erfolgreiches Lernen mit Twitter bedarf einiger Vorüberlegungen:

Inhalte: Zuerst definiert Ihr ein Suchfeld - also die Entscheidung, was Ihr wissen wollt und zu welchem Thema Informationen zu Euch fliessen sollen. Die erste wichtige Barriere gegen die Infoflut.

Leute: Anschliessend könnt Ihr festlegen, wem Ihr folgen solltet. Leuten, die nicht zu den oben definierten Inhalten twittern, sollte man nicht followen. Barriere Nummer zwei.

Listen: Listen sind in Twitter ein sehr nützliches Instrument, um verschiedene Themen abzudecken: Für jedes Thema, das mich interessiert, definiere ich eine Liste mit Menschen, die darüber twittern.

Fokus: Twitter hat ein grosses Ablenkungspotenzial - also empfehle ich immer, dass man sich im Umgang damit diszipliniert. Nur zu festgelegten Zeiten reinschauen und vielleicht die zu investierende Zeit beschränken.

Tools: Viele Leute bevorzugen Tools wie Tweetdeck für die Arbeit mit Twitter. Sie bieten eine bessere Übersicht, Listenansichten etc. und machen die Arbeit mit dem Tool effizienter.

Auf diese Weise lässt sich Twitter als eigentliche Lernmaschine einsetzen, als persönliche Weiterbildung: aktuell, schnell und relevant. Das ist zumindest meine Erfahrung. Eure Erfahrungen, Widersprüche oder Zustimmung wie immer gerne in den Kommentaren - danke!

Kommentare

  • sonnenspitze

    09.12.10 (22:16:31)

    Wenn die Erhebung, die der Liste von Jane Harts wirklich repräsentativ ist (was ich absolut glaube, obwohl ich nicht zu den Bildungsspezialisten gehöre), dann ist für mich bei aller Abwägung von Pro und Kontra des Einsatzes von Twitter als Instrument der Weiterbildung im Job einfach nur beeindruckend. Ein solches müsste dann aber bei unserem Dualen System in Deutschland bereits in der Berufschule beginnen. Dieses würde dann allerdings voraussetzen, dass auch die Lehrer Twitter nicht nur bedienen, sondern auch wirklich nutzen können. PISA lässt grüßen.

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