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30.04.09

Stärken stärken

Wer sich weiterentwickeln will, konzentriert sich häufig nur auf seine Schwächen. Das ist mühsam und demotiviert. Erfolgversprechender ist es, seine vorhandenen Stärken auszubauen.

Unsere Erziehung, unsere Schulen, vielleicht sogar unsere ganze Kultur lehrt uns, dass wir Schwächen nicht akzeptieren dürfen. Einer meiner Französischlehrer hat sogar die Diktate gestrichen, weil die ganze Klasse zu gut war. Und wer weiterkommen will, fragt sich meistens, was nicht gut läuft, was verbessert werden kann und was weggelassen werden soll. All diese Fragen zielen auf die Schwächen, die es zu eliminieren gilt.

Diese Strategie hat leider einen ganz gewichtigen Nachteil: Schwächen lassen sich nur mit sehr großem Energieaufwand ändern. Und: Die Konzentration auf Schwächen demotiviert mit der Zeit. Du kannst Dir vorstellen, wie gerne wir noch in den Französisch-Unterricht gegangen sind, seitdem nur noch das abgefragt wurde, was wir nicht können.

Viel effizienter und effektiver ist es darum, sich auf seine Stärken zu konzentrieren und diese auszubauen.

Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wirkliche Verbesserung ist nur möglich, wenn man sich auf seine Stärken und Talente konzentriert. Nur dort kann man Außergewöhnliches schaffen.

Natürlich sollte man die Schwächen dabei nicht völlig vergessen: Im Bereich der Schwächen geht es um Schadensbegrenzung. Stell Dir einen 100-Meter-Läufer vor: Er ist vielleicht der Sprinter, der am schnellsten beschleunigen kann, aber seine Schwäche ist sein langsamer Start. Ihm fehlt es an Reaktionsfähigkeit. Bei dieser Fähigkeit ist er nur der 35ste der Weltbesten. Trotzdem gewinnt er Rennen, da er der Läufer ist, der von allen am schnellsten beschleunigen kann.

Da er sich verbessern will, versucht er, seine Reaktionsfähigkeit zu steigern. Das ist gut so, aber er wird nie das Niveau erreichen, wie es die Topläufer erreichen. Sein Ziel muss sein, den Schaden zu begrenzen. Vielleicht gehört er irgendwann zu den 25 Besten, aber er wird nie am schnellsten reagieren, so sehr er sich auch anstrengt. Deshalb ist es sicherlich besser, wenn er weiterhin seine Fähigkeit, schnell beschleunigen zu können, pflegt und erhält.

Fünf Tipps, um Deine Stärken zu stärken

  • Stärken erkennen: Wer sich auf seine Stärken konzentrieren will, muss sie zuerst kennen. Es gibt verschiedene Tests, wie man seine Stärken herausfindet. Man kann sich aber auch einfach fragen: Bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit? Was kann ich sehr gut? Was macht mir Spaß? Frag auch Deine Freunde oder Familie, was Du für Stärken hast. Die haben oftmals einen erstaunlich neutralen und objektiven Blick auf Dich.
  • Schwächen erkennen: Das gehört zu einer umfassenden Selbsterkenntnis hinzu. Welche Schwächen habe ich? Frag auch hier Bekannte oder Verwandte. Das ist sicher nicht so angenehm zu hören, aber kann Dich sehr weit bringen.
  • Konzentration auf die Stärken: Frag Dich dann, wie Du Deine Stärken weiter ausbauen kannst.
  • Umsetzung der Stärken: Wie kannst Du Deine Stärken in Deinem Alltag konkret umsetzen? Geht das in Deinem aktuellen Umfeld? Wie müsste Dein Umfeld (Privat, Arbeit usw.) aussehen, damit Du Deine Stärken umsetzen kannst? Kannst Du Dein Umfeld anpassen?
  • Schadensbegrenzung: Schwächen, die Dich behindern, kannst Du bearbeiten, um den Schaden in Grenzen zu halten. Ganz wirst Du sie vielleicht nie weg bekommen, aber immerhin bremsen sie Dich nicht mehr. Konzentriere Dich aber vor allem auf Deine Stärken.

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