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04.05.07

Papier oder digital?

Stift und Papier sind die idealen Hilfsmittel, um Ideen zu sammeln. Digitale Werkzeuge helfen am einfachsten, alles zu speichern, zu sortieren und zugänglich zu machen. Entweder oder? Wer das Maximum an Effektivität haben will, nutzt am besten beides.

Man könnte meinen, es gibt mal wieder nur zwei Sorten von Menschen: Das Papier-Lager schwärmt von Moleskines und schwört auf Hipster PDAs (dazu bald mehr); das digitale Lager dagegen setzt auf den Laptop auf den Knien und fühlt sich ohne Computer und Web-Applikationen hilflos. Glen vom LifeDev-Blog hat sich des Konflikts angenommen und auf seinem LifeDev-Tools-Blog eine Serie zu dem Thema geschrieben, in der er die jeweiligen Vorteile der beiden Systeme vorstellt und eine Antwort auf die Frage 'Stift und Papier oder digitale Werkzeuge?' gibt.

 

Stift und Papier für die Kreativität

Stift und Papier sind von ihrer Schnelligkeit her unschlagbar. Niemand muss erst lernen, wie er einen Bleistift benutzt, um eine weiße Seite zu füllen. Stift und Papier muss man nicht erst hochfahren und nie neustarten, sie sind sofort verfügbar und extrem flexibel einsetzbar. Das ist besonders wichtig, wenn die Ideen nur so fließen und man sich nicht mit Benutzungsfragen die Kreativität zunichte machen möchte ("Wie war noch mal die Tastenkombination? Wie zeichne ich eine Linie von hier nach dort?").

Die Form, in der man etwas auf Papier festhält, ist völlig frei. Dadurch kann jeder seine Ideen so festhalten, wie es für ihn und sein Denken am besten funktioniert. Zeichnungen, Illustrationen, Diagramme, kurze und lange Texte in alle Richtungen, alles ist möglich auf Papier. Man muss nicht das Programm wechseln, wenn man statt einer Liste mit Aufgaben eine Mindmap für ein Projekt erstellen will. Beides kann nebeneinander und sogar ineinander verwoben auf dem gleichen Blatt entstehen.

Digitale Werkzeuge für die Verwaltung

Papier hat jedoch einen großen Nachteil. Die erfasste Information existiert nur an einem Ort: auf einem Blatt Papier, einem Zettel, einer Seite in einem Notizbuch. Die digitale Revolution hat es möglich gemacht, dass man Informationen perfekt kopieren und so an vielen Orten verfügbar machen kann. Das führt zu deutlichen Vorteilen in der Verwaltung von Informationen mit digitalen Werkzeugen:

  • * Speichern. Je mehr Papier man ansammelt, desto schwieriger wird es, Informationen wiederzufinden. Programme speichern Informationen platzsparend und machen es einfach, sie zu sortieren und zu durchsuchen.
  • * Zugreifen. Wenn man Informationen in einer Web-Applikation speichert, kann man von jedem Internetrechner der Welt aus auf sie zugreifen. Verschlagwortung und Kategorisierung, die heute bei den meisten Web-Applikationen möglich sind, helfen, sich schnell in großen Datenmengen zurecht zu finden.
  • * Teilen. Digitale Informationen lassen sich einfach mit anderen teilen. Ohne, dass ich selbst die Informationen verliere, können andere von ihnen profitieren.
  • * Bearbeiten. Der größte Vorteil von digitalen Werkzeugen ist, dass man Informationen extrem einfach bearbeiten, verändern, erweitern und mit anderen Informationen zusammenbringen kann. Werkzeuge wie Wikis machen es sogar möglich, die verschiedenen Versionen eines Dokuments anzusehen und jederzeit zu einer früheren zurückzukehren.

Die Kombination ist die Lösung

Die Lösung in der Frage 'Papier oder digitale Werkzeuge?' ist eigentlich eine ganz einfache: Man nutzt am besten beides. Es lohnt sich eigentlich immer, jedes Werkzeug dafür einzusetzen, wofür es am besten geeignet ist. In diesem Fall bedeutet das, dass man Papier verwendet, um seine Ideen festzuhalten, und sie danach in ein digitales Werkzeug überträgt, um sie weiter zu verwalten. Eigentlich ziemlich offensichtlich. Trotzdem kommt diese Debatte immer wieder auf.

Das liegt am problematischen Teil der ansonsten einfachen Lösung: der Übertragung der Ideen vom Papier auf den Computer. Das ist das Nadelöhr, an dem sich schnell viel Material aufstaut, das darauf wartet, dass man es überträgt. Hier ist es wichtig, diesen Schritt als Teil eines Prozesses zu verstehen, bei dem man alles gesammelte noch einmal überprüft und ordnet. Dieser Schritt kann helfen, aus Ideen und Gedanken Projekte, Aufgaben und Konzepte zu machen.

Wichtig ist, dass man seinen individuell passenden Prozess der Erfassung und Speicherung von Informationen entwickelt. Ob man nun ein Notizbuch oder einen Zettelblock nutzt, bleibt ganz der eigenen Vorliebe überlassen. Auch welche Programme man einsetzt kommt letztlich darauf an, womit man am besten zurecht kommt. Wann, wo und wie genau man seine Ideen erfasst und dann überträgt, sollte man sich gut überlegen, es austesten und kontinuierlich weiter optimieren. Entscheidend ist, dass man sich einen Prozess, ein Ritual angewöhnt, damit man das Maximum aus seiner Kreativität rausholen kann.

Die 'Paper vs. Digital Tools'-Serie im LifeDev-Tools-Blog (englisch):

Welche Werkzeuge nutzt ihr (Papier und/oder digital), um eure Ideen und Notizen zu erfassen und zu verwalten?

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