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09.12.13

Produktivität ganz persönlich: «Ich unterscheide nicht zwischen Arbeit und Leben»

Jon Oringer gründete 2003 mit 30'000 seiner eigenen Fotos Shutterstock, einen globalen Marktplatz für visuelle Inhalte. Heute hat das Unternehmen mit Sitz in New York 250 Mitarbeiter, ist an der Börse und vertreibt über 30 Millionen Fotos, Illustrationen, Vektorgrafiken und Videos. Laut Forbes war Jon Oringer der erste Milliardär von «Silicon Alley». Ich traf ihn bei der Eröffnung seiner Europazentrale in Berlin.

Jon Oringer, Foto von Daniella ZalcmanWas tust Du als Erstes, wenn Du Deinen Arbeitstag – zuhause oder im Büro – startest?

Jon Oringer: Keine Frage: E-Mails. Ich habe leider das Smartphone direkt neben dem Bett liegen, sodass ich jederzeit auf Anrufe oder E-Mails reagieren kann. Was auch neben dem Bett liegt, ist ein Notizblock für neue Ideen.Wodurch zeichnet sich Dein Arbeitsstil aus?

Ich arbeite sehr methodisch, schnell und effizient. Meine Arbeit ist ein integraler Bestandteil meines Lebens; ich trenne die Arbeit nicht vom Rest. Das gehört eben dazu, wenn man eine eigene Firma hat. Ich kenne das auch gar nicht anders: Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich schon immer mein eigenes Ding gemacht und nie anders gearbeitet habe.

Gibt es Momente, in denen Du nicht arbeitest?

Ja. Wenn ich schlafe beispielsweise. Ich mache auch Pausen und gehe z.B. mehrmals in der Woche ins Fitness-Studio.

Wie – durch welche Tools und Methoden – steigerst Du Deine Produktivität?

Ich versuche mich ständig neu herauszufordern. Es ist wichtig, nicht auf der Stelle zu treten, sondern sich immer weiterzuentwickeln. Lernen ist ist ein Prozess ständiger kleiner Veränderungen. Man macht Fehler, lernt daraus und macht dann weiter.

Auch der Erfolg von Shutterstock ist letztlich das Ergebnis vorheriger Fehler. Und auch jetzt suche ich ständig Verbesserungsmöglichkeiten im Unternehmen. Zum Beispiel versuche ich herauszufinden, wie wir schneller neue Entwicklungen auf den Markt bringen, das Marketing verbessern können usw.

Wo arbeitest Du am produktivsten?

Ich finde, Produktivität hängt nicht vom Ort ab. Manchmal bin ich produktiv im Büro, aber manchmal bin ich auch sehr produktiv an Orten, von denen ich das gar nicht erwartet hätte. Es ist auch schwierig, regelmäßig zu einer bestimmten Uhrzeit produktiv zu sein. Wichtig ist daher für mich, nicht an Ort oder Zeit gebunden zu sein, um arbeiten zu können.

Was tust Du, wenn Deine Produktivität nachlässt?

Ich mache ein Power Nap. Oder ich gehe spazieren oder mache Fotos. Reisen ist auch etwas, das meine Kreativität sehr beflügelt.

Wie viele Stunden schläfst Du pro Nacht?

Im Schnitt 7 Stunden pro Nacht. Es wäre phantastisch, mit weniger auszukommen, aber das gelingt mir leider nicht.

Was Dir sonst noch zum Thema Produktivität einfällt

Meine Produktivität hängt nicht nur von mir ab, sondern basiert zum Großteil auch den Fähigkeiten und der Kreativität anderer Menschen. Ich habe mir deshalb ganz genau angeschaut, wen ich einstelle.

Die Herausforderung besteht darin, Leute zu finden, die den gleichen unternehmerischen Geist haben und etwas bewegen wollen. Gerade weil wir in einer Branche arbeiten, die mit ihren Künstlern und faszinierendem Bildmaterial viel Inspiration bietet, aber auch eigene Kreativität verlangt, ist mir eine Arbeitsatmosphäre wichtig, in der Ideen entstehen können.

Wir arbeiten in verschiedenen Teams – etwa für Marketing oder Produktentwicklung – die sich koordinieren und miteinander vernetzen müssen. Es ist daher stets wichtig, den Überblick zu behalten, an welchen Projekten die einzelnen Teams arbeiten.

 

Bild: Jon Oringer. Fotografin: Daniella Zalcman

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