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13.03.12

Sprachen lernen: Spanisch in 30 Tagen - wirklich?

Wie Anfang Jahr angekündigt, wollte ich in 30 Tagen Spanisch lernen. Aber nicht in einem Kurs, sondern gemütlich zu Hause mit Hilfe eines Sprachen-Lern-Sets von Langenscheidt. Ob das Set was taugt?

Schon vor längerer Zeit ist mir dieses Set von Langenscheidt aufgefallen, und doch konnte ich mich nie durchringen, es auch zu kaufen. Weil mich das Versprechen, in 30 Tagen Spanisch zu lernen, nicht überzeugte. Als Neujahrsvorsatz investierte ich dennoch die 31.90 Franken für das Set, das zwei Audio-CD’s und ein Buch umfasst.

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Das verspricht Langenscheidt

«Spanisch in 30 Tagen. Der kompakte Sprachkurs – leicht, schnell, individuell. In 30 klar gegliederten Lektionen mit Themen aus Alltag, Reise und Beruf lernen Sie Schritt für Schritt Spanisch. Für Anfänger und Wiedereinsteiger. Der Kurs führt zu Niveau A2.» Das heisst, man kann sich in verschiedenen alltäglichen Situationen auf Spanisch verständigen.

Und das sag ich

Damit sich niemand falsche Hoffnungen macht, sollte ich vielleicht noch anmerken, dass ich vor neun Jahren mal einen Spanisch-Kurs besucht habe und danach vier Wochen in Mexiko rumgereist war und mich gut verständigen konnte. Grundkenntnisse sind also vorhanden. Fakt ist aber auch, dass ich seither nur noch ganz selten Spanisch gesprochen und letztes Jahr in Kolumbien grosse Schwierigkeiten hatte, ganze Sätze zu formulieren und mir geschworen hab, meine Spanisch-Kenntnisse aufzufrischen.

Aufgeben gilt nicht

Das Buch ist aufgeteilt in Basics, Alltag, Reisen und Beruf. In der ersten Lektion lernt man bei einem vermeintlich einfachen Dialog die Begrüssungsformeln und sowie das Verb «sein». Einige Wörter verstehe ich jedoch überhaupt nicht und das trotz meiner Vorkenntnisse. Als Anfängerin wäre ich hier total überfordert und würde das Ding nach 15 Minuten in die Ecke schmeissen. Aber aufgeben gilt nicht, weiter geht’s zu Lektion 2 und 3. Vor allem die CD’s sind wertvoll, weil man die Dialoge immer wieder anhören und nachsprechen kann und so auch die Aussprache trainiert. Jede Lektion beinhaltet diverse Übungen, Wortschatz und einen kleinen Grammatikteil. Ich hangel mich also von Lektion zu Lektion und die Freude an der Sprache kehrt langsam zurück – immerhin!

Nach jedem Abschnitt kommt es zum Zwischentest. Eine gute Möglichkeit zur Standortbestimmung. Den ersten Zwischentest habe ich hinter mir – und bestanden! Nun geht’s weiter mit den Alltagsthemen wie Restaurant, Freunde treffen etc. Zwei Wochen später bin ich beim Thema Reisen und verstehe schon sehr viel. Mit dem Sätze bilden hapert’s noch, das trainiert man halt doch am Besten vor Ort und mit Muttersprachlern. Weitere zwei Wochen später dann endlich die Erlösung - ich bin bereit für den Abschlusstest. Und den habe ich mit dem Prädikat «gut» bestanden.

Der innere Schweinehund

Das gute Ergebnis auf Papier bescheinigt aber noch lange nicht, dass ich nun Spanisch kann. Dazu fehlt das Sprech-Training vor Ort. Zudem hat man hier immer auch die deutsche Übersetzung und kann jederzeit nachschauen. Den Kauf bereue ich trotzdem nicht. Wenn es schon nicht das ultimative Sprach-Lern-Tool ist, dann fördert es immerhin die Selbstdisziplin und die Eigenmotivation. Zugegeben, ich musste des Öfteren den inneren Schweinehund überwinden. Zu gross war die Verlockung, meine spärliche Freizeit für etwas Spannenderes zu nutzen. Und da kommt einem plötzlich alles andere interessant vor. Falls du also nicht nur deine Fremdsprachenkenntnisse sondern auch deine Disziplin und Durchhaltevermögen steigern möchtest, Langenscheidt unterstützt dich dabei.

Fazit

Das Set ist gut für Wiedereinsteiger, die ihre Kenntnisse auffrischen und vertiefen möchten. Obwohl das Set laut Hersteller auch für Anfänger konzipiert wurde, empfinde ich das Frustpotenzial als zu hoch. Anfänger sind in einem «richtigen» Kurs sicher besser aufgehoben. Abschliessend muss ich auch für mich sagen, das Lernen in der Gruppe macht halt doch mehr Spass.

Set von Langenscheidt

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Bild: Seth Anderson bei flickr.com (BB CY 2.0)

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