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09.05.11Leser-Kommentar

Traumberufe: Astronaut, Pokerspieler oder Gondoliera?

Gondoliera rudern auf der Alster, Bademeister haben Ende Sommer genug von der Sonne und Hedge Fund-Manager verdienen fünf Milliarden Dollar. Traumberufe unter der Lupe.

Der Traumberuf - vielleicht denkt Ihr, im Büro sitzend, gerade daran, als professioneller Pokerspieler zu arbeiten. Oder vielleicht hättet Ihr doch Affenforscherin werden sollen. Das Folio, die Monatszeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung, geht in der Mai-Ausgabe dieser Frage nach: Wie sieht es in diesen Traumberufen wirklich aus? Wie wird man Astronaut? Und was ist die typische Handbewegung einer Tierärztin?

Ich will Astronaut werden!

Gleich zu Beginn werden vielen Jungs einige Illusionen genommen. Das Heft zeichnet den Selektionsprozess für zukünftige Astronauten der European Space Agency (ESA) auf: Ganze sechs der insgesamt 8143 Bewerberinnen und Bewerber wurden 2008 in das Ausbildungsprogamm aufgenommen. Mehr Jobmöglichkeiten gibt es dann doch als Bademeister. Absolventen der Life Guard-Akademie in den USA können es in leitender Position auf knapp 100'000 US-Dollar Jahreseinkommen bringen. Der Job bringt aber Risiken mit sich: Berufskrankheit Nummer eins ist Hautkrebs.Affenhirn und Geckos im Wodka

Etwas exotischer ist der Beruf des Foodhunters - für Restaurants oder Lebensmittelkonzerne unbekannte oder vergessene Nahrungsmittel auftreiben. Der Amerikaner Mark Brownstein verdient so seinen Lebensunterhalt; sein grösster Fund bisher war eine ölreiche Nuss aus Laos, eine Mak Guu. Nachteile gibt's auch hier: Dem Verspeisen von Affenhirnen steht Mark kritisch gegenüber und in Vietnam wurde ihm pechschwarzer Wodka vorgesetzt, in dem kleine Knochen und Geckos eingelegt waren.

Oder doch Schwertschlucker?

Pokerspieler und Schwertschlucker sind zwei Jobs, die offen gesagt nicht so richtig nach Arbeit tönen. Der eine allerdings bringt ein sehr unsicheres und schwankendes Einkommen mit sich, und der andere verlangt viel Ausdauer: Vier Jahre lang hat Branchenprimus Dan Meyer geübt, bis er zum ersten Mal ein Schwert schlucken konnte. Das ergibt 13'000 erfolglose Versuche. Etwas weniger risikobehaftet ist die tägliche Arbeit von Ina Mierig. Sie ist die einzige Gondoliera auf der Alster in Hamburg, ein Traumberuf seit ihrer Jugend, den sie sich mit Jahren zähen Beharrens erarbeitet hat.

Lieber Hedge Funds als Wein

Ganz kurz fällt dafür das Berufsportrait des Hedge Fund Managers aus: «5'000'000'000 Dollar» steht da nur. Das ist der persönliche Profit, den Hedge Fund-Chef John Paulson im Jahr 2010 eingefahren hat. Einzig der Weinhändler und der Gastrokritiker raten ausdrücklich davon ab, diese «Traumberufe» zu ergreifen. Wenn man Wein mag, soll man ihn weiter trinken, aber nicht unbedingt damit arbeiten. Zu vlele Enthusiasten hätten sich daran schon die Finger verbrannt. Und als Gastrokritiker brauche es vor allem einen reichen Vater: Kaum eine Zeitung würde heute noch Restaurantquittungen über 500 Euro für zwei Menus akzeptieren.

Ach ja, und wie versprochen hier noch zum schönen Beruf des Veterinärs: «Die rektale Exploration ist die typische Handbewegung des Berufs.»

» Alle Artikel des NZZ Folio können online kostenlos nachgelesen werden.

Kommentare

  • Tanja Handl

    09.05.11 (12:11:39)

    :) Klingt ja alles sehr prickelnd. Gondoliera sein stelle ich mir allerdings toll vor - ich gratuliere Frau Mierig, dass sie ihren Traum so konsequent verwirklicht hat.

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