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18.12.13Leser-Kommentare

Organisation von Familie und Beruf: 5 Tipps für werdende Väter

Vater zu werden erfordert Planung, Priorisierung und Organisation. Wenn das Kind einmal da ist, verschieben sich die Prioritäten, und die Zeit für die Arbeit wird knapper. Das ist einerseits gut so, andererseits muss die verfügbare Zeit umso effizienter eingesetzt und geplant werden. Auf was kommt es während und nach diesem Umbruch an?

Am 12.12.13 um 14.53 bin ich nach einer langen Nacht Vater geworden. Durch dieses freudige Ereignis steht meine Welt nun Kopf: Schon jetzt möchte ich jede freie Minute mit meiner Frau und dem Kind verbringen, was natürlich nicht möglich ist. Hier ein paar Tipps, die werdenden Vätern helfen sollen, neben dem Familienleben auch Arbeit und Termine gut auf die Reihe zu kriegen.

1. Babyzeit und Arbeitszeit strikt trennen

Mein kleiner Sohn hat meine Welt verändert. Ich vermisse ihn, sobald ich ihn nicht mehr sehe! Wie bei frisch Verliebten dreht sich alles nur noch um ihn. Es soll aber nicht so weit kommen, dass ich wegen ihm während der Arbeit zu unkonzentriert bin.

Deshalb ist es wichtig, Kind und Arbeit zu trennen, auch gedanklich. Wenn ich bei Sohn und Frau bin, sauge ich die Liebe auf, tanke Kraft und bin voll bei meinen Liebsten. Trotz fehlender jahrelanger Erfahrung: Ich glaube, wenn ich diese Trennung nicht hinkriege, wird die Organisation unmöglich. Zu wissen, dass ich auch für meinen Sohn arbeite, damit er es gut hat, dient als Motivationsspritze.

2. Alles notieren, was wichtig ist

Mit einem Kind hat man viele zusätzliche Termine. Falls jemand bisher das meiste ohne Termineinträge geschafft hat, wird das wohl künftig nicht mehr gehen. Damit möglichst wenig vergessen geht, sollte alles aufgeschrieben werden: Patrick Mollet hat ein paar nützliche Kalender-Apps getestet.

3. Kommunikation und Terminkoordination mit der Partnerin

Der vielleicht wichtigste Punkt: Termine, Aufgaben zu Hause können und sollen gegenseitig delegiert werden. Das erfordert mehr Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Beide Eltern brauchen einen verlässlichen Partner. Indem ich meine Frau entlaste, wenn ich zu Hause gedanklich nicht mehr bei der Arbeit bin, hat sie auch Verständnis, wenn ich offen kommuniziere, wieso ein Termin platzt.

4. Information nach aussen ist zweitrangig

In Zeiten von Facebook und Co. ist die Kommunikation nach aussen einfach. Man kann ja fast alle auf einmal erreichen und noch viele Unbekannte dazu. Aber als Vater braucht man – überwältigt von den Gefühlen und von der Erschöpfung – erst einmal Zeit zum Verarbeiten und Ausruhen. Zu viel Kommunikation nach aussen ermüdet nur zusätzlich.

Mir selbst die nötige Ruhe und Distanz zu verschaffen, ist mir besonders schwer gefallen: Auf Twitter habe ich – ein wenig unüberlegt vielleicht – mittels Tweet die ganze Welt über die Geburt meines Sohnes ins Bild gesetzt. Meine 800 Follower hat’s nicht ganz ungerührt gelassen. Ich habe auf die vielen Reaktionen auch sofort wieder reagiert. Im Nachhinein würde ich die Reaktionen nicht mehr sofort, sondern zu einem ruhigen Zeitpunkt alle zusammen beantworten, dann bleibt mehr Zeit für die Planung dessen, was sonst ansteht.

5. Viel Schlaf

Das Geschrei verunmöglicht den Schlaf, die Arbeit ruft aber trotzdem: Immer dann zu schlafen wenn es geht, ist nach meiner Erfahrung besser als mit Kaffee nachzuhelfen. Genügend Schlaf ist vor und nach der Geburt unerlässlich.

Haben die Väter unter Euch weitere Tipps zur Ergänzung?

