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16.12.13

Produktivitätsrezept Networking - Teil 1: Gemeinsam mehr erreichen

Gemeinsam stark - so könnte das Produktivitätsmotto von Netzwerken lauten. Denn viele Dinge kann man alleine nicht erreichen, sondern nur zusammen mit anderen. Doch wie baut man so ein produktives Netzwerk auf?

Bild: yaph bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)Vielleicht gehörst Du auch zu den Menschen, die lieber alles alleine machen, weil sie nichts aus der Hand geben wollen? Oder zu denen, die möglichst wenig über ihre Ideen preisgeben wollen, aus Angst, jemand könnte ihnen die Idee stehlen oder ihr Vertrauen auf irgendeine andere Art missbrauchen. Dazu muss gesagt werden: Klar, passiert so etwas. Doch in vielen Fällen zahlt es sich aus, mit anderen zu kooperieren, statt sich als Einzelkämpfer durchzuschlagen.Beispielsweise interviewte ich vor einigen Jahren die Gründerin eines erfolgreichen Start-Ups. Sie erzählte mir, dass sie vor der Gründung sehr nervös war und ihre Idee selbst vor guten Bekannten und Freunden geheim hielt - aus Angst, jemand könnte ihr die Idee stehlen. Als die Idee dann auf den Markt kam, zeigte sich in den Rückmeldungen von Kunden und Mitarbeitern, dass noch zahlreiche Fehler behoben werden mussten. Rückblickend fand sie, dass, würde sie wieder gründen, sie jedem von der Idee erzählen würde, damit sie so viel Feedback wie möglich einholen könnte. Denn das würde das Produkt nur verbessern.

Wie funktioniert der gezielte Aufbau eines Netzwerks?

Mit anderen Menschen zusammen zu arbeiten hat als viele Vorteile. Doch wie stellt man es am besten an, sprich wie baut man sich ein gutes Netzwerk an Kontakten auf?

Networking sollte ein Geben und Nehmen sein. Gezieltes Networking bedeutet eben nicht, dass Du in Deinem Adressbuch nur notierst, wen Du im Notfall fragen könntest. Networking heißt nicht, irgendwelche, aber möglichst viele Kontakte zu haben, auch wenn das manchmal hilfreich ist. Viele Situationen erfordern nur wenige, aber absolut passende Kontakte – und diese zu knüpfen, zu gestalten und zu pflegen, erfordert hohes persönliches Engagement. Denn nur wenn Du weißt, welche Informationen oder Hilfe Du von wem bekommen könntest, hilft Networking Dir weiter.

Es geht um Hilfe, nicht um Profit

Gezieltes Networking bedeutet ebenfalls nicht, nur »nützliche« Kontakte zu gewinnen, auch wenn es häufig damit in Zusammenhang gebracht wird. Häufig vergisst man, dass Netzwerke nicht in erster Linie dazu da sind, damit Einzelne davon profitieren, sondern um sich gegenseitig zu helfen – etwa mit Rat und Tat, Information und Motivation. Wenn Du Netzwerke als Austauschplattformen betrachtest, stellen sich Erfolge ganz von selbst ein.

Eine Metapher verdeutlicht das Networking-Prinzip: Der Networker wirft wie ein Fischer seine Netze aus. Durch Zufall und Fleiß fängt er große und kleine Fische, das bringt Gewinn, aber mancher Fisch entgeht ihm auch, wenn z.B. das Netz reisst. Daher muss er es immer wieder sorgfältig knüpfen und erneuern. Networking ist also das methodische und systematische Knüpfen nützlicher Kontakte, das dem Zufall auf die Sprünge hilft, die richtigen Menschen zu treffen.

Es geht um Vertrauen

Aber: Ein Netzwerk aus Menschen, die Du eigentlich gar nicht magst und zu denen Du nur nett sein willst, um irgendwann daraus einmal einen Vorteil zu ziehen? Das ist auf Dauer kaum durchzuhalten. Suche daher gezielt Kontakt zu den Menschen, bei denen auch der persönliche Sympathiefaktor stimmt. Denn Netzwerke erfordern Fingerspitzengefühl: Wenn Du Dich nicht gerade an gute Freunde wendest, musst Du zunächst Vertrauen gewinnen.

Je geringer dabei die eigene Erwartungshaltung ist, desto besser, denn: In der Regel freuen sich Menschen über ehrliches Interesse an ihrer Person. Wer also anderen offen und ehrlich ohne allzu viele Hintergedanken begegnet, baut Vertrauen auf. Auch das gemeinsame Interesse an einem bestimmten Thema kann Vertrauen schaffen.

»Für wen kann ich etwas tun?«

Das Vertrauen wird jedoch schnell verspielt, wenn man allzu schnell durchblicken lässt, dass man nur Interesse hat, weil man etwas von dem anderen erwartet. Wer nämlich dann keinen entsprechenden Gegenwert anbieten kann, hinterlässt beim anderen unbewusst den Eindruck, dass er ausgenutzt wird – und der Kontakt reisst ab. Gehe daher nicht nur von der Überlegung aus: »Was brauche ich«, sondern auch von der Frage: »Für wen kann ich etwas tun?«. Geben und nehmen sollten sich allerdings die Waage halten.

Häufig funktioniert Networking auch indirekt auf sehr verschlungenen Wegen über Dritte. Über diese sogenannte Serendipität habe ich hier bereits geschrieben.

Wie man nun das Netzwerk gezielt nutzt, um gemeinsam mehr zu erreichen, dazu werde ich im zweiten Teil meines Beitrags einige Tipps geben.

 

Bild: yaph bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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