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22.05.13Leser-Kommentare

Selbstsabotage vermeiden: So gewinnt man den inneren Kritiker für sich

Jeder von uns kennt ihn, den inneren Kritiker. Er mischt sich in unser Denken ein, legt fest, was wir dürfen und was nicht, und sabotiert so - oft unbemerkt - unser Handeln. An und für sich meint er es gut mit uns. Doch mit seinem übertriebenen Eifer bewirkt er das Gegenteil. Dem Wuselbuch sei Dank: Diese mentale Selbstsabotage lässt sich stoppen!

Vor wenigen Wochen ist ein interessantes Buch erschienen: «Wuselmanagement» von Claudia Hupprich. Die Managementberaterin und Coach beschreibt darin mit einer gelungenen Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, wie man seine Selbstsaboteure identifiziert. Und sie gibt praktische Tipps, wie man die Selbstsabotage erfolgreich stoppt.

«Zwergenmacher», «Dunkelseher», «Regelfanatiker» und «Druckmacher» - so umschreibt Hupprich die Selbstsaboteure. Sie kommen uns tagtäglich in die Quere. Überraschend, besserwisserisch und ungefragt. Ob's an die Umsetzung einer Idee geht, ob wir uns für eine Sache stark machen wollen oder wenn grad ein Vorhaben misslungen ist.

An und für sich ist der innere Kritiker ein guter Freund, der uns davor schützen will, Schiffbruch zu erleiden. Tatsächlich aber setzt er uns objektiv nicht vorhandene Grenzen und ist oft die Ursache für mentale Blockaden.Erkennen und positiv nutzen - so soll sich der mentale Nörgler zum konstruktiven Kritiker umerziehen lassen. Genau genommen wird der Saboteur dabei nicht umerzogen, sondern gezielt gestoppt und anschliessend positiv genutzt. So geht’s:

Den mentalen Nörgler erkennen

Die Wurzeln unserer inneren Kritiker liegen meist in unserer Kindheit, auch wenn sie zu jeder Zeit in unserem Leben beginnen können, ihr Unwesen zu treiben. Ein Kind bildet in seiner kindlichen Logik aus dem jeweils Erlebten und Gehörten nicht nur Überzeugungen, die es in seiner Entwicklung unterstützen, sondern eben auch solche, die es behindern.

Hupprich beschreibt sehr bildhaft und mit Witz die inneren Kritiker – sie nennt sie konsequent «Wusel» – und was mit uns passiert, wenn sie nicht einzeln ihr Spiel treiben, sondern als Duo oder gar als Gruppe.

Drei davon kennen wahrscheinlich die meisten:

Der Zwergenmacher

Sein Motto: «Lieber klein als erfolgreich», sein Lieblingssatz: «Das kannst Du doch gar nicht!»

Der Zwergenmacher ist spezialisiert darauf, uns kleiner fühlen zu lassen - je kleiner, desto besser. Er besitzt ein riesiges Repertoire an oft sehr aggressiven Bemerkungen, die uns schwächen.

Er ist erst zufrieden, wenn wir uns innerhalb des kleinen Rahmens bewegen, den er für uns gesteckt hat. Er will also, dass wir in unserer persönlichen Komfortzone, im bekannten Terrain bleiben. Wehe, wenn wir etwas Neues ausprobieren möchten. Dann wird er aktiv und bemüht sich, uns wieder klein zu machen.

Der Dunkelseher

Sein Motto: «Sag nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt!», sein Lieblingssatz: «Das geht bestimmt schief.»

Der Dunkelseher ist der Experte, wenn es ums Heraufbeschwören möglicher und unmöglicher Katastrophen geht. Seine Kommentare umfassen ein grosses Spektrum von einer milden Resignation bis hin zur grossen Dramatik: «Du wirst schon sehen, was Du davon hast!»

Er ist sich sicher: Wenn einmal etwas schief ging, dann muss das beim nächsten Versuch wieder so sein. Deshalb sorgt er lieber vor und warnt lauthals vor dem Scheitern. Ihm genügt dabei die blosse Möglichkeit, dass es eine Katastrophe geben könnte.

Der Regelfanatiker

Sein Motto: «Immer schön nach den Regeln.», sein Lieblingssatz: «Das muss so sein!»

Der Regelfanatiker glaubt immer ganz genau zu wissen, wie Dinge zu sein haben, wie die Regeln dafür lauten und wer was wann tun muss oder nicht tun darf - Regeln sind schliesslich dafür da, um befolgt zu werden.

Er ist von seinen Regeln so überzeugt, dass es ihm gar nicht in den Sinn käme, diese gelegentlich auf den Prüfstand zu stellen. Selbst dann nicht, wenn die Regeln überholt sind.

Den mentalen Nörgler als konstruktiven Kritiker nutzen

Mit zahlreichen Praxistipps zeigt die Autorin, wie man Einwände des inneren Kritikers unbeachtet lässt und so die Selbstsabotage Schritt für Schritt stoppt.

Die Metapher des Wusels und sein witziges Äusseres haben mir beim Lesen des Buchs geholfen, eine gewisse Lockerheit gegenüber meinem inneren Kritiker zu entwickeln. Ob mir die Methoden helfen werden, die mentale Grenzen zu durchbrechen und die Wusel in ihre Schranken zu verweisen? Einen Versuch ist's allemal wert.

[amazon 3869802057]«Wuselmanagement. Wie Sie Selbstsabotage vermeiden und den inneren Kritiker für sich gewinnen»[/amazon] von Claudia Hupprich, Verlag: BusinessVillage

 

Bild: BusinessVillage GmbH (Buchcover)

Kommentare

  • Max

    22.05.13 (22:44:09)

    Wäre schön wenn sie in einem halben Jahr nochmal berichten ob es wirklich geholfen hat oder nicht, denn es gibt viele gut geschrieben Bücher dieser Art nur helfen die meisten wenig.

  • Marcel Widmer

    23.05.13 (07:06:49)

    @ Max: Ich sehe das genauso wie Sie. Ein gutes Buch bleibt ein gutes Buch, solange man das darin gebotene Wissen nicht umsetzt. Was oft nicht einfach ist (Alltagsgewusel, Rückschläge etc.). Unter anderem aus diesem Grund ist es manchmal sinnvoll, ein solches Thema von einem Coach begleiten zu lassen.

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