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13.11.13Leser-Kommentare

Selbstmanagement für Selbstständige: 10 Denkanstösse, um bewusst zu handeln

Die berufliche Selbstständigkeit fordert die eigene Selbstmanagement-Kompetenz - Tag für Tag. Betroffen sind vor allem diejenigen von uns, die als 1-Personen-Unternehmer zwangsläufig für alles zuständig sind und Fragen zu Marketing, Buchhaltung und Strategie nicht einfach weitergeben können. Das Risiko fremdbestimmt zu arbeiten ist hier also besonders gross. Das muss aber nicht sein!

SelbstmanagementSelbstmanagement heisst auch, für alles die Verantwortung zu übernehmen, was mit der eigenen Tätigkeit zu tun hat. Es heisst, nicht stets das Opfer der anderen oder der Umstände zu sein.

Wir können einen grossen Teil dazu beitragen, wie wir diese Verantwortung übernehmen. Und wir können unsere Einstellung ändern und akzeptieren, dass wir nicht alles im Griff haben können.

Das A und O: Bewusst handeln

Mit bewusstem Handeln und bewusstem Nichthandeln (!) beeinflussen wir ganz wesentlich, wie unser Leben als Selbstständiger ist. Und wie zufrieden wir damit sind.Selbstverständlich können wir nicht immer alles direkt beeinflussen, selbst dann nicht, wenn wir als Ein-Mann-Unternehmer oder Eine-Frau-Unternehmerin selbstständig sind. Manchmal zickt der Drucker, manchmal sind wir krank und manchmal - was für ein Glück - bestellt ein Kunde, obwohl wir das so nicht eingeplant haben. Und schon ist die Tagesplanung Makulatur.

Aber wir haben immer die Wahl: Ob und wie wir auf unerwartete und nicht kontrollierbare Ereignisse reagieren, entscheiden wir - niemand sonst.

Das Problem: Solange wir die Situation nicht hinterfragen und nicht realistisch beurteilen, solange treffen wir keine wirksamen Entscheidungen. Und bleiben deshalb fremdbestimmt.

Fehlannahmen und Reality Check

Vieles spielt sich in unserem Kopf ab. Halbwissen, Vermutungen und Interpretationen zeichnen ein Bild, das oft nicht mehr viel mit der Realität zu tun hat. Diese Annahmen verhindern, dass wir das Richtige tun. Und so kommt es oft, dass wir gar nichts tun.

Immer dann, wenn man glaubt, keine Zeit zu haben oder nicht frei entscheiden zu können, dann sollten wir uns diese drei Fragen stellen:

     

  1. Ist es tatsächlich so? Oder meine ich nur, dass es so ist?
  2. Wie könnte ich mich hier gezielt verbessern?
  3. Wie könnte ich besser akzeptieren, dass es so ist?

In der Folge zehn Beispiele von verhängnisvollen Fehlannahmen für den Alltag - als Denkanstoss und «Trainingsgerät»:

  • Das Wort «Selbstständigkeit» kommt bekanntlich von «selbst» und «ständig» - das ist nun mal so.
  • Die dringendsten Aufgaben sind auch immer die wichtigsten. Und umgekehrt.
  • Die wichtigsten Dinge schreien immer am lautesten, und das ist auch gut so.
  • Das mache ich später, wenn ich endlich mehr Zeit habe.
  • Mir fehlt nur die richtige Zeitmanagement-Methode. Wenn ich die gefunden habe, habe ich alles im Griff.
  • Ich brauche (Zeit-)Druck - nur so arbeite ich richtig gut, nur so bin ich richtig produktiv.
  • Ich habe im Moment so viel zu tun, da habe ich schlicht und einfach keine Zeit, um zu planen.
  • In meinem Business nützt die beste Planung nichts: hier geben die Kunden den Fahrplan vor.
  • Selbstverständlich hilft Selbstdisziplin. Aber in der Arbeit mit Kunden bringt mich das auch nicht weiter.
  • Für meine Kunden muss ich immer erreichbar sein: auch während Besprechungen / wenn ich unterwegs bin / am Wochenende.

(Angeregt durch Gitte Härter: 111 Fehlannahmen)

Fazit

Selbstmanagement ist für uns Selbstständige einer der Schlüsselfaktoren für den beruflichen und persönlichen Erfolg.

Positives Selbstmanagement heisst, die Verantwortung für sich, sein Tun und sein Leben zu übernehmen - beruflich und persönlich.

Wir können uns in die Opferrolle zurückziehen und uns selbst bemitleiden. Oder wir können Voraussetzungen schaffen, um selbstverantwortlich und bewusst zu entscheiden, was wir tun und was wir nicht tun.

(Übrigens: Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, diesen Blogartikel in der Wir-Form zu schreiben. Obwohl ich mich seit Jahren mit Selbstmanagement beschäftige, gilt das Geschriebene auch für mich. Denn: Selbstmanagement ist nie erledigt, sondern ein permanenter Prozess.)

 

Bild: Andreas Rodler bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Kommentare

  • Frank Hamm

    13.11.13 (10:38:51)

    Meine Definition von selbstständig: Ich bestimme ständig selbst, was ich mache - und nicht die Anderen, die Umstände, die Dinge, die Prozesse. Aber ich höre zu, wenn und was die mir so mitteilen :-) Irgendwie erinnert mich insbesondere die Fehlannahme mit der Planung an meine Kolumne zum Thema Prozessoptmierung: http://injelea-blog.de/2012/10/18/die-mar-von-der-prozessoptimierung/

  • Marcel Widmer

    13.11.13 (12:54:05)

    @ Frank: Ganz ohne Abhängigkeiten (z.B. von Kundenwünschen/-vorgaben) geht's ja leider nicht, wie Du weisst. Aber im Grundsatz mit Blick aufs Optimum, hast Du vollkommen Recht!

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