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03.02.14Leser-Kommentare

Nur eine Aufgabe am Tag erledigen: Macht Multitasking blöd?

Multitasking, die vielbeschworene Fähigkeit unserer Zeit, ist vielleicht gar keine. Studien zeigen, dass Menschen eigentlich gar nicht Multitasking-fähig sind. Vielleicht sollte man stattdessen nur eine Aufgabe am Tag erledigen?

Bild: David Goehring bei flickr.com (CC BY 2.0)Ich kenne Leute, die das so handhaben: «Ich erledige immer nur eine Aufgabe am Tag». Und auch wenn es nicht zeitgemäß klingt, haben sie damit vielleicht sogar recht.

Es mag effizient wirken, am Tag mehrere Aufgaben aneinander zu reihen, aber ich stelle oft fest, dass ich scheitere, wenn ich mir zu viel an einem Tag vornehme.

Macht Multitasking dümmer als kiffen?

Martin Wehrle, Autor der Bücher «Ich arbeite in einem Irrenhaus» und «Ich arbeite in einem Irrenhaus», hat das kürzlich in einem Beitrag auf berufebilder.de  bestätigt: Es gebe, so seine überraschende Aussage, nicht nur kein Multitasking, nein, es mache auch noch blöd. Als Beleg zieht Wehrle jene Studie heran, über die wir auch schon bei imgriff.com geschrieben haben und gemäss der die Ablenkung durch E-Mails blöder als Kiffen macht. So schreibt Wehrle:

«Der Begriff Multitasking ist unmenschlich: Er stammt aus der Computersprache und bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, zur selben Zeit mehrere Aufgaben zu bewältigen. Jeder dieser Prozesse greift zu auf das Zentralhirn des Computers, den Hauptprozessor. Dieser verteilt die Kapazitäten. Doch die Vorgänge laufen nur scheinbar gleichzeitig ab: Sie geschehen blitzschnell nacheinander.»

Am Ende, so Wehrle, passiert dem menschlichen Gehirn das, was auch einem Computer passiert, der zuviele Rechenprozesse auf einmal bewältigen muss: Es hängt sich auf und steigt aus. Was aber hilft, damit es erst gar nicht soweit kommt?

Nur eine Aufgabe am Tag erledigen - so geht es

Meiner Meinung nach ist die einzige Lösung, sich tatsächlich weniger vorzunehmen, nämlich eben am Tag nur eine Aufgabe zu erledigen. Beispiel: Wenn ich effizient sein will, verbinde ich den Gang zur Post gleich damit, im Supermarkt die Pfandflaschen abzugeben usw., schließlich bin ich ja schon mal da und spare mir dann den Weg. Oder wenn ich irgendwo hin fahre, vor allem wenn es weiter weg ist, überlege ich mir, ob ich nicht gleich noch ein paar andere Reiseziele auf dem Weg dahin abklappern könnte. Ergebnis: Die ganze Sache wird ein ungleich größerer Stress. Zu viele Dinge, an die ich denken muss.

Wenn ich nur eine Sache am Tag mache, passiert das so nicht. Ich gehe dann nur zur Post. Oder in den Supermarkt. Oder fliege nur mein ursprüngliches Reisziel an. Grund ist, dass solche Serienaufgaben mich schnell überfordern: Während ich noch die eine Sache mache, bin ich im Kopf schon bei der nächsten. Oder ich muss daran denken, für verschiedene Gelegenheiten alles mitzunehmen, etwa die leeren Flaschen und das Postpäckchen oder eben Gepäck für mehrere Gelegenheiten an einem Reiseziel – was witterungsbedingt schon eine halbe Kofferladung ausmacht. Mein persönliches Fazit daher: Nur eine Sache am Tag machen, auch im übertragenen Sinne, ist tatsächlich stressfreier.

 

Bild: David Goehring bei flickr.com (CC BY 2.0)

Kommentare

  • verkruemelt

    03.02.14 (08:21:26)

    Selbst ein Computer kann kein echtes Multitasking, es kommt uns nur so vor, da er mehrere Millionen Berechnungen pro Sekunde durchführen kann. Nur Mehrkernprozessoren können tatsächlich parallel Aufgaben/ Berechnungen durchführen - aber eben auch nur eine pro Kern. Wir müssen uns ja auch mit einem Gehirn begnügen. ;) Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Multitasking

  • Andrea

    04.02.14 (07:28:16)

    Nach Jahren des Multitasking-Daseins, stelle ich nun fest: Ich bin super-gut im Multitasking. Ich kann wirklich sehr viele Aufgaben parallel bearbeiten. ABER: Ich wollte einfach mal wieder wissen, wie es "ohne" ist. Und stelle fest, wie viel Potenzial ich doch habe, wenn ich mich doch nur auf eine Sache konzentriere. Und wie viel befriedigender und auch weniger anstrengend es ist. Wenn ich es vermeiden kann, multi-taske ich nun nicht mehr.

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