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30.10.07

Sparen durch Ausgeben

Eine auf die eigenen Ausgaben selbst erhobene 'Sparsteuer' hält den Konsum im Zaum.

imgriff-Leser René Landgrebe hat einen interessanten Kommentar zum Artikel Wie man mit einem zusätzlichen Konto sparen kann geschrieben. Und damit hat er nicht nur gezeigt, dass unsere Leser die Besten auf der Welt sind, sondern dass es sich auch lohnt, die Kommentare hier zu lesen. Das kann man nun nicht von jeder Seite im Netz behaupten. Damit alle Leser von seiner Sparmethode erfahren, hier nun der von ihm überarbeitete Artikel:

Ich habe letztes Jahr meine ganz eigene Idee entwickelt, wie sich Geld ansparen lässt. Es kann als ?Sparen durch Ausgeben? beschrieben werden und funktioniert ohne extra Konto (aber: genaue Buchführung der Finanzen erforderlich!). Wie das gehen soll? Ganz einfach:

Man nehme alle Ausgaben und schlage eine ?Sparsteuer? auf. Die Sparsteuer ist dabei als Steuer zu verstehen, die wir auf unsere Ausgaben erheben - ganz ähnlich einer Mehrwertsteuer. Wenn ich also ein Produkt für 100? kaufe, schlage ich nochmal 20% drauf und bezahle 120?: 100? an den Verkäufer und 20? an mich. Bei dem Prozentsatz orientiere ich mich grob am deutschen Mehrwertsteuersatz von 19%. Da dies aber etwas schlecht im Kopf zu rechnen ist, nehmen wir einfach 20%.

Mit jedem Produkt was wir kaufen, sparen wir also mehr und Schulden können mit diesem System schön umgangen werden, da wir stets mehr "bezahlen", als wir eigentlich ausgeben und jeder ausgegebene Euro bedeutet 20 gesparte Cent.

Wer es noch extremer mag, der kann auch sein Einkommen auf diese Art "besteuern". Wieder können wir die bekannten 20% nehmen. Allerdings kann der Reiz zu sparen verloren gehen, wenn wir allzu viel sparen. Wenn ich Geld anspare ohne davon etwas auszugeben, muss ich verzichten. Ich muss also viele Jahre verzichten, um wenige Jahre viel Geld zu haben und auszugeben. Mit meinem Modell kann ich ruhigen Gewissens Geld ausgeben und weiß, dass ich dabei sogar noch spare.

Überschüssiges Geld am Monatsende wird zu 50% auf unser Sparkonto gepackt, weil wir ja nicht nur durch Konsum sparen wollen, sondern auch mal ganz klassisch. Die restlichen 50% bleiben auf dem Hauptkonto für unerwartete Ausgaben oder für Dinge, auf die wir separat sparen wollen.

Ist nur noch die Frage, was wir mit dem Ersparten Geld machen sollen. Kurze Antwort: Das bleibt jedem selbst überlassen. Denkbar wären Sparziele mit festen Beträgen, wobei vom Sparkonto nichts abgehoben werden darf, was nicht dem Sparziel entspricht - andernfalls wäre das Konto sinnlos. Es kann aber auch als passives Einkommen dienen, indem wir Zinserträge erwirtschaften. Wir haben dabei kein konkretes Sparziel, sondern möchten zusätzliche Erträge erwirtschaften. Diese Zinserträge haben wir dann zur freien Verfügung und können sie beliebig ausgeben (worauf natürlich wieder die "Sparsteuer" erhoben wird).

Hat das Sparkonto eine gewisse Höhe erreicht (z.B. eine Million Euro -> das sind 40 Jahre lang jährlich 25.000? + Zinserträge von durchschnittlich 15.000? jährlich bei 3% p.A. = etwa 40.000? im Jahr), können wir uns z.B. in den Ruhestand begeben.

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