 

Bild: Dan Harrelson bei flickr.com (CC BY 2.0)

Kommentare

  • sqldaddy

    18.12.13 (09:09:21)

    Zuerst mal herzlichen Glückwunsch und Gottes reichen Segen! 6. Jede Menge Geduld, Gelassenheit & Freundlichkeit 7. Sei ein guter Vater, aber lass die Kinder Kinder sein 8. Lass Dir von niemand grundlos reinreden, Du machst das gut so 9. Mit jedem Kind wird es anstrengender, aber man sieht es gelassener 10. Das Wichtigste ist ganz viel Liebe 11. Das Kleinkindalter ist das schönste Alter. Wenn Du es verpasst kommt es nie wieder. Durch kein Geld der Welt. 12. Schlaf ist völlig überbewertet ;) Das wird schon…das erste Kind und die erste Zeit mit dem Baby ist einfach extrem anstrengend, aber geht auch vorbei… …und Du kennst ja sicher den tollen Spruch: “Wenn er dann Morgens nur ein mal lacht, ist alles vergessen…” :D

  • Joachim

    18.12.13 (09:11:42)

    zu 2) NIcht nur aufschreiben sondern auf Priotität und eventuelle Deadline notieren. Vieles ist nur halb so wichtig / dringend, wie man urprünglich dachte. ;-)

  • sqldaddy

    18.12.13 (10:20:39)

    @Joachim: Wie organisiert man sinnvoll eine Todo-Liste mit 500 Tasks?

  • Nico

    18.12.13 (10:24:40)

    Wenn Du zu Hause arbeitest so versuche Dich während der Arbeitszeit abzuschotten. Am Besten ist ein eigenes Büro, wo man die Tür zu machen kann. Geht das nicht, so wird zumind. im ersten Jahr ein guter Kopfhörer mit Noise Cancelling, deinem Konzentrationsfokus gut tun. Wie man nach dem ersten 1 - 1,5 Jahr(en) danach das Papa Papa unterbindet, dass habe ich noch nicht rausgefunden.

  • Michi

    19.12.13 (08:08:55)

    Tönt blöd, aber ich persönlich musste den Fakt akzeptieren, dass ich einfach nicht mehr die gleiche "zeitliche" Arbeitsleistung bringen kann wie Kollegen welche keine Kinder haben. Es geht einfach nicht von morgens 07:00 - 19:00 Uhr zu arbeiten wenn daheim Frau und Kind warten.... Und wenn mann dann nach Arbeitsschluss heimkommt, ist es nicht so dass Sofa Lümmeln angesagt ist....sondern die "Arbeit" geht weiter. Das kann mit der Zeit auch mal Belastung werden.

  • sqldaddy

    19.12.13 (09:39:50)

    Ich denke mir das so: Nur weil andere von 07:00 - 19:00 im Büro sitzen, heißt es nicht dass sie effektiver und auch glücklicher sind...

  • Michi

    19.12.13 (10:13:55)

    Ja genau. So lebe ich heute und hab das auch "akzeptiert". Der Lebensgewinn welcher man durch eine Familie resp. Kinder hat sucht seinesgleichen und kann mit keinerlei (zumindest bei mir) "Arbeitserfolgen" kompensiert werden....

  • Joachim

    19.12.13 (10:59:45)

    Mit einem Tool wie z.B. Trello kann man zu einzelnen Tasks Checklists erstellen. Bei 500 Tasks gehören bestimmt viele zu einem “Projekt”. Das kann man hierarchisch organisieren. eGroupWare ist auch ganz gut. Mit klassichem Stift und Papier bin ich nie weit gekommen, da man heutzutage immer viel umstrukturieren muss, das geht digital einfach besser.

  • Benjamin

    03.01.14 (08:02:30)

    Von mir auch herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen zur Geburt! Mein Tipp sind Hörbücher. Unser Sohn hatte ganz am Anfang Probleme einzuschlafen. Mit rumtragen im "Fliegergriff" hat es gut geklappt. Die Zeit dazu kann man prima zum Hörbuch hören nutzen ;-) Ebenfalls sehr sinnvoll ist ein gemeinsam synchronisierter Kalender. Das hilft Überschneidungen zu vermeiden ohne jedes mal vor einer Terminzusage mit dem Partner zu telefonieren. Da man Termine wirklich detaillierter Absprechen muss. Und: Du hast auch noch ein Leben. Die Kinder wachsen mit den Eltern auf, nicht umgekehrt.

  • Gino Brenni

    03.01.14 (08:10:50)

    Vielen Dank für deine Tipps und Anregungen! Nach den ersten drei Wochen beginne ich immer besser zu merken, welche Verlagerung ihn ruhigstellt. Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr!

  • sqldaddy

    03.01.14 (08:53:35)

    Zum Thema “Gemeinsamer Kalender” kann ich euch “Cozi” (nutzen wir als Android-App) empfehlen…

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