<< Themensammlung Organisieren

13.06.14Leser-Kommentare

Tools: Wo bleiben die revolutionären Produktivitätstools?

Es erscheinen zwar laufend neue Produktivitätstools. Diese sind aber kaum besser als die existierenden Tools oder lösen oft nur oberflächliche Probleme. Dabei zeigen Kommentare unserer Leser, dass eine Nachfrage nach wirklich innovativen Tools besteht - etwa, wenn es um Sicherheitsbedürfnisse geht.

appstore_150Seit 1,5 Jahren präsentiere ich an dieser Stelle wöchentlich ein Tool, das uns produktiver oder zumindest das Arbeiten schöner machen soll. Meine Co-Autoren haben sich in dieser Zeit mehr als einmal lustig darüber gemacht, dass ich bei imgriff.com den einfachsten Job hätte: Es reiche ja, einfach in den Mac App Store zu schauen, irgendein neues Tool auszuwählen und darüber zu schreiben. Selbstverständlich sieht die Realität anders aus.

In der Tat herrscht kein Mangel an digitalen Helferlein, die uns weismachen wollen, dass wir dank ihnen nun endlich ganz fokussiert arbeiten, uns nie mehr ablenken lassen und keine wichtigen Aufgaben mehr vergessen. Jede Woche erscheinen unzählige neue Tools, und wahrscheinlich erhoffen sich die Entwickler jeweils, das neue Evernote oder die neue Dropbox auf den Markt zu bringen. Ich würde Euch diese noch so gerne hier vorstellen, aber immer seltener überzeugt mich eine Neuerscheinung.

Alles dreht sich immer um die gleichen Tätigkeiten

Nun ist es sicher so, dass nach Hunderten von getesteten und Dutzenden von präsentierten Tools meine Ansprüche gestiegen sind - und hoffentlich auch die von Euch, unseren Lesern. Aber das Hauptproblem ist eher, dass kaum mehr echte Neuheiten darunter sind. Worin bestände der Sinn, Euch die x-te Aufgabenverwaltung vorzustellen? Natürlich sind weder Wunderlist noch Things perfekt, aber braucht es deswegen zig Alternativen, die im Kern eben gar keine richtigen Alternativen sind? Andere Tools sind zwar neuartig, lösen aber nur ein oberflächliches Problem, oder das Problem lässt sich mit den vorhandenen Applikationen genauso gut lösen.

Ein Blick auf den App Store (ohne quantitative Auswertung) zeigt, dass die meisten Tools die immer gleichen Probleme lösen wollen:

  • Aufgaben verwalten
  • Notizen erstellen
  • Dateien und Inhalte teilen
  • Fokussiert schreiben
  • Termine verwalten

Ich schliesse daraus, dass sich einerseits unsere Bedürfnisse nicht grundsätzlich ändern. Unsere Arbeitsinhalte und technischen Geräte mögen sich ändern, aber schlussendlich müssen wir heute wie gestern irgendwie eine Agenda führen, Aufgaben abarbeiten und Texte schreiben. Für diese Tätigkeiten bestehen diverse etablierte Lösungen. Andererseits zeigen sich wohl auch die Grenzen von Hilfsmitteln: Sie können noch so ausgeklügelt sein, entscheidend für unsere Produktivität sind die eigene Arbeitsweise und Einstellung, nicht das verwendete Tool.

Nachfrage nach neuen Tools wäre vorhanden

Eure Kommentare zu den jeweiligen Tool-Tipps zeigen aber, dass es noch Potential für neue Tools gäbe. Dabei geht es weniger um das zu lösende Produktivitätsproblem, sondern um das Tool an sich:

  • Kompatibilität: Oftmals existiert ein Tool nur für Mac OS bzw. iOS und die Windows- bzw. Android-User gehen leer aus.
  • Sicherheit: Gefragt wären Alternativen zu US-Tools: Tools also, deren Server in Europa stehen oder die sogar lokal bzw. auf dem eigenen Server installiert werden könnten.

Welches sind Eure ungelösten Produktivitätsprobleme? Hinterlasst in den Kommentaren Eure Vorschläge - und wer weiss, vielleicht lesen ja ein paar Software-Entwickler mit, die dann tatsächlich ein revolutionäres Produktivitätstool lancieren.

Kommentare

  • Patrick Baumann

    13.06.14 (08:42:42)

    Ich stelle fest, dass mir Tools nichts bringen, wenn ich keine Methode habe, das Tool auch wirklich produktiv zu nutzen. Ich kann mir zum Beispiel Wunderlist mit Aufgaben vollknallen, aber produktiv macht mich das noch lange nicht. Derzeit kämpfe ich in Sachen Produktivität am meisten damit, Aufgaben abzugeben. Eine Methode, wie man am effektivsten Aufgaben delegiert, wäre was. Und aufbauend auf der Methode würde mich dann auch ein Tool interessieren. Generell denke ich, dass noch Potential für Tools existiert, die konkret auf einer bestimmten Produktivitätsmethode aufbauen.

  • Marco Renz

    13.06.14 (18:51:29)

    Mein Vorschlag wäre nicht zwingend ein neues Tool, vielmehr wundert es mich, wieso die übliche technische Innovation über Evolution bei Produktivitätstools so versagt. Zum Beispiel vermisse ich immer noch eine Lösung die E-Mails mit Kalendern mit Aufgaben mit Telefonaten mit Kontakten mit Dateien verbindet. Ich also einen zentrales Hub habe, das nicht Outlook-like arbeitet, sondern vielmehr nicht die einzelnen Tools revolutioniert, ihnen quasi mehr Tiefe durch Verbindung gibt. Ich würde mich gern beim Eintreffen einer Mail direkt über den Kontakt informieren können, hier sollte unsere gesamte Historie einsehbar und aufgearbeitet zur Verfügung stehen. Aufgaben, Termine und Idee sollten aus der Mails heraus direkt weiter zu geben sein. Und mein Kalender sollte einen Weg finden Termine und Aufgaben miteinander darzustellen ohne für Aufgabe Termine anzulegen. Persönlich würde ich es sehr begrüßen, wenn es zentraler angelegte Abläufe geben würde und Übersichtlichkeit, "Inter-App-Kommunikation" und Automatisierung quasi das neue, beste Tool für alles bisherige werden würde.

