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25.03.14

Spätabends arbeiten kann höchst produktiv sein: Worauf Nachteulen achten sollten

Wer dazu tendiert, spätabends oder nachts nochmals eine Schicht einzulegen, kann auch dann sehr produktiv sein. Es gilt allerdings einige Punkte zu beachten, damit weder Konzentration noch Qualität der Arbeit oder sogar die Lebensqualität darunter leidet.

Barbara Hobbs bei flickr.com (CC BY 2.0)«Ich bin gerne morgens um 6 oder 7 im Büro, weil ich dann ungestört viel erledigen kann», höre - und lese - ich nicht selten. Der innere Rhythmus erlaubt es diesen Zeitgenossen offensichtlich, zu dieser - aus meiner Sicht unmenschlichen - Tageszeit produktiv zu sein. Und es macht Sinn, dass sie diesen Umstand nutzen.

Ich hingegen gehöre zu den Menschen, deren natürlicher Arbeitsbeginn eher bei 9.30 liegt. Selbstverständlich kann ich mich auch zwingen, früh aufzustehen und mich vor den Bildschirm zu setzen oder zu einem Meeting zu gehen; aber viel Gescheites kommt dabei nicht heraus.

Auch für mich beginnt übrigens um 18 Uhr die Tageszeit, zu der ich mich gern in Gesellschaft entspanne, etwas Gutes esse und im Sommer im Freien verbringe. Wenn dann mein Umfeld gegen 23 Uhr zu gähnen beginnt, weil der Wecker kurz nach 6 Uhr schon wieder klingelt, verspüre ich jedoch oft nochmals Tatendrang.

Diesen Umstand nutze ich, um bewusst Arbeit auf eine meiner produktiven Zeiten rund um Mitternacht zu verlegen. Das hat den Vorteil, dass ich mich nicht dann zur Arbeit zwingen muss, wenn es mir widerstrebt, sondern dann loslegen kann, wenn ich voller Energie und Ideen bin.

Aber natürlich hat dieser Lebensstil auch seine Tücken. Worauf ich zu achten gelernt habe:

1) Der gesamte Tagesrhythmus muss zusammenpassen. Spätabends noch arbeiten wird auch für mich zur Qual, wenn ich am nächsten Morgen früh aufstehen muss. Auch ich brauche meine 6-7 Stunden Schlaf. Das bedeutet, dass beispielsweise meine Arbeitskollegen wissen, dass sie Besprechungen mit mir nicht vor 9 Uhr buchen sollten.

2) Das soziale Umfeld sollte mitspielen. Ich möchte in meinem Freundeskreis nicht den Eindruck erwecken, dass ich ein Workaholic bin, der zwanghaft spätabends nach dem Ausgehen noch ein bisschen arbeitet. Mein Umfeld ist informiert und hat Verständnis dafür, dass mein Rhythmus etwas anders ist und ich mir meine Stunden der Erholung halt auch mal tagsüber nehme, wenn viele andere im Büro sitzen.

3) Nicht in den Notfall-Modus verfallen. Die Stunden spätabends, in denen ich arbeite, sind normalerweise als Arbeitszeit eingeplant. Es sollte nicht passieren, dass ich regelmässig Arbeiten zu diesen Zeiten noch erledige, weil ich’s tagsüber einfach nicht mehr geschafft habe und daher notfallmässig auf die Nachtstunden ausweichen muss. Sonst fällt der Aspekt «arbeiten dann, wann ich es will» nämlich weg und damit auch der Spassfaktor.

4) Nicht den Eindruck erwecken, dass man auf Abruf ist. Die nächtlichen Arbeitsstunden sind reserviert für Aufgaben, die ich genau dann in Angriff nehmen möchte, und keine Garantie für Mitarbeiter, Kunden oder Projektpartner, dass ich noch schnell über Nacht was erledigen kann. Das bedeutet auch, dass ich nachts nur selten Mails beantworte, und wenn, dann solche, in denen es nicht um dringende Aufgaben geht.

5) Besonders auf die Schlafqualität achten. Bei Nachteulen, die gern auch mal spätabends arbeiten, ist es besonders wichtig, dass die Qualität des Schlafs nicht leidet. Wenn ich nachts arbeite, versuche ich nie, direkt vom Laptop ins Bett zu gehen, sondern ich gönne mir dazwischen eine halbe Stunde, in der ich vom Arbeitsmodus in den Freizeitmodus umstellen kann. Sonst dürfte es schwierig werden, anschliessend Schlaf zu finden.

6) Wer gern mal ein Gläschen trinkt… sollte sich entscheiden: Entweder richtig feiern und danach ins Bett, oder sehr moderat feiern und danach noch arbeiten. Die Arbeit, die ich spätabends leiste, soll ja auch produktiv sein und eine hohe Qualität haben, was mit steigendem Alkoholpegel immer unwahrscheinlicher wird.

Und welches sind Eure Tipps für arbeitswütige Nachteulen?

Bild: Barbara Hobbs bei flickr.com (CC BY 2.0)

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