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08.09.08Leser-Kommentare

Small Talk: Wissensmanagement ganz einfach

Über Wissensmanagement wird viel geredet. Aber es braucht gar keine komplizierten Tools und Techniken, um es zu betreiben: Wissensmanagement kann auch ganz simpel sein - indem man einfach mit den Leuten redet. Small Talk eben.

Small Talk ist nicht nur auf der Party sinnvoll (anklicken für größere Ansicht)So betrachtet hat das Small-Talken gleich zwei Vorteile: Man macht sich anderen Leuten bekannt und sammelt wichtige Informationen. Wichtig dabei ist es, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Besser unverfänglich immer mal wieder ein Gespräch anfangen und so allmählich Vertrauen aufbauen.

Vielen fällt es allerdings schon schwer, überhaupt einen einfachen Small-Talk zu beginnen. Zum Beispiel morgens im Aufzug: Man steht mit zig Kollegen da herum, keiner sagt ein Wort, jeder starrt betreten zur Tür. Solche Gesprächspausen und ähnliche Situtationen, wie Sie auf dem Flur, in der Kantine oder an der Bushaltestelle häufiger vorkommen, kann man sinnvoller nutzen.

Dass es dennoch vielen Menschen so schwer fällt, liegt daran, dass man sich oft selbst unter Druck setzt: Statt unvoreingenommen einfach eine Unterhaltung zu beginnen, glaubt man häufig, etwas besonders Sinnvolles sagen zu müssen. Nicht wenige haben Angst, was die anderen von ihnen denken werden, wenn sie sich eine Blöße geben. Dabei wird oft übersehen: Niemand erwartet tiefschürfende Bemerkungen über Wissenschaft, Politik oder Kunst. Die meisten Leute wollen beim Small Talk entspannen und keine anstrengenden Probleme lösen.

Selbst wer doch mal ins Fettnäpfchen tritt: Andere Leute haben so etwas schneller vergessen, als man denkt. Selbst eine Ablehnung ist kein vernichtendes Urteil über die Person. Wer hingegen noch über sich selbst lachen kann, zieht die Sympathien auf seine Seite. Die Peinlichkeit findet also in der Regel vor allem im eigenen Kopf statt.

Daher: Einfach anfangen mit dem Small Talk. Wir zeigen Dir anhand einiger Beispiele, wie Du in typischen Situationen des Büroalltags ein einfaches Gespräch anfängst. Der wichtigste Grundsatz: Hab keine Hemmungen, einfach loszulegen!

  • Im Aufzug: Im Aufzug ist keiner abgelenkt, aber den meisten ist die Situation unangenehm. Steig genau hier in das Gespräch ein: "Wir begegnen uns ja ständig hier. Dauert zwar nur zehn Etagen, aber immerhin. In welcher Abteilung arbeiten Sie denn?"
  • Auf dem Parkplatz: Auf dem Parkplatz bietet sich gerade für Männer ein optimales Gesprächsthema: Autos. Frage deinen Kollegen doch einfach: "Oh, Ihnen gehört dieser tolle Wagen? Den bewundere ich schon die ganze Zeit!"
  • An der Bushaltestelle oder am Bahnhof: Du triffst jeden Tag den selben Kollegen im Zug oder Bus, weißt aber nicht, was reden? Sprecht doch gemeinsam über den Zug - das verbindet: "Der Zug kommt zwar ab und zu mal zu spät, aber es ist trotzdem deutlich stressfreier als mit dem Auto - finden Sie nicht?"
  • Vor dem Meeting: Auch in der Zeit vor einem Meeting sitzen die meisten Teilnehmer nur herum und warten auf den Beginn. Eine gute Gelegenheit, über das Thema des kommenden oder des letzten Meetings zu reden: "Letzte Woche haben wir wirklich viel erreicht. Ich bin mal gespannt, wie es heute läuft."
  • Auf dem Flur: Der Flur ist ein guter Ort, um schnell mal mit dem Kollegen ins Gespräch zu kommen. Sprich darüber, wie es bei der Arbeit so läuft. Oder was es heute in der Kantine gibt: "Na, auch so einen Stress gehabt heute? Ich bin mal gespannt, was es heute gutes zu essen gibt. Das haben wir uns redlich verdient."
  • Im Kopierraum: Im Kopierraum lässt es sich meist ganz herrlich gemeinsam über die Technik ärgern: "Jetzt gibt es ja schon wieder Papierstau. Wissen Sie wie das geht?"
  • In der Kantine: Das Essen ist ein gutes, weil unverfängliches Gesprächsthema. Frag doch mal den Kollegen in der Schlange vor dir: "Was würden Sie empfehlen: Die Tortellini oder die Hähnchenbrust?" Vielleicht ergibt sich daraus eine nettes Tischgespräch über italienisches Essen oder italienische Tischkultur.
  • Auf dem Betriebsfest: Rede über die Erfolge des Unternehmens. Oder einfach über die Musik, das Essen, die Getränke. Wichtig: Bleib positiv, nie über Vorgesetzte lästern: "Ist das nicht toll, was unser Chef da organisiert hat? Er hat ja auch gerade allen Grund zur Freude, wo es so gut läuft. Die Musik ist wirklich super! Aber sind noch Lachsbrötchen da?"

