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22.02.11Leser-Kommentare

Kreativität: 100 Ideen in 30 Minuten

Mit der Methode 635 bringt eine Gruppe von sechs Personen in 30 Minuten über 100 Ideen auf’s Papier.

Der beste Weg zu einer guten Idee ist, möglichst viele Ideen zu haben, soll Linux-Erfinder Linus Torvald gesagt haben. Tatsächlich werden zwei wesentliche Schritte in kreativen Prozessen häufig miteinander vermischt: Das Finden von Ideen und das Bewerten von Ideen.

Wer innovative Lösungen sucht, tut gut daran, diese beiden Schritte auseinanderzuhalten. Also zuerst möglichst viele Ideen generieren (Quantität) und erst anschliessend zubewerten (Qualität). Die Methode 635 ist eine einfache Technik, wie eine Gruppe von Leuten in kurzer Zeit sehr viele Ideen findet. So funktioniert’s:

  • Definiere die Fragestellung: Zu welchem Problem soll eine Idee gefunden werden?
  • Bilde Gruppen von sechs Personen und gib jedem drei Blatt Papier.
  • Jede Person schreibt nun je eine Idee auf jedes Blatt.
  • Die drei Blätter werden an den Nachbarn auf der rechten Seite weitergegeben.
  • Der Nachbar liest die drei Ideen und schreibt darunter je eine neue Idee, die auf der bereits vorhandenen aufbaut. Dafür stehen drei Minuten zur Verfügung.
  • Die Blätter werden in der nächsten Drei-Minuten-Runde weitergegeben, bis jeder wieder seine ursprünglichen Ideen vor sich liegen hat.

Bei sechs Teilnehmern und drei Ausgangsideen entstehen so 108 Ideen in sechs Runden à drei Minuten, also in rund 20 bis 30 Minuten. Dieser Ideenfundus kann nun in einem zweiten Schritt bewertet werden. Tatsächlich wird es so sein, dass sehr viele Ideen einen zweiten Blick kaum überleben. Aber die Chance ist sehr gross, dass sich darunter etwas Nutzbares findet, das weiterentwickelt werden kann.

Die Bezeichnung «Methode 635» rührt von dem Setting: Sechs Teilnehmer und drei Ideen und fünf Runden. Natürlich lässt sich die Methode auch in kleineren (etwa bis 4) oder grösseren Gruppen bis acht Personen einsetzen. Die Methode geht auf Bernd Rohrbach zurück, der 1969 erstmals im Heft 19 der deutschen Publikation «Absatzwirtschaft» darüber berichtet hat.

» Wie man alleine in kurzer Zeit auf 100 Ideen kommen kann, hat Ivan in diesem Posting beschrieben: Neue Ideen mit der 100er-Liste

Kommentare

  • Martin L.

    24.02.11 (11:49:34)

    Als Student an einer Uni an der solche Fragen mal etwas weiter untersucht wurden kann ich dazu einige interessante Erkenntnisse beitragen: 1. Es gibt einen ganzen Haufen Methoden dieses Brainstorming durchzuführen. Manche sind bunt, manche arbeiten mit Tafeln, andere mit Zetteln, aber fast alle basieren wie diese auf "einfach nur schreiben". Brainstorming eben. 2. Brainstorming ist ein Anfang, aber nur eine von vielen Möglichkeiten und bei weitem nicht die effizienteste. 3. Viel interessanter sind andere Methoden wie "Provokation". Beispiel: Wir suchen neue Möglichkeiten den Service für erste-Klasse-Passagiere im Flugzeug zu verbessern. Fakt: das Cockpit ist vorne. Provokation: das Cockpit ist hinten. Was hat das für Vorteile in Bezug auf unser Problem? Die Passagiere können vorne rausgucken! Wie kriegen wir das gleiche Problem hin ohne das Cockpit zu verlegen? Kameras! Andere Methode: "Analogie" Beispiel: gleiche Aufgabenstellung. Was sind wir? Luftfahrtunternehmen, große Firma, Transportdienstleister... Wer ist noch Transportdienstleister? Z.B. die DB. Was macht die DB für ihre 1-Klasse-Kunden? Was können wir übernehmen? Es gibt wohl im Grunde weniger als ein dutzend grundlegende Methoden die ich leider gerade nicht alle auswendig kenne. Ihnen gemeinsam ist, das alle ausser Brainstorming bestimmte Analogien im Kopf in Gang setzen. Wie der Prozess dann ganz genau aussieht (z.B. 6-3-5) ist dann sogar ziemlich irrelevant. Wer sich für den Bereich mehr interessiert findet evtl. mehr unter dem Stichwort "Idea Engeneering". Es gibt sogar Firmen die in Unternehmen kommen und so Prozesse durchführen weil es dann doch noch Expertise braucht um z.B. die richtigen Fragestellungen auszuwählen.

  • Martin L.

    24.02.11 (11:54:54)

    Ich meinte natürlich das Assoziationen in Gang gesetzt werden, nicht Analogien. Ach ja und wichtig ist, das auch die anderen Methoden viele schlechte Ideen erzeugen und man auch da Erzeugung und Auswahl trennen muss.

  • Franzi

    05.03.11 (12:44:07)

    Schöner Beitrag! Ich habe auch schon sehr gute Erfahrungen mit der 635 Methode gemacht. Falls man jedoch Teilnehmer hat, die etwas zurückhaltend sind, sollte man eher "brainwriting" anwenden. somit nimmt man den ideenfundus aller teilnehmer mit ;-) LG Franzi

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