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11.10.10Leser-Kommentar

Sitzungen: Warum wir sie insgeheim lieben

Meetings und Sitzungen rangieren bei vielen weit oben auf der Liste der Produktivitätskiller. Zu viele, zu lange, zu wenig Resultate sind die oft gehörten Klagen. Ron Ashkenas, Autor beim Harvard Business Blog, vermutet, dass viele Manager Sitzungen aber insgesheim eben doch mögen. Und zwar aus drei Gründen:

  • Sitzungen fördern soziale Kontakte: Viele Menschen arbeiten nicht gerne alleine und tauschen sich gerne zu verschiedenen Themen aus - Arbeit oder auch mehr. Sitzungen erfüllen auch eine wichtige soziale Funktion - selbst wenn nur getratscht wird.
  • Jeder bleibt im Loop: Immer mehr wird in Projekt- oder Matrixorganisationen gearbeitet. Die formale Unternehmenskommunikation wird durch den informellen Kanal der Meetings ergänzt und jeder bleibt so im Informationsloop.
  • Sitzungen bedeuten Status: An vielen Sitzungen teilzunehmen bedeutet auch, dass die eigene Meinung geschätzt wird und dass man bei wichtigen Entscheidungen dabei ist. Selbst eine einmalige Präsentation in der Geschäftsleitung bringt Sichtbarkeit und kann den eigenen Stellenwert erhöhen.

Ashkenas glaubt, dass diese psychologischen Faktoren viel zu der Flut von Meetings in Unternehmen beiträgt. Trotzdem sei es kein Freipass: Er fordert Unternehmen auf, ihre Sitzungskultur regelmäßig zu überprüfen.

«Why we secretly love meetings», Ron Ashkenas bei Harvard Business Review

Hier erscheint jeden Tag von Montag bis Freitag ein Link zu einem besonders lesenswerten Text rund ums Thema Produktivität. Viel Spaß bei der Lektüre!

Kommentare

  • sanavital

    05.11.10 (22:49:48)

    Nobody is perfect, but a team can be. Unter dem Motto stehen besonders in Deutschland vielfach Sitzngen und Meetings. Aber dieses wird umso mehr ad adsurbum geführt, je gemischter die Hierarchieebenden in einer Sitzung vertreten sind.Also oft werden dann Zielvorstellungen des Hierarchiehöchsten auf Rücksicht der eigenen Karriere ohne eigene Beiträge und Stellungnahmen "abgenickt". Ein solches wäre in den meisten japanischen Unternehmen nicht denkbar und würde nur der eigenen Karriere schaden. Wenn allerdigs nur gleiche Hierarchieebenen in Sitzungen vertreten sind, dann gebe ich dem Autor vollkommen recht: nichts ist bei Mitarbeitern so beliebt wie Sitzungen. Und zwar aus den gleichen Gründen, wie sie Ron Ashkenas aus meiner Sicht zu Recht vermutet.

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