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13.01.08

Kreativer werden: Neue Ideen mit der 100er-Liste

Erfolgreiche Menschen sprühen oft vor Ideen. Dabei sind sie so schnell und kreativ, dass Kollegen oder Freunde gar nicht mehr mitkommen. Genie muss man dafür gar nicht sein: Es gibt verschiedene Techniken, um den Ideenfluss anzukurbeln.

Grundsätzlich unkreative Menschen gibt es nicht. Wir alle waren schon mal kreativ, nämlich als Kinder. Einige von uns haben ihre Kreativität seitdem leider wieder verlernt oder den Zugang dazu verloren. Aber das lässt sich beheben. Ein paar Grundsätze, die Ihr dabei beherzigen solltet:

  • Wer denkt, er sei nicht kreativ und habe einfach nicht viele Ideen, hat recht. Aber nicht, weil er von Natur aus nicht kreativ wäre, sondern weil er sich mit seiner Einstellung blockiert: If you think you can do a thing or think you can't do a thing, you're right (Henry Ford zugeschrieben). Deshalb: Glaubt an Eure Kreativität, dann kommt sie schneller.
  • Es gibt keine dummen Ideen. Es gibt vielleicht unausgereifte, entwicklungsfähige oder unrealistische Ideen, aber keine dummen. Wer bereits bei der Ideenfindung eine Kritik-Schere im Kopf hat, blockiert sich damit.
  • Eine vergessene Idee ist verloren. Aus diesem Grund trage ich immer etwas zu schreiben bei mir. Früher hatte ich oft Ideen und dachte, dass ich sie nicht so schnell vergesse, weil sie so gut sind. Doch das war ein Trugschluss. Plötzlich waren sie eben doch weg. Heute kann mir das nicht mehr passieren.
  • Fragen, fragen, fragen: Wer nicht fragt, bleibt dumm. Durch Fragen und Hinterfragen kann man seinen Horizont erweitern. Viele Ideen sind im Dialog und nicht im Elfenbeinturm entstanden. Unsere Ideen sind häufig weder revolutionär noch genial. Macht aber nichts. Wenn man Gedanken anderer mit den eigenen geschickt zusammengemischt, kann das auch etwas Neues ergeben.

Die 100er-Liste

Eine sehr einfach, aber wirkungsvolle Methode, wie man neue Ideen kreieren kann, ist die 100er-Liste.

Das einzige, was man dazu braucht, ist ein leeres Blatt bzw. ein leeres Dokument auf dem Rechner, ein bisschen Zeit und Offenheit. Und so geht’s: Man nimmt das Blatt und schreibt oben das Thema oder den Titel hin, etwa "100 Ideen, über was ich bloggen könnte" oder "100 Ideen für ein neues Website-Design" oder "100 Ideen, wie ich mich weiterentwickeln kann". Danach kommt das Naheliegende: Loslegen und 100 Ideen aufschreiben. Das klingt nach viel, aber Ihr werdet staunen, wie viele Ideen Ihr eigentlich habt. Das ist für mich der verblüffende Effekt an dieser Übung. Beachtet aber folgendes:

  • Schottet Euch ab: Schaltet alle Ablenkungen aus (Mail-Benachrichtigung, Telefon usw.), hängt ein Schild an die Tür ("Bitte nicht stören") und schafft Euch eine angenehme Atmosphäre, in der Ihr nicht gestört werdet.
  • Nummeriert die Zeilen. Sonst ist die Versuchung groß, mittendrin zu zählen, wie weit man schon ist. Das aber unterbricht den Fluss.
  • Schreibt 100 Ideen in einem Rutsch auf. Macht keine Pausen, wenn es nach ein paar Einträgen nicht mehr fließt, sondern bleibt dran, bis die 100 voll ist.
  • Schreibt "automatisch": Hinterfragt und bewertet nichts, sondern lasst es einfach fließen. Doppelte Einträge, Rechtschreibfehler oder unpräzise Formulierungen sind kein Problem. Hier geht es um Menge und nicht um Perfektion.

Meistens läuft das Schreiben in verschiedenen Phasen ab. Mal sprudeln die Ideen, mal geht es langsamer voran. Am Anfang fällt es meistens relativ leicht, weil man zuerst das schreibt, was man ohnehin schon im Kopf hatte. Dann fängt man plötzlich an zu stocken. Genau jetzt wird es spannend: Denn jetzt verlässt man die gewohnten Bahnen und muss neue Wege suchen, um die Liste fortzuführen. Ein paar Dutzend Einträge weiter ist man dann auf neuen Pfaden angekommen und es geht wieder leichter.

Diese Methode funktioniert so gut, weil sie durch das automatische Schreiben den Draht zum Unbewussten aufnimmt. Meine erste 100er-Liste war eine Liste mit 100 Zielen, die ich erreichen möchte. Da waren ganz profane, banale Dinge drauf (wie "Spanisch lernen"), aber auch Ziele, welche ich nie erreichen werde, da sie nie abgeschlossen sind (wie "Authentisch leben"). Aus dieser Liste habe ich mir erstens kurz-, mittel- und langfristige Ziele herausgepickt, welche ich nun verfolge, aber zweitens auch ein Leitbild für mich selbst erstellen können. Ich habe mich gefragt, was für ein Wert oder ein Prinzip hinter jedem einzelnen Ziel steckt. Dabei ist mir aufgefallen, dass hinter den Zielen immer die gleichen ungefähr 5 Prinzipien stehen. Daraus konnte ich dann mein persönliches Leitbild erstellen.

Natürlich sind längst nicht alle Einträge interessant oder brauchbar. Doch trotzdem hat man am Schluss eine große Menge an neuen Ideen und erkennt Muster, die man weiterverfolgen kann. Wenn ich mir also überlege, über was ich bloggen könnte und dabei immer wieder Ideen zum Themenkreis Produktivität habe, dann kann ich davon ausgehen, dass dort mein Hauptinteresse liegt, und darauf aufbauen. Wenn ich auch merke, dass sehr wenige Ideen zum Thema Organisation passen, dann weiß ich, dass ich diese Kategorie vielleicht aus meinem Blog herausnehmen sollte.

Also: Probiert es aus, lasst Euch überraschen und staunt, wie viel in Euch steckt!

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