14.09.12 06:52, von Simone Janson

Miriam Meckel und ihr Glück der Unerreichbarkeit II/II: Was tun gegen Burnout?

Burnout-Situationen können verhindert werden - bedingen aber eine Änderung unseres Verhaltens. Konkrete Massnahmen dafür können überraschend einfach sein.


Im ersten Teil des Beitrags ging es um Miriam Meckel und ihre Versklavung durch die moderne Technik, die sie in ihrem Buch Das Glück der Unerreichbarkeit beschreibt. Doch beim Lesen von Meckels Buch scheint immer wieder durch, dass das eigentliche Problem nicht die Technik, sondern vor allem unser Umgang mit ihr ist: Denn vereinfacht gesagt ist das Grunddilemma unser Wunsch nach Liebe, gesellschaftlicher Anerkennung und Erfolg.

Burnout aus Angst vor dem Unbeliebtsein?


Sarina Pfauth hat Meckels Problem in der Süddeutschen Zeitung treffend analysiert:

Wie kann sich jemand überhaupt nach einem Burn-out zurückziehen, wenn er zuvor in einem solchen Geschwindigkeitsrausch gelebt hat? ... Will so jemand in die offensichtliche Bedeutungslosigkeit eines kleinbürgerlichen Lebens verschwinden? Nein. Will Goldmund nicht mehr Narziss sein? Nein.

Und Meckel gibt das in einem Spiegel-Interview, das sie später nach ihrem Burnout - und nach Erscheinen eines weiteren Buches zum Thema - gab, selbst zu:

Ein Burnout entsteht ja auch dadurch, dass Sie dauernd alles schlucken und niemanden verletzen wollen, dass man anderen ständig erlaubt, in einen einzugreifen.

Wie kann man Burnout vermeiden?


Daraus ergibt sich aber im Umkehrschluss: Wir können selbst etwas dafür tun, damit Burnout gar nicht erst entsteht. Der Coach Dr. H.W. Matthias Braun hat in einer umfassenden Serie zum Theme Burnout zahlreiche Tipps zum Thema gegeben. Und die sind überraschen einfach. Eine Auswahl:

Sport treiben: Bewegung regt die Durchblutung des Gehirns an, so dass sich vermehrt Synapsen bilden, wie eine Studie der Sporthochschule Köln zeigt. Brauns Special-Tipp: Gestalte deinen Arbeitsplatz so, dass du immer wieder aufstehen MUSST, um bestimmte Dinge zu erreichen, denn jede Bewegung baut Stress ab!

Keine Chance für Aufschiberitis: Bringe auch und gerade unangenehme Aufgaben oder Gespräche schnell hinter dich und belohne dich dafür. Sonst wächst der Unmut über das eigene Verhalten mit jeder Stunde an.

Nein sagen und delegieren: Übergib die eine oder andere Aufgabe an Mitarbeiter, auch wenn du glaubst, selbst alles besser zu machen. Selbst wenn du am Anfang vielleicht mehr erklären musst.

Die Arbeitsberge kleiner machen: Gestresst fühlt man sich, wenn die Gedanken immer um das kreisen, was noch alles zu erledigen ist. Bleibe mit deinen Gedanken bei der Aufgabe, die du JETZT gerade bearbeitest. Arbeite so alle Aufgaben ab, als wären sie Perlen an einer Kette und richte deine Konzentration jeweils ausschließlich auf die aktuelle «Perle».

Have a Break: Kleine Pausen zwischendurch, in denen man mal kurz am Fenster tief durchatmet, wirken Wunder für die Entspannung.

Prioritäten setzen: Priorisiere und teile deine Aufgaben in essenzielle, wichtige und triviale ein. Und lerne, auch mal nein zu sagen, sowohl zu anderen als auch zu dir selbst – wirf die trivialen Aufgaben in die Ablage «P».

Den Hebel umlegen: Versuche es dir zur Gewohnheit zu machen, umzuschalten: Überschreite zum Beispiel beim Verlassen der Arbeitsstelle eine virtuelle Linie. Sobald du die passiert hast, ist die Arbeit und alle Gedanken daran abgehakt – bis du die Linie das nächste Mal passierst. So lässt du das «alte» Feld hinter dir, wenn du in eine andere Umgebung wechselst.

Sex statt arbeiten: Eine Untersuchung der Universität Göttingen hat gezeigt, dass sich etwa jeder dritte Mann mit einem unbefriedigenden Liebesleben in Arbeit stürzt. Das lässt zwar den Sexfrust vergessen, erzeugt aber seinerseits selbst eine Menge Stress, der sich wiederum negativ auf die Partnerschaft auswirkt. Durchbrich diesen Teufelskreis, widme dich deiner Beziehung!

Zum ersten Teil des Artikels: Miriam Meckel und ihr Glück der Unerreichbarkeit I/II: Wie entsteht Burnout?

Bild: Alan Stokes bei flickr.com (CC BY-SA 2.0)

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