  • Tim

    14.06.14 (14:18:58)

    Der Sprung vom Industriezeitalter ins Informationszeitalter wurde nie Vollzogen. Deswegen schrauben wir an der PRODUKTIVITÄT wie an Maschinen herum. Die Software, die wir benutzen ist noch linear. Input -> Output. Deswegen produzieren wir mehr ohne auch nur Ansatzweise zur Lösung zu kommen: Wir verarbeiten pro Stunde 4 x mehr als noch vor 20 Jahren. Mein Ansatz ist einfach zu sehen wieviel Output ICH überhaupt leisten kann. Da fallen soviele Sachen/Projekte weg die nicht mehr verfolgt werden müssen. Viele Arbeiten als ob es kein Morgen und keinen Engpass gibt. Dadurch wird der Arbeitsberg immer grösser und Heil wird in mehr Produktivität gesucht. Falscher Ansatz.

  • Sven

    14.06.14 (19:56:28)

    OmniFocus (die aktuelle Version 2 ist großartig und durchdacht) und Daylite machen den Job schon ziemlich professionell, solange man mit Getting Things Done arbeitet. Sync auf eigenem Server inclusive. Was ich mir wünschen würde: Ein "Daylite" von Omni.

  • Camilla

    15.06.14 (14:57:37)

    Zuerst einmal meine persönliche Ernüchterung: Gute Tools nützen mir nichts, wenn ich in einem Team arbeite, in dem ich die einzige bin, die eine Methode für ihre Produktivität verwenden will. Gegen chaotisches Auf-Zuruf-Arbeiten und schlechtes Management kann ich, egal mit welchem Tool und mit welcher Methode, nur begrenzt anarbeiten. Noch ein neues Tool, noch eine neue Methode ... können daher Herumdoktern an Symptomen sein. Ein Problem an gängigen Aufgabenverwaltungen: Jedes "Könnte ich irgendwann mal machen" notiere ich mit ihnen als Aufgabe. Ich bräuchte eher eine Aufgabenverwaltung, die mir die Begrenztheit meiner (Arbeits)Zeit vor Augen hält und mich an Regeneration erinnert, als eine, in der ich unbegrenzt viele Aufgaben unbekannter Wichtigkeit unbegrenzt lange speichern kann. Was die Tools angeht: Ja, Interoperabilität ist oft eine der ganz großen Baustellen! Als Linux- und Android-User merke ich das sehr. (Um so mehr, da mein Smartphone in die Jahre gekommen ist und auf dem alten Android immer weniger Apps laufen.) Mehr Plattformneutralität wäre auf jeden Fall ein Gewinn - da helfen Webtools oft aus, aber dann ist, will eine nicht selbst hosten (was ich z.B. mit meinem Kalender mache), oft wieder die Frage der Datensicherheit im Raum.

  • Tim

    15.06.14 (22:42:51)

    Hallo Camilla, das mit dem "Könnte ich irgendwann mal machen" lässt sich leicht beheben mit einem "Think Tank Sammelcontainer" in dem die ganzen Projekte reingeschmissen werden. Bei mir ist dieser Prozess 2stufig organisiert: wöchentliche Sichtung (bestimmter Tag) und dann nochmal monatlich (bestimmter Tag), jeweils in der Entscheidung ob es weiter verfolgt wird. Was den meisten fehlt ist die Herangehensweise seitens ihrer verfügbaren (Arbeits)Zeit. Da hat mir Lego super geholfen. Ahoi

  • René Meschuh

    16.06.14 (12:23:12)

    Zum Thema "Dateien und Inhalte teilen" habe ich das fomito-Tool (iOS) im Einsatz. Damit kann ich schnell und unkompliziert Bilder, Audiokommentare und Videos publizieren. Die Server stehen auch nicht in USA sondern in Österreich - der Datenschutz funktioniert also besser als bei den großen Playern. Ein eigener Server für Unternehmen wird in einer Pro-Variante angeboten.

  • Florian

    17.06.14 (14:12:54)

    Ich finde Artikel und Kommentare gut. Bis vor kurzem hatte ich noch das gleiche Problem. Immer auf der Suche nach guten Tools um meine Arbeit, aber vor allem auch die Arbeit im Team zu verbessern. Neben Aufgaben, Terminen und Notizen ist mir vor allem Projektplanung und Informationshandling wichtig. Dazu haben wir im Team u.a. Trello, yahoo Pipes, ifttt und Flipboard im Einsatz. Vor kurzem habe ich dan Tools wie Slack entdeckt, die für mich absolut in die richtige Richtung gehen und die nächste Generation Produktivitätswerkzeuge sein. Warum sind die Tools für mich besser: - sie integrieren meine vorhandenen tools (viele schnittstellen) - sie sind plattformunabhängig - sie bringen aufgaben und informationen ideal zusammen - sie lassen automatisierung zu Einen ähnlichen Weg gehen auch Yammer, Socialcast und co, hier fehlt mir tlw. der offene Ansatz mit der Vielzahl von Schnittstellen. Wie ist eure Meinung zu diesen Tools?

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer