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18.06.14Kommentieren

Social Bookmarking: Produktiver durch Langzeit-Investment

Strategien zur Produktivitätssteigerung können manchmal erst mit Verzögerung ihre volle Wirkung entfalten. Ein Beispiel hierfür ist Social Bookmarking. Ein Erfahrungsbericht nach über 21.000 gespeicherten Links.

BookmarkingWer von heute auf morgen die eigene Produktivität erhöhen möchte, der hat unzählige Möglichkeiten. Doch nebst den kurzfristigen Schritten gibt es auch produktivitätssteigernde Maßnahmen, die ihre volle Wirkung erst über einen längeren Zeitraum entfalten. Eine solche ist konsequentes (Social) Bookmarking mit dem Zweck, Informationen, Artikel oder Websites später schneller wiederzufinden.

Im Oktober 2007 speicherte ich meinen ersten Link bei einem Social-Bookmarking-Portal. Später, nach einigem Austesten verschiedener Dienste, importierte ich mein Archiv zu Diigo, das ich noch heute nutze (ein anderer beliebter Service dieser Art ist Pinboard). Gerade habe ich die Marke von 21.000 Bookmarks durchbrochen. Momentan speichere ich im Durchschnitt etwa ein Dutzend Links pro Tag. Zumeist sind es Artikel zu Themenbereichen und Nachrichten, die ich in meiner Rolle als Redakteur von netzwertig.com im Blick behalten muss. Der Vorgang des Bookmarkens ist für mich über die Jahre zu einer Routine geworden wie das tägliche Zähneputzen. Beiträge, die ich in meinem RSS-Reader oder in meinem Später-Lesen-Tool Instapaper konsumiere und als potenziell nützlich für zukünftige Artikel bewerte, werden entsprechend markiert. Einmal täglich (oder manchmal auch gesammelt nach einigen Tagen Pause) öffne ich diese Links im Browser meines Rechners in verschiedenen Tabs und bookmarke sie nacheinander mit der Diigo-Browser-Erweiterung.

»Bookmarking« bedeutet dabei vor allem eins: Die Verschlagwortung mit Begriffen, die das spätere Auffinden sicherstellen. 16.078 verschiedene Tags habe ich seit meinem Diigo-Debüt angelegt. Angeführt wird das Tag-Ranking von »Facebook« (2757 Bookmarks) und »Google« (2436 Bookmarks).

Theoretisch könnte ich das Tagging und Bookmarking automatisieren. Ich finde es aber nützlich, die jeweiligen Links durch den manuellen Prozess nochmals zu Gesicht zu bekommen. Nicht selten generiere ich durch das wiederholte mentale Prozessieren von Beiträgen Ideen für künftige Artikel, die mir beim ersten Konsumieren Tage zuvor nicht kamen.

Insgesamt habe ich wohl mehre volle Tage meines Lebens mit dem Bookmarking verbracht. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass die eingesparte Zeit deutlich darüber liegt. Denn zu fast jedem Beitrag, den ich schreibe, führe ich im Vorfeld eine Schlagwort-basierte Suche in meinen persönlichen Bookmarks durch und finde so innerhalb weniger Sekunden Links, Quellen und Zusammenhänge, die ich für einen Text benötige.

Man könnte den positiven Effekt mit einem finanziellen Investment vergleichen, das im Laufe der Jahre eine immer größere Rendite abwirft: Am Anfang sind die Profite (finanzieller Gewinn oder Zeitersparnis) noch zu vernachlässigen. Je länger man aber investiert, desto stärker macht sich der »Return on Investment« bemerkbar.

Es kann sich also durchaus lohnen, neben einer kurzfristigen Produktivitätsstrategie auch eine längerfristige zu haben. Selbst wenn diese anfänglich den Eindruck zusätzlicher Arbeit macht.

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