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19.05.08

Loben - aber richtig!

Gestern haben wir hier diskutiert, wie man konstruktiv Kritik äußern kann - ohne die Atmosphäre zu vergiften. Aber wie sieht es aus mit Lob? Auch das ist gar nicht so einfach, wie man denkt.

Auch das Gegenteil von richtig geäußerter Kritik ist wichtig: Das richtige Loben. Denn ehrlich gemeinte Anerkennung ist eines der stärksten Bindeglieder zwischen Menschen und schafft Sympathie. Doch Hand aufs Herz: Vielen von uns fällt es schwer, mal ein ehrlich gemeintes Lob auszusprechen. Dabei geht es gar nicht darum, immer und überall Lobeshymnen zu singen. Es hilft schon, wenn Du die Leistungen von anderen nur ein wenig aufmerksamer wahrnimmst und Kollegen nicht miteinander vergleichst.

Aber Vorsicht: Was für den einen selbstverständlich ist, ist für andere eine Herausforderung, deren Meisterung echtes Lob verdient. Lob ist für die Motivation und Beziehungen wie Dünger - wohldosiert kann es stärken, aber zu freigiebig und an der falschen Stelle ausgeteilt macht es eine ganze Ernte zunichte.

Beachte daher einige Regeln, damit das gut gemeinte Lob nicht zum Fehlschlag wird:

  • Lobe nur, wenn Du es wirklich ehrlich meinst. Echte Anerkennung kommt aus dem Bauch, sie ist erfüllt von Freude – andere merken, ob Du authentisch bist oder nicht. Wenn Du das Gefühl verspürst, teile es mit: «Ich habe gemerkt, dass Sie sich wirklich viel Mühe gegeben haben.»
  • Manchmal ist nonverbales Lob überzeugender als ein Redeschwall. Lächle Deine Kollegen aufmunternd an, halte den Daumen in die Höhe, klopfe ihnen auf die Schulter - finde Deine ganz persönliche Ausdrucksform. Aber Vorsicht: Das kommt nicht bei jedem gleich gut an.

    Prüfe Kritisch: Verfolgst Du mit dem Lob eine Absicht? Willst Du Kritik tarnen? Wenn ja: Lass es sein, denn das wirkt unglaubwürdig. Es enttäuscht und demotiviert andere nur. Und: Wenn Du nichts erwartest, bist Du nicht enttäuscht, wenn eine bestimmte Reaktion ausbleibt.

  • Ebenso kränkend sind ironische oder überhebliche Anerkennungen: Vermeide ein ungeduldiges «Na bitte, es geht doch!», oder ein vorwurfsvolles «Warum denn nicht gleich so?». Mit «Sehen Sie: Sie müssen nur wollen, dann klappt es auch» unterstellst Du Deinem Kollegen fehlenden Einsatz und ein «Super! Jetzt hat es auch Herr F. endlich verstanden» stellt Deinen Kollegen bloß und offenbart Deine Geringschätzung.

    Lobe vorsichtig und wohldosiert. Wenn Du jede Kleinigkeit bejubelst, gewöhnen sich Deine Kollegen daran und meinen, sie bräuchten sich nicht weiter anzustrengen. Die Botschaft muss lauten: «Es lohnt sich, weiter am Ball zu bleiben. Da ist noch mehr drin!».

  • Lobe zeitnah. Je spontaner, desto besser. Falsch: «Ihr Verhalten bei der Messe vor drei Wochen war wirklich gut. Weiter so!» Ein solches Lob kommt zu spät und ist zu allgemein, es irritiert daher nur.
  • Sage nicht einfach: «Gut gemacht», sondern so detailliert wie möglich, was gut war: «Bei der Messe letzte Woche ist mir Ihre außergewöhnlich gute Kundenbetreuung aufgefallen. Sie sind freundlich und höflich, verwenden sehr positive Formulierungen und finden passende Alternativen. Sie geben jedem das Gefühl, er sei im Augenblick das einzig Wichtige für Sie!»
  • Lobe ohne Einschränkung: «Ihre Präsentation war sehr interessant, aber achten Sie beim nächsten Mal ein wenig auf die Rechtschreibung.» Damit machst du das Lob zunichte. Besser: Lass das Lob isoliert stehen. Kritik gehört in ein anderes Gespräch.
  • Sei voll bei der Sache: Erwecke nie den Eindruck, gehetzt oder in Zeitnot zu sein, dann wirkt das Lob unecht.

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