Kommentare

  • tabakblog.de

    08.09.08 (15:58:55)

    Hallo, danke für die tollen Small Talk Tipps! ;-) Nur eins finde ich nicht so unverfänglich, wie hier beschrieben. Über Essen und Ernährungsgewohnheiten zu sprechen, besonders, wenn man eine andere hat, als der Gesprächspartner, kann auch mal daneben gehen. Man stelle sich vor, der Gesprächspartner ist ein Veggie (Veganer/Vegetarier), so wie ich das bin, dann kann die Bemerkung/Frage: "Die Tortellini oder die Hähnchenbrust?" schon mal ins Auge gehen. Es tritt meist betroffenes Schweigen ein oder der Veggie wird blöd angemacht, von wegen er würde dem Nutztier die Nahrung von der Weide grasen. So unverfänglich ist dieses Thema demnach nicht, genauso wie Politik und Religion! Ich finde, dieses Thema sollte vermieden werden, da dadurch kritische Situationen entstehen können, die bei radikalen Verfechtern, egal welcher Seite diese angehören, schlechte Stimmung aufkeimen lassen. Es kann sogar zur heftigen Diskussion eskalieren. Wie auch immer, die meisten Tipps sind anwendbar. Ichw erde sie mir zu Herzen nehmen, wenn ich meine neue Stelle antrete. ;-)

  • Jo

    08.09.08 (18:23:53)

    Ich habe etwas überlegt, ob ich meinen Kommentar hier reinschreiben soll oder ob ich es einfach für mich behalten soll, aber wie man sieht, habe ich mich nun dafür entschieden. Um ehrlich zu sein, frage ich mich, aus welcher Boulevard-Zeitung die Tipps entstammen. In meinen Augen lassen sie sich jedenfalls kaum noch an Lächerlichkeit und plumper Anbiederung überbeiten. Ich habe auch gleich mal den Test gemacht und sie als Diskussionsgrundlage für einen kurzen Smalltalk mit zwei Kollegen genutzt. Am besten gefiel mir dabei die Aussage: "Also selbst wenn ich einen nagelneuen Porsche fahren würde: wenn mir jemand sagen würde "Den bewundere ich schon die ganze Zeit!", dann würde ich mir erst einmal verarscht vorkommen und mich dann fragen, was derjenige von mir will.". Die Kunst des Small Talks besteht vor allem darin, dass man ihn nicht als Small Talk ausmachen kann. Und Small Talk ist meiner Erfahrung auch nur dann efektiv.

  • Danton

    08.09.08 (21:51:24)

    Hallo, mir ist allerdings nicht ganz klar geworden, was Wissensmanagement denn nun mit Smalltalk zu tun hat. Habe ich da etwas überlesen? Auch der Bezug des „Brustbilds“ (Party-Foto) zum Thema ist mir ziemlich schleierhaft. Ansonsten aber danke für das Blog, kenne es erst kurz, aber schaue immer gerne wieder rein.

  • Florian Steglich

    08.09.08 (21:51:25)

    » Jo: Naja, das war sicher nicht zum Auswendiglernen gedacht, man kann auf dem Parkplatz auch über die Breite der Parklücke oder die Baustelle auf der Brücke sprechen; und meinetwegen auch in der Kantine über den Kopierer, vorm Kopierer übers Betriebsfest und ebenda über die Tortellini. Soviel Abstraktionsvermögen, die Satzbeispiele an den eigenen Duktus und das Gegenüber anzupassen, trauen wir unseren Lesern schon zu ;)

  • Thomas

    08.09.08 (22:50:50)

    die ersten drei kommentare reichen ja dazu. aber wie wäre es mit einem folgeartikel, der beschreibt, wie man weiter vorgeht/vorgehen könnte, wenn der erste versuch zum small talk nicht zündet, man aber nicht kleinbeigeben und einen weiteren starten möchte?

  • Mick

    09.09.08 (09:11:17)

    Die Bildauswahl ist wunderbar, vor allem mit der dann folgenden Assoziationskette: * Im Aufzug * Auf dem Parkplatz * An der Bushaltestelle * Vor dem Meeting * Auf dem Flur * Im Kopierraum * In der Kantine * Auf dem Betriebsfest.

  • bril

    09.09.08 (09:16:09)

    Kann mich Jo nur anschließen, die Bsp. sind eine Beleidigung für jeden Leser. Fehlt nur noch eine Floskel über das Wetter... "Furchtbar, dieser Regen, finden Sie nicht? Aber einen schönen Regenschirm haben sie da!"

  • Simone Janson

    09.09.08 (11:00:56)

    Die Beispiele waren tatsächlich als Denkanstöße gedacht, auf deren Grundlage man sich ein paar eigene Sprüche überlegen soll, die auf die persönliche Situation natürlich viel besser passen. Daher waren sie auch möglichst allgemeingültig formuliert. Offenbar versteht sich das aber nicht für jeden von selbst. Ich würde mich daher wirklich über ein paar weitere Vorschläge freuen, was man in welcher Situation noch sinnvoll-subtiles sagen kann - dann ist diese Diskussion wirklich auch für andere Leser sinnvoll. Danke.

  • Réka

    10.09.08 (08:27:38)

    Small Talk ist tatsächlich ein wesentlicher Teil des Wissensmanagements, und Unternehmen neigen dazu, das zu vergessen. Die „komplizierten” Tools und Techniken haben aber auch ihre Rolle. Technik und Kommunikation sind nicht Feinde, sie sollen einander ergänzen.

  • Jo

    13.09.08 (15:16:22)

    Und weil es Beispiele sind, dürfen sie selten dämlich sein? Hmm... komische Logik. :-) Im Ernst: ich arbeite in einer Firma, in der man zumindest Namen und Abteilung des "Aufzug-Nachbarns" kennt und sich auch firmenweit duzt - das macht schonmal vieles einfacher. Da dauert es dann auch nicht lange, bis man auch Interessen, Vorlieben oder Hobbies zuordnen kann. So hat man dann auch schnell ein Thema: "Wie spielt Schalke am Samstag?" oder "Schon viel mit dem Moped unterwegs gewesen diesen Sommer?". Generell "smalltalke" ich lieber über persönliche Dinge und nicht über Wetter, die schöne Tapete oder das Muster des Teppichbodens - oft ist es auch bei Fremden nicht wirklich schwer, irgendetwas persönliches zu entdecken. Vor kurzem hatte ich einen externen Berater zu Gast. Gleich am ersten Tag, habe ich gesehen dass auf seinem Auto ein kleiner Aufkleber von Borussia Mönchengladbach klebte - schon war das Thema für das Mittagessen gegeben.

  • Florian Steglich

    13.09.08 (15:53:48)

    » Jo: Nein, weil es Beispiele sind, sollst Du sie - wie geschehen - entsprechend anpassen, wenn sie für Deinen Alltag nicht funktionieren. Ich sehe im Übrigen keinen enormen qualitativen Unterschied zwischen den Small-Talk-Themen Wetter (abgesehen davon, dass das im Artikel gar nicht vorkommt) und Fußball; oder, anders gesagt: Für mich mit eher spärlichem Fußballwissen wäre Dein Beispiel mit dem Borussia-Berater "lächerlich", "selten dämlich" und "plump anbiedernd". Deshalb verwende ich es nicht. Das haben Beispiele häufig so an sich.

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