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02.10.13

Pomodoro-Selbsttest: Die Methode bedingt Disziplin

Ich bin jemand, der sich während der Arbeit sehr schnell ablenken lässt. Auch deshalb, weil ich ein relativ kleines Büro mit vier Kollegen teile. Da klingeln Telefone, Gespräche werden geführt und knackige Früchte gegessen. Beste Voraussetzungen, die Pomodoro-Methode zu testen, um fokussiert an einer Aufgabe dran zu bleiben. Leider hat sie mir kaum geholfen. Ein Erfahrungsbericht.

Clockwork Tomato App Mit der kostenlosen Clockwork Tomato App für Android ausgerüstet, habe ich mir zuerst meine Tasks zeitlich eingeteilt. Dabei empfand ich es bereits als mühsam, dass ich zuerst ausrechnen musste, wie viel Zeit mich die nächste Aufgabe kosten würde. Denn das ist ja der Witz an der Methode: Man befasst sich mit dem Umfang der Aufgabe und setzt den Timer entsprechend, damit man während dieser Zeit ungestört bleibt.Die Einteilung der Aufgaben in Zeiteinheiten war für mich anfangs lästig. Ich bin mehr der Typ, der alle Tasks auflistet und dann versucht, so gut wie möglich voranzukommen. Dabei helfen mir die Kanban-Boards wesentlich besser.

Am ersten Tag war ich überhaupt nicht produktiv, da ich mich zuerst an die App (für mich zu kompliziert) und an die neuen Bedingungen (kein Telefon, kein Internetbrowser, etc.) gewöhnen musste.

Unter Idealbedingungen wäre die Methode toll

Frühmorgens, als noch niemand im Büro war, klappte das mit dem Pomodoro-Timer ohne Anstrengung. Da hätte ich eigentlich genau so gut ohne arbeiten können. Mich lenken vorwiegend auditive Reize ab, also bspw. Gespräche von Bürokollegen, Schritte auf dem Parkettboden, Baulärm. Die sind um diese Zeit gering.

Gegen halb 9 Uhr beginnt die Betriebsamkeit und damit nimmt die Geräuschkulisse zu. Vermehrt kommen auch Leute an den Schreibtisch und fragen nach Dingen, Hilfe, Teamkollegen, etc. Man muss ihnen Antwort geben, und schon ist man aus der Konzentration für einige Momente raus.

Zu Beginn meines Selbstversuchs musste ich den Bürokollegen erklären, wie ich mit der Pomodoro-App vorhabe zu arbeiten, und dass ich dann und wann nicht gestört werden möchte. Das war mir unangenehm. Dachten sie nicht automatisch: «Für wie wichtig hält er sich, dass er sich so abschottet?»

Der wichtigste Grund, weshalb ich die Methode nicht mehr anwenden werde, ist, dass ich schlicht und einfach nicht produktiver wurde dadurch. Wer ein Büro mit anderen teilt, muss davon ausgehen, dass er abgelenkt wird. Ich schaffte es einfach nicht, während zwanzig Minuten Telefon, Mail, Geräusche und Besucher von mir fernzuhalten. Dazu besitze ich wohl zu wenig Disziplin. Bei Thomas Mauch hat es besser funktioniert als bei mir.

Welche Methoden wendet Ihr an, um konzentriert zu bleiben?

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