05.01.12 11:40

, von Corinne Dubacher

Büroklatsch: Tratschen macht produktiv

Die grundlegenden motivationalen Faktoren der Produktivität stehen diese Woche im Zentrum: Lob, die Farbe Blau, Lachen - heute geht's um Klatsch und Tratsch.

Der Kollege hat am Wochenende geheiratet, die Buchhalterin ist bereits im 6. Monat und der Banknachbar wird befördert. Und du hast von all dem keine Ahnung? Das ändern wir jetzt. Denn wer sich an Bürotratsch beteiligt, ist produktiver.

Tratsch steigere die Leistungsfähigkeit, fanden Psychologen der Uni Hamburg heraus. Nach ein paar Minuten der Ablenkung werde wieder deutlich bessere Arbeit geleistet. Ausserdem fördere Tratsch die Kommunikation und sorge damit für mehr Zufriedenheit im Job.

Die Arbeitspsychologin Kathryn Waddington von der Universität London befragte 100 Krankenschwestern und -pfleger und fand Ähnliches heraus: Der Büroplausch zwischendurch half den Betroffenen, Dampf abzulassen sowie negative Gefühle und Stress schneller abzubauen. Zudem erfüllt das Gerede wichtige soziale Funktionen. Es stärkt den Zusammenhalt der Gruppe und transportiert unterschwellig deren Werte. Wenn das mal keine guten Nachrichten sind? Auf die Plätze, fertig, tratsch: Wie man tratscht, ohne erwischt zu werden - hier die Tipps.

Assistenten aushorchen

Keine kennt den Chef besser als seine Assistentin. Sie weiss, welche Projekte anstehen, was er an seinen Mitarbeitenden schätzt und wen er gar nicht leiden kann. Ein unverfängliches Schwätzchen hie und da und auch du bleibst im Bilde.

Gossip Girls and Boys

Gossip Girl gibt’s nicht nur im TV. Sie sind überall. Und häufig morgens in der Kaffeeküche anzutreffen. Und dann trinken und tratschen sie erst mal eine Weile. Nicht sehr klug, denn Chefs mögen solche Ansammlungen während der Arbeitszeit in der Regel nicht. Während die anderen in der Küche tratschen, sitzt du bereits an deinem Arbeitsplatz und checkst E-Mails. Natürlich so, dass es auch der Chef mitbekommt. Also, geräuschvoll in die Tasten hauen. In der Mittagspause platzierst du dich rein zufällig neben die Person, die am Morgen so eifrig getratscht hat und fragst unverfänglich, was es denn so Neues gibt. Miss oder Mister Gossip wird bereitwillig alles erzählen.

Hallo Pförtner

Ein freundliches "Hallo" jeden Morgen, ab und zu ein paar nette Worte mit Pförtner, Putzfrau oder Hauswart wechseln – für die eigene Karriere oft unbezahlbar. So profitierst du von Annehmlichkeiten, die anderen, weniger freundlichen Mitarbeitern, vielleicht verborgen bleiben. Du wirst nie auf ein Taxi warten müssen, dein Tisch ist immer tipp topp abgestaubt und das Wichtigste: Du bleibst auf dem neuesten Stand. 

Erst abwarten und dann tratschen

Beim Tratschen für die Karriere geht es nicht darum Gerüchte in Umlauf zu setzen. Sondern nur darum, Bescheid zu wissen. Das kurzfristige Überlegenheitsgefühl, etwas zu verkünden was noch keiner weiss, ist zwar verlockend, kann aber für die Karriere schädlich sein. Denn ein wenig Dreck bleibt immer am Werfer kleben. Und wenn sich die Mitteilung als unwahr herausstellt, hat man wirklich ein Problem. Wer will schon als Lügner oder als ahnungsloser Wichtigtuer abgestempelt werden. Verbreite keine News, sondern höre zu, stelle die richtigen Fragen im richtigen Moment und nutze die Informationen für dich.

Artikelbild: James Nash bei flickr.com (CC BY 2.0)

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Kommentare: Büroklatsch: Tratschen macht produktiv

Hmm, nicht ganz von der Hand zu weisen. Man muss sich die Zeit eben einteilen. Ich persönlich bin von Tratsch nicht sehr angetan. Auch wenn es vorkommt, dass man dabei Ideen bekommt, so kommt das doch selten vor.

Diese Nachricht wurde von Christa Herzog am 06.01.12 (04:35:04) kommentiert.

In meiner alten Firma war die gemeinsame Kaffeepause mehr oder weniger Pflicht. Um 10:00 und um 15:00 Uhr war gemeinsamer Kaffeklatsch angesagt. Die Chefs fanden diese Treffen gut und wichtig, oft waren sie auch mit dabei. Mal den Schreibtisch verlassen, einen Espresso trinken um so wieder auf neue Gedanken zu kommen. Nebenbei ist man immer im Bilde über das aktuelle Geschehen in der Firma und wenn es sein muss kann man sogar über das Projekt sprechen.

Diese Nachricht wurde von Manfred am 16.01.12 (15:13:21) kommentiert.

Das finde ich richtig gut, Manfred. Der Gedankenaustausch kann frische Ideen bringen. Außerdem ist das gut für die Zusammenarbeit.

Diese Nachricht wurde von Christa Herzog am 17.01.12 (00:16:35) kommentiert